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Hebamme (m/w/d): Aufgaben, Ausbildung & Gehalt

Hebammen begleiten Menschen durch einen der bedeutsamsten Momente ihres Lebens. Du arbeitest klinisch oder freiberuflich, trägst echte Verantwortung und gestaltest Geburten, Schwangerschaften und Wochenbett aktiv mit.
Median 44.000 € · Einstieg ~35.000 € · hohe Nachfrage

44.000 €
Median brutto / Jahr
35.000 €
Einstieg (Junior)
396
offene Stellen
Sehr gut
Zukunftsaussichten

StudySmarter Karriere-Redaktion · Aktualisiert am 10. Juli 2026 · 56 ausgewertete Live-Stellen · Modellwerte klar gekennzeichnet

Was macht ein Hebamme?

Ein Hebamme Eine Hebamme ist eine staatlich anerkannte Fachkraft, die Schwangere, Gebärende und Wöchnerinnen medizinisch, pflegerisch und psychosozial betreut und bei physiologischen Geburten eigenverantwortlich handelt. In Deutschland verdient man im Median 44.000 € brutto pro Jahr, beim Einstieg rund 35.000 €.

In Deutschland dürfen Hebammen Geburten selbstständig leiten, ohne Arzt vor Ort zu sein. Du arbeitest in Kreißsälen, Geburtshäusern oder als Beleghebamme. Die Nachfrage ist hoch: Aktuell sind rund 396 Stellen offen, während Kliniken und freiberufliche Praxen gleichermaßen Personal suchen. Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 37.000 Euro jährlich, erfahrene Hebammen erreichen einen Median von 44.000 Euro.

Typische Verantwortungsbereiche im Überblick:

Betreuung und Überwachung von Schwangeren in der Vorsorge
Eigenverantwortliche Leitung physiologischer Geburten
Durchführung von Dammschutz und geburtshilflichen Maßnahmen
Wochenbettbetreuung und Stillberatung zu Hause oder stationär
Früherkennung von Komplikationen und Einleitung von Notfallmaßnahmen
Dokumentation, Abrechnungswesen und Qualitätssicherung
Wo deine Zeit hingehttypische Wochenaufteilung
Geburtsbegleitung und Kreißsaalarbeit 35%Wochenbett- und Hausbesuche 25%Schwangerenvorsorge und Kurse 20%Dokumentation und Administration 12%Fort- und Weiterbildung 8%

So sieht ein typischer Arbeitstag aus

09:00
Übergabegespräch im Kreißsaal, Patientinnen sichten, CTG-Kontrollen starten
10:30
Erstuntersuchung einer aufgenommenen Schwangeren, Befund dokumentieren
12:00
Aktive Geburtsbegleitung, Dammschutz, Kommunikation mit Gynäkologin
14:30
Wochenbettvisite, Stillberatung, Nabelpflege beim Neugeborenen
16:00
Pflegedokumentation abschließen, Übergabe ans Nachmittagsteam vorbereiten

Wie wirst du Hebamme?

Es gibt nicht den einen Weg. Diese Routen führen in den Beruf:

Studium Hebammenkunde (B.Sc.) ~55%Ausbildung (Altrecht) plus Weiterbildung ~35%Quereinstieg aus Pflegeberufen ~10%(redaktionelle Orientierung)
Beliebtester Weg
Klassisch

Studium Hebammenkunde (B.Sc.)

Seit 2020 ist Hebamme ein akademischer Beruf. Das primärqualifizierende Studium dauert 3 Jahre (6 Semester), kombiniert Hochschultheorie mit mindestens 2.200 Praxisstunden und schließt mit dem Bachelor of Science ab.

3 J.~55%
Aufbau

Ausbildung (Altrecht) plus Weiterbildung

Wer vor 2020 die dreijährige Berufsausbildung absolviert hat, kann über Brückenprogramme einen Bachelor nachholen. Weiterbildungen wie Stillberatung IBCLC oder Familienhebamme erweitern das Tätigkeitsfeld und verbessern die Vergütung.

3–5 J.~35%
Quereinstieg

Quereinstieg aus Pflegeberufen

Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen oder examinierte Pflegefachkräfte können an einzelnen Hochschulen verkürzte Studiengänge oder Anrechnungsmodelle nutzen, die die Studienzeit auf 2 Jahre reduzieren.

2–3 J.~10%

Ausbildung & Studium im Detail

Diese Programme führen am häufigsten in den Beruf:

B.Sc. Hebammenwissenschaft, Charité Berlin
Primärqualifizierendes Vollzeitstudium mit klinischen Praxismodulen in Berliner Partnerkliniken, Schwerpunkt evidenzbasierte Geburtshilfe.
6 Semester
B.Sc. Midwifery, Hochschule für Gesundheit Bochum
Dualer Studiengang mit vertieften Forschungsmodulen, enger Verzahnung mit Ruhrgebietskliniken und Wahlpflichtmodul Wochenbettpsychologie.
6 Semester
Weiterbildung Familienhebamme, DJI-anerkannte Träger
Berufsbegleitende Qualifikation für Hebammen, die Familien in psychosozialen Belastungssituationen bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes begleiten.
12–18 Monate
IBCLC-Zertifizierung (Stillberatung), DAIS e.V.
Internationales Laktationsberatungs-Zertifikat, das nach nachgewiesenen Praxisstunden und einer Prüfung vergeben wird und die Abrechnungsmöglichkeiten erheblich erweitert.
1–3 J. Vorbereitung

Quereinstieg in 4 Schritten

Rund jede/r fünfte kommt aus einem anderen Beruf. So gelingt der Wechsel:

  1. Voraussetzungen prüfen. Du brauchst mindestens mittlere Reife, besser Abitur oder Fachabitur, da die meisten Hochschulen einen Hochschulzulassungsberechtigungsnachweis verlangen. Ein Erste-Hilfe-Kurs und ein Gesundheitszeugnis sind ebenfalls Pflicht.
  2. Praktikum absolvieren. Schnuppere vor der Bewerbung in einer Klinik, einem Geburtshaus oder bei einer freiberuflichen Hebamme rein. Viele Hochschulen fragen im Auswahlgespräch gezielt nach konkreten Praxiserfahrungen.
  3. Studienplatz bewerben. Reiche deine Bewerbung direkt an der Hochschule ein, da Hebammenstudiengänge nicht über Hochschulstart laufen. Fristen beginnen oft im Januar für das Wintersemester. Wähle mindestens drei Wunschhochschulen.
  4. Approbation beantragen. Nach dem Abschluss stellst du beim zuständigen Landesprüfungsamt die Berufserlaubnis (Approbation) als Hebamme gemäß HebG 2020 aus, die deutschlandweit gilt und die eigenverantwortliche Berufsausübung erlaubt.

Voraussetzungen & Skills

Gefragteste Fach-Skills

Modellierte Relevanz für das Berufsprofil, kein gemessener Anzeigenanteil
Geburtshilfliche Fachkompetenz
85%
Klinische Beobachtung und Notfallmanagement
80%
Stillberatung und Laktationsmanagement
72%
Medizinische Dokumentation und EDV
65%
Wochenbettdiagnostik
60%
Evidenzbasiertes Arbeiten und Forschungskompetenz
50%
Abrechnungswesen (GKV, Kassensysteme)
30%

Persönliche Stärken

Empathie und emotionale Belastbarkeit in ExtremsituationenKlare, ruhige Kommunikation unter DruckTeamfähigkeit im interdisziplinären KreißsaalteamEigenverantwortliches und entscheidungsstarkes HandelnKulturelle Sensibilität im Umgang mit diversen FamilienHohe körperliche Ausdauer für lange Schichten und Nachtdienste

Das solltest du formal mitbringen

Hochschulzugangsberechtigung (Abitur, Fachabitur oder gleichwertig) für das Hebammenstudium nach HebG 2020
Gesundheitliche Eignung, nachgewiesen durch ärztliches Attest und Impfnachweis (u.a. Hepatitis B, Masern)
Polizeiliches Führungszeugnis ohne einschlägige Einträge
Erfolgreich abgeschlossener Erste-Hilfe-Kurs (mind. 8 Unterrichtseinheiten) vor Studienbeginn

Was verdient ein Hebamme?

44.000 € / Jahr (Median)
Spanne 33.000 – 58.000 € · Einstieg ab ~35.000 € · ca. 23 €/h · ca. 2.669 € netto/Mon. (St. I)
35k44k48k53k
Ø brutto · <3 J. bis 10+ J.
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Karriere & Aufstieg

Ø Bruttowerte pro Rolle, KI-Marktmodell · Richtwerte
35.000 €
Berufseinsteigerin im Kreißsaal0–2 J.
44.000 €
Hebamme mit Spezialisierung (z.B. Stillberatung IBCLC)2–5 J.
52.000 €
Familienhebamme / Beleghebamme freiberuflich4–7 J.
64.000 €
Praxisanleiterin / klinische Mentorin6–10 J.
77.000 €
Leitende Hebamme / Kreißsaalleitungab 10 J.

Vorteile & Herausforderungen

Dafür spricht

  • Hohe gesellschaftliche Anerkennung und emotionale Sinnhaftigkeit der Arbeit
  • Sehr gute Jobsicherheit durch bundesweiten Fachkräftemangel und 396 offene Stellen
  • Vielfältige Arbeitsorte: Klinik, Geburtshaus, Hausgeburt, freiberuflich
  • Wachsendes Gehaltspotenzial durch Weiterbildungen und freiberufliche Tätigkeit

Das solltest du wissen

  • Unregelmäßige Arbeitszeiten, Nacht- und Wochenenddienste belasten die Work-Life-Balance
  • Hohe emotionale Belastung bei Komplikationen, Fehlgeburten oder Totgeburten
  • Freiberufliche Hebammen kämpfen mit steigenden Haftpflichtprämien
  • Körperlich anspruchsvoll durch langes Stehen, Heben und Bereitschaftsdienste

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Aktuelle Hebamme-Stellen

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Häufige Fragen

Wie viel verdiene ich als Hebamme in Deutschland?

Der Medianlohn liegt bei rund 44.000 Euro brutto im Jahr. Als Berufseinsteigerin startest du bei etwa 37.000 Euro. Freiberufliche Hebammen mit eigenem Kundenstamm und Zusatzqualifikationen können deutlich mehr verdienen, tragen aber auch eigene Versicherungskosten.

Muss ich Hebammenkunde studieren oder gibt es noch eine Ausbildung?

Seit dem 1. Januar 2020 regelt das Hebammengesetz (HebG), dass der Beruf über ein primärqualifizierendes Studium erworben wird. Eine klassische Berufsausbildung ist für Neueinsteiger nicht mehr möglich. Wer vor 2020 die Ausbildung abgeschlossen hat, darf weiterhin praktizieren.

Kann ich als Hebamme freiberuflich arbeiten?

Ja, Freiberuflichkeit ist ein weit verbreitetes Modell. Du betreust Schwangere in der Vorsorge, leitest Hausgeburten oder machst Wochenbettbesuche auf eigene Rechnung. Voraussetzung ist eine Berufshaftpflichtversicherung, deren Prämien in den letzten Jahren stark gestiegen sind.

Wie sind die Berufsaussichten für Hebammen aktuell?

Die Aussichten sind sehr gut. Rund 396 offene Stellen zeigen den akuten Bedarf, und der demografische Wandel sowie der Rückzug vieler Kliniken aus der Geburtshilfe verstärken den Mangel weiter. Gut ausgebildete Hebammen mit Weiterbildungen haben eine starke Verhandlungsposition bei Gehalt und Arbeitszeiten.

Erstellt von der StudySmarter Karriere-Redaktion · Stand Juli 2026. Quellen: StudySmarter Jobbörse (56 ausgewertete Live-Stellen von 396 offenen) · Statistisches Bundesamt (Destatis) · Gehalts-Aufschlüsselung als gekennzeichnetes Marktmodell. Richtwerte.

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