Was macht ein Jurist?
Ein Jurist ist eine Person, die durch ein abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften sowie in der Regel das Zweite Staatsexamen befähigt ist, rechtliche Sachverhalte zu analysieren, Parteien zu beraten und vor Gericht oder in Behörden rechtlich zu handeln. In Deutschland verdient man im Median 68.000 € brutto pro Jahr, beim Einstieg rund 54.500 €.
Ob Vertragsverhandlungen im Konzern, Strafverteidigung vor Gericht oder Politikberatung im Ministerium: Juristen arbeiten überall dort, wo Regeln gesetzt, ausgelegt oder durchgesetzt werden. Besonders in der Digitalwirtschaft steigt die Nachfrage nach Fachleuten für Datenschutz, IT-Recht und internationale Compliance stark an. Rund 2.282 Stellen sind aktuell ausgeschrieben.
Typische Verantwortungsbereiche im Überblick:
So sieht ein typischer Arbeitstag aus
Wie wirst du Jurist?
Es gibt nicht den einen Weg. Diese Routen führen in den Beruf:
Jurastudium mit Staatsexamen
Der Standardweg führt über das Studium der Rechtswissenschaften (Erste Juristische Prüfung) und das anschließende Referendariat mit Zweitem Staatsexamen. Dieser Abschluss ist Voraussetzung für Anwaltszulassung, Richteramt und Staatsanwaltschaft.
LL.M. oder Fachanwalt-Lehrgang
Juristen mit erstem Abschluss vertiefen ihre Expertise durch einen Master of Laws (LL.M.) in Spezialgebieten wie Steuerrecht oder Wirtschaftsrecht oder erwerben einen der 24 Fachanwaltstitel der Bundesrechtsanwaltskammer.
Rechtsfachwirt oder Compliance Officer
Ohne volles Staatsexamen ermöglichen Qualifikationen wie der geprüfte Rechtsfachwirt oder Zertifikatslehrgänge im Compliance-Bereich den Einstieg in rechtlich geprägte Rollen, etwa in Rechtsabteilungen oder Behörden.
Ausbildung & Studium im Detail
Diese Programme führen am häufigsten in den Beruf:
Quereinstieg in 4 Schritten
Rund jede/r fünfte kommt aus einem anderen Beruf. So gelingt der Wechsel:
- Voraussetzungen prüfen. Stelle sicher, dass du die Hochschulzugangsberechtigung besitzt, und informiere dich über Numerus Clausus sowie Studienplatzvergabe an Wunschhochschulen für Rechtswissenschaften.
- Studium und Erstes Staatsexamen absolvieren. Wähle eine Universität mit guter Bibliotheksausstattung und aktiver Fachschaft, nutze Repetitorien zur Prüfungsvorbereitung und plane frühzeitig dein Schwerpunktsemester.
- Referendariat und Zweites Staatsexamen bestehen. Bewirb dich rechtzeitig beim Oberlandesgericht deines Bundeslandes, wähle Wahlstation strategisch für dein späteres Berufsfeld und bereite Aufsichtsarbeiten intensiv vor.
- Berufseinstieg gezielt angehen. Nutze Praktika, studentische Hilfsjobs in Kanzleien oder Unternehmen bereits während des Studiums, baue ein Netzwerk auf und bewerbe dich auf eine der über 2.280 aktuell ausgeschriebenen Stellen mit einem Einstiegsgehalt ab etwa 57.000 € pro Jahr.
Voraussetzungen & Skills
Gefragteste Fach-Skills
Persönliche Stärken
Das solltest du formal mitbringen
Was verdient ein Jurist?
Karriere & Aufstieg
Vorteile & Herausforderungen
Dafür spricht
- Hohes Ansehen und gesellschaftliche Verantwortung in einem zentralen Berufsfeld
- Überdurchschnittliches Gehalt mit Medianeinkommen von 68.000 € und deutlichem Aufwärtspotenzial
- Große Spezialisierungsvielfalt von Strafrecht bis IP, Steuerrecht oder internationales Wirtschaftsrecht
- Starke Nachfrage mit über 2.200 offenen Stellen und guten Karrierechancen in Kanzlei, Konzern und Staat
Das solltest du wissen
- Sehr langes und anspruchsvolles Ausbildungsweg von bis zu sieben Jahren bis zum Zweiten Staatsexamen
- Hoher Leistungsdruck, lange Arbeitszeiten besonders in großen Kanzleien und bei Prozessen
- Notendruck: Examensnoten entscheiden maßgeblich über Karrierechancen und Einstiegsgehalt
- Emotionale Belastung durch Konflikte, Mandantenschicksale und komplexe Interessenlagen
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Aktuelle Jurist-Stellen
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- Kostenlos, ohne Anmeldung
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis man als Jurist arbeiten darf?
Der klassische Weg dauert rund sechs bis sieben Jahre: vier bis fünf Jahre Studium bis zur Ersten Juristischen Prüfung und anschließend zwei Jahre Referendariat bis zum Zweiten Staatsexamen. Erst danach ist zum Beispiel die Zulassung als Rechtsanwalt möglich.
Was verdient ein Jurist beim Einstieg?
Berufseinsteiger verdienen in Deutschland im Schnitt rund 57.000 € brutto pro Jahr. In großen Wirtschaftskanzleien oder Konzernen kann das Einstiegsgehalt deutlich höher liegen, in kleineren Kanzleien oder beim Staat teilweise etwas darunter.
Welche Spezialisierungen sind besonders gefragt?
Aktuell besonders nachgefragt sind Datenschutzrecht, IT- und Technologierecht, Arbeitsrecht, Steuerrecht sowie Compliance. Auch M&A-Beratung und internationales Wirtschaftsrecht bieten attraktive Karrieremöglichkeiten mit überdurchschnittlicher Vergütung.
Kann man auch ohne Zweites Staatsexamen als Jurist arbeiten?
Ja, auch mit nur dem Ersten Staatsexamen oder einem juristischen Bachelor gibt es Einstiegsmöglichkeiten, etwa in Rechtsabteilungen, als Compliance Officer oder im öffentlichen Dienst. Die klassischen Berufe Anwalt, Richter und Notar setzen aber das Zweite Staatsexamen voraus.
Erstellt von der StudySmarter Karriere-Redaktion · Stand Juli 2026. Quellen: StudySmarter Jobbörse (703 ausgewertete Live-Stellen von 2.282 offenen) · Statistisches Bundesamt (Destatis) · Gehalts-Aufschlüsselung als gekennzeichnetes Marktmodell. Richtwerte.