Auf einen Blick
- Aufgaben: Erstelle einen Forschungsbericht zur psychosozialen Versorgung geflüchteter Kinder und Jugendlicher.
- Unternehmen: Save the Children, die größte unabhängige Kinderrechtsorganisation weltweit.
- Vorteile: Bedeutsame Arbeit mit einem Budget von 80.000€ für das Projekt.
- Weitere Informationen: Flexibles Arbeitsumfeld mit der Möglichkeit zur Teilnahme an Fachveranstaltungen.
- Warum dieser Job: Mach einen echten Unterschied im Leben geflüchteter Kinder und Jugendlicher.
- Qualifikationen: Erfahrung in sozialwissenschaftlicher Forschung und Kenntnisse im Bereich Migration.
Das prognostizierte Gehalt liegt zwischen 80000 - 80000 € pro Jahr.
Save the Children ist die weltweit größte unabhängige Kinderrechtsorganisation. Wir setzen uns in rund 100 Ländern für die Rechte aller Kinder auf Gesundheit und Überleben, Schule und Bildung sowie Schutz vor Gewalt und Ausbeutung ein. Save the Children wurde 1919 gegründet und ist seit 2004 in Deutschland tätig.
Zur Umsetzung der Projektmaßnahme „Stärkung des Bewusstseins, Engagements und der Vernetzung für die psychosoziale und psychotherapeutische Versorgung geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Deutschland“ im Projekt „SAVE-Sicher.Ankommen.Vernetzen“ beauftragen wir die Erstellung eines Forschungs- und Datenberichts zur psychosozialen Versorgung geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Deutschland. Ziel des Vorhabens ist die Analyse bestehender psychosozialer Unterstützungsbedarfe, die Bewertung der aktuellen Versorgungssituation im Regelversorgungssystem sowie die Ableitung evidenzbasierter Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Versorgungslage.
I. Hintergrund und Problemstellung
Geflüchtete Kinder und Jugendliche sind aufgrund von Flucht-, Gewalt- und Verlusterfahrungen sowie struktureller Unsicherheiten besonderen psychosozialen Belastungen ausgesetzt. Gleichzeitig bestehen belastbare Erkenntnisse dazu, dass psychosoziale Bedarfe dieser Zielgruppe häufig nicht ausreichend erkannt und versorgt werden. Zu den diskutierten Ursachen zählen unter anderem sprachliche Barrieren, administrative Zugangserschwernisse, unklare Zuständigkeiten, fehlende Früherkennungsstrukturen sowie eine unzureichende migrations- und traumasensible Qualifizierung von Fachkräften im Gesundheitswesen. Vor diesem Hintergrund soll ein Datenbericht den aktuellen Wissensstand systematisch zusammenführen, Versorgungslücken sichtbar machen und Ansätze zur Weiterentwicklung der psychosozialen Versorgung identifizieren. Ein besonderer Fokus soll auf den Erfahrungen und Arbeitsansätzen Psychosozialer Zentren (PSZ) liegen.
II. Zielsetzung des Auftrags
Der Auftrag umfasst die Erstellung eines wissenschaftlich fundierten Datenberichts, der:
- aktuelle Erkenntnisse zu psychosozialen Unterstützungsbedarfen geflüchteter Kinder und Jugendlicher zusammenfasst,
- den Stand der psychosozialen, psychologischen, psychotherapeutischen und psychiatrischen Versorgung im System der öffentlichen Gesundheitsversorgung und darüber hinaus analysiert,
- bestehende Versorgungslücken identifiziert,
- die Rolle und Expertise von Psychosozialen Zentren untersucht,
- Good-Practice-Ansätze herausarbeitet,
- Auswirkungen aktueller gesetzlicher und struktureller Entwicklungen berücksichtigt,
- praxisnahe und evidenzbasierte Handlungsempfehlungen formuliert.
III. Forschungsfragen
3.1 Leitfrage Welche psychosozialen Unterstützungsbedarfe bestehen bei geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Deutschland und in welchem Umfang kann die bestehende Regelversorgung diesen Bedarfen gerecht werden?
3.2 Weiterführende Fragestellungen
- a) Versorgungssituation und Bedarfe
- Welche psychosozialen Bedarfe sind für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Deutschland dokumentiert?
- Welche Erkenntnisse liegen zur tatsächlichen Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen vor?
- Welche Versorgungslücken lassen sich im System der öffentlichen Gesundheitsversorgung und darüber hinaus identifizieren?
- b) Rolle der Psychosozialen Zentren
- Welche Ansätze und Arbeitsweisen der Psychosozialen Zentren haben sich bewährt?
- Welche Elemente dieser Ansätze könnten auf die Regelversorgung übertragen werden?
- c) Strukturelle Voraussetzungen
- Welche finanziellen, fachlichen, rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen wären erforderlich, um migrations- und traumasensible Versorgung nachhaltig zu stärken?
- Welche Hindernisse bestehen derzeit?
- Wie beeinflussen aktuelle politische Entwicklungen (u.a. die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS)) die strukturellen Voraussetzungen?
- d) Handlungsperspektiven
- Welche Maßnahmen lassen sich auf Basis der Untersuchung zur Verbesserung der Versorgungssituation ableiten?
IV. Leistungsumfang
Der Auftragnehmer bzw. die Auftragnehmerin übernimmt mindestens folgende Leistungen:
- 4.1 Systematische Daten- und Literaturrecherche Durchführung einer strukturierten Analyse bestehender Datenquellen, Studien und Berichte, insbesondere zu:
- psychosozialen Bedarfen,
- psychischer Gesundheit,
- psychotherapeutischer Versorgung,
- gesundheitsbezogenen Ungleichheiten,
- Versorgung geflüchteter Kinder und Jugendlicher,
- Versorgung aller Kinder und Jugendlicher in Deutschland, Erkenntnissen relevanter Fachverbände und Institutionen.
- 4.2 Quantitative Analyse Soweit verfügbar und methodisch belastbar:
- Analyse vorhandener Daten zu Versorgungsbedarfen,
- Analyse vorhandener Daten zur tatsächlichen Versorgung,
- Analyse bestehender Daten zu Kosten der Unterversorgung bzw. Nichtversorgung,
- Aufbereitung relevanter demografischer Informationen.
- 4.3 Qualitative Datenerhebung Durchführung und Auswertung qualitativer Expert*inneninterviews oder anderer geeigneter Erhebungsformate mit:
- Vertreter*innen von Psychosozialen Zentren,
- Fachkräften relevanter Versorgungssysteme,
- Organisationen der Selbstvertretung ehemaliger Klient*innen bzw. junger Geflüchteter.
- 4.4 Analyse aktueller politischer Entwicklungen Darstellung relevanter Entwicklungen der europäischen und nationalen Asyl- und Gesundheitsgesetzgebung, insbesondere möglicher Auswirkungen des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) auf die psychosoziale Versorgung geflüchteter Kinder und Jugendlicher.
- 4.5 Entwicklung von Handlungsempfehlungen Erarbeitung von Empfehlungen für Politik, Verwaltung, Gesundheitswesen und weitere relevante Akteur*innen in Abstimmung mit dem Auftraggeber. Die Empfehlungen sollen evidenzbasiert, praxisnah und umsetzungsorientiert sein.
- 4.6 Öffentlichkeitsarbeit Zum Auftragsumfang gehören zudem:
- die Teilnahme am Launch-Event zur Veröffentlichung,
- nach Veröffentlichung als Interviewpartner*in für Pressearbeit sowie für die Social Media Arbeit von Save the Children zur Verfügung zu stehen,
- die Teilnahme als Referent*in oder Podiumsteilnehmer*in am bundesweiten Fachtag des SAVE-Projekts voraussichtlich im November 2027.
V. Erwartete Arbeitsergebnisse
Mindestens vorzulegen sind:
- Arbeitsergebnis 1 Methodenkonzept inklusive Recherche- und Erhebungsdesign.
- Arbeitsergebnis 2 Präsentation erster Ergebnisse.
- Arbeitsergebnis 3 Vollständiger Datenbericht in deutscher Sprache. Empfohlener Umfang:
- ca. 40 bis 60 Seiten Hauptbericht,
- Fact Sheet (1-2 Seiten) und Zusammenfassung (3 bis 4 Seiten),
- Mitarbeit an einem Positionspapier,
- Tabellen- und Abbildungsanhang.
- Arbeitsergebnis 4 Präsentation der Ergebnisse gegenüber Save the Children Deutschland e.V.
- Arbeitsergebnis 5 Teilnahme am Launch-Event, Interviews und als Referent*in/Podiumsteilnehmer*in beim bundesweiten Fachtag des SAVE-Projekts.
VI. Anforderungen an die Bietenden
Bietende sollen folgende Qualifikationen nachweisen:
- Erfahrung in gesundheitswissenschaftlicher, sozialwissenschaftlicher oder versorgungswissenschaftlicher Forschung,
- nachweisbare Expertise im Bereich Migration, Flucht, Kinderschutz, psychische Gesundheit oder Gesundheitsversorgung,
- Erfahrung mit quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden,
- Erfahrung in der Erstellung von Studien, Forschungsberichten oder Policy Papers,
- Kenntnisse der deutschen Gesundheits- und Sozialversorgungsstrukturen.
- Erfahrung in diversitäts-, diskriminierungs- und kinderschutzsensibler Forschung, insbesondere mit vulnerablen Zielgruppen.
Wünschenswert sind darüber hinaus:
- Erfahrungen im Bereich psychosoziale Versorgung von Geflüchteten,
- Kenntnisse zu Psychosozialen Zentren,
- Erfahrungen mit partizipativen Forschungsansätzen.
VII. Zeitplan
Voraussichtlicher Projektstart: 09.11.2026
Kick-off-Termin: 09.11.2026
Vorlage Methodenkonzept: 30.11.2026
Zwischenpräsentation: 03.05.2027
Entwurf Abschlussbericht: 01.09.2026
Finalisierung: 01.11.2027
VIII. Budgetrahmen
Für das Vorhaben steht ein Budget von 80.000€ inklusive aller Personal-, Recherche-, Reise- und Nebenkosten zur Verfügung.
IX. Angebotsbestandteile
Das Angebot soll enthalten:
- Kurzbeschreibung des Vorgehens und Methodendesigns (maximal 5 Seiten)
- Zeit- und Arbeitsplan
- Zusammensetzung des Projektteams
- Referenzen und Arbeitsproben aus vergleichbaren Projekten
- Budget- und Kostenkalkulation
- Angaben zu etwaigen Unterauftragnehmer*innen.
X. Zuschlagskriterien
Die Bewertung der Angebote erfolgt nach folgenden Kriterien:
- Kriterium Gewichtung
- Fachliche Qualität des Konzepts 35 %
- Methodisches Vorgehen 25 %
- Erfahrung des Projektteams 20 %
- Relevante Referenzen 10 %
- Wirtschaftlichkeit des Angebots 10 %
XI. Einreichung der Angebote
Fragen sind bis zum 15.09.2026 um 12:00 Uhr ausschließlich über die folgende E-Mail-Adresse einzureichen: [E-Mail Adresse gelöscht]. Die Fragen und Antworten werden ab dem 22.09.2026 allen Bieter*innen in anonymisierter Form zur Verfügung gestellt. Bitte senden Sie Ihr aussagekräftiges Angebot (inklusiver aller oben genannten Dokumente) bis zum 29.09.2026 um 12.00 Uhr an [E-Mail Adresse gelöscht]. Zugelassen ist 1 Angebot pro Auftragnehmer*in (ggf. mit unterschiedlichen Ausgestaltungsoptionen zu diesem einen Angebot). Auswahlgespräche werden im Zeitraum vom 5. bis 7. Oktober 2026 stattfinden.
XII. Ansprechpartner*in
Anika Bergmann Projektleitung SAVE – Sicher.Ankommen.Vernetzen Save the Children Deutschland e.V. [E-Mail Adresse gelöscht]
Öffentliche Ausschreibung: Vergabe eines Forschungs- und Datenberichts zur psychosozialen Versorgung geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Deutschland Arbeitgeber: Save the Children Deutschland e.V.
Als größte unabhängige Kinderrechtsorganisation bietet Save the Children Deutschland ein inspirierendes Arbeitsumfeld, in dem Sie aktiv zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen beitragen können. Unsere flexible Arbeitszeitgestaltung, die Möglichkeit von mobilem Arbeiten und ein internationales Team fördern eine wertschätzende und inklusive Unternehmenskultur, die Raum für persönliche und berufliche Weiterentwicklung bietet. Zudem profitieren Sie von attraktiven Zusatzleistungen wie 30 Tagen Urlaub, einem betrieblichen Gesundheitsmanagement und der Unterstützung bei der Altersvorsorge.
Kontaktdaten:
Save the Children Deutschland e.V. Recruiting-Team