Was macht ein Rechtsanwalt?
Ein Rechtsanwalt ist eine zugelassene Rechtspflegeperson, die natürliche und juristische Personen in rechtlichen Angelegenheiten berät, außergerichtlich vertritt und vor Gerichten aller Instanzen für ihre Interessen eintritt. In Deutschland verdient man im Median 68.000 € brutto pro Jahr, beim Einstieg rund 54.500 €.
Der Arbeitsalltag ist deutlich vielfältiger als das Klischee vom Gerichtssaal. Du analysierst Verträge, formulierst Schriftsätze, verhandelst Vergleiche und pflegst Mandantschaft, die von Privatpersonen bis zu DAX-Konzernen reicht. Spezialisierungen in Familienrecht, Strafrecht oder Wirtschaftsrecht eröffnen sehr unterschiedliche Karrierewege, Einstiegsgehälter von rund 57.000 Euro und klare Entwicklungsperspektiven in Kanzlei oder Unternehmen.
Typische Verantwortungsbereiche im Überblick:
So sieht ein typischer Arbeitstag aus
Wie wirst du Rechtsanwalt?
Es gibt nicht den einen Weg. Diese Routen führen in den Beruf:
Jurastudium und Zweites Staatsexamen
Erstes Staatsexamen nach dem Rechtswissenschaftsstudium (mind. 8 Semester), dann zwei Jahre Referendariat mit Zweitem Staatsexamen. Anschließend Zulassung bei der Rechtsanwaltskammer beantragen.
Fachanwaltschaft nach Zulassung
Nach der Zulassung kann eine Fachanwaltschaft (z. B. Familienrecht, IT-Recht) über Fachlehrgänge und Falllisten erworben werden. Das stärkt Spezialprofil und Honorarpotenzial deutlich.
Syndikusrechtsanwalt in Unternehmen
Juristinnen und Juristen mit Staatsexamen steigen direkt als Syndikusrechtsanwälte in Legal- oder Compliance-Abteilungen ein, ohne klassische Kanzleilaufbahn. Zulassung als Syndikusrechtsanwalt ist separat zu beantragen.
Ausbildung & Studium im Detail
Diese Programme führen am häufigsten in den Beruf:
Quereinstieg in 4 Schritten
Rund jede/r fünfte kommt aus einem anderen Beruf. So gelingt der Wechsel:
- Staatsexamen ablegen. Schreibe dich an einer juristischen Fakultät ein, absolviere das Grundstudium und lege das Erste Juristische Staatsexamen (Erste Prüfung) ab. Ohne diesen Abschluss ist der Zugang zum Referendariat verschlossen.
- Referendariat erfolgreich beenden. Bewirb dich bei einem Oberlandesgericht deines Bundeslandes für den zweijährigen Vorbereitungsdienst und schließe ihn mit dem Zweiten Staatsexamen (Zweite Juristische Prüfung) ab.
- Zulassung als Rechtsanwalt beantragen. Reiche den Zulassungsantrag bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer ein, weise Berufshaftpflichtversicherung nach und leiste den Anwaltseid oder die Bekräftigung.
- Netzwerk aufbauen und Spezialisierung wählen. Tritt dem Deutschen Anwaltverein (DAV) bei, suche dir eine Kanzlei oder ein Unternehmen für den Einstieg und plane frühzeitig, in welchem Rechtsgebiet du eine Fachanwaltschaft anstreben möchtest.
Voraussetzungen & Skills
Gefragteste Fach-Skills
Persönliche Stärken
Das solltest du formal mitbringen
Was verdient ein Rechtsanwalt?
Karriere & Aufstieg
Vorteile & Herausforderungen
Dafür spricht
- Hohes Einkommenspotenzial: Medianlohn 68.000 Euro, in Großkanzleien und Partnerpositionen deutlich mehr
- Gesellschaftliche Relevanz: Du sicherst Grundrechte und hilfst Menschen in existenziell wichtigen Situationen
- Vielseitigkeit: Keine Woche gleicht der anderen, Mandatsspektrum und Rechtsgebiete sind breit wählbar
- Starke Arbeitsmarktlage: Bundesweit rund 5.698 offene Stellen und strukturell hohe Nachfrage nach Juristinnen und Juristen
Das solltest du wissen
- Langer Ausbildungsweg: Mindestens 6 bis 7 Jahre vom Studienstart bis zur Zulassung
- Hohes Stressniveau durch starre Fristen, Gerichtstermine und komplexe Interessenkonflikte
- Selbstständige Anwälte tragen volles unternehmerisches Risiko und müssen Mandantschaft aktiv akquirieren
- Emotionale Belastung durch Konfrontation mit belastenden Lebenssituationen der Mandantschaft
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Häufige Fragen
Was verdient man als Rechtsanwalt in Deutschland?
Der Medianlohn liegt bei rund 68.000 Euro brutto im Jahr. Berufseinsteiger starten typischerweise bei etwa 57.000 Euro. In Großkanzleien oder als Partner sind sechsstellige Jahresgehälter möglich, während in kleinen Kanzleien und ländlichen Regionen die Einkommen teils darunter liegen.
Wie lange dauert es, bis man als Rechtsanwalt arbeiten kann?
Mindestens sechs bis sieben Jahre: rund vier bis fünf Jahre Rechtswissenschaftsstudium bis zum Ersten Staatsexamen und anschließend zwei Jahre Referendariat mit Zweitem Staatsexamen. Erst danach ist die Zulassung zur Rechtsanwaltskammer möglich.
Kann ich als Rechtsanwalt ohne eigene Kanzlei arbeiten?
Ja, die meisten Einsteiger arbeiten als angestellte Anwältinnen oder Anwälte in Kanzleien oder als Syndikusrechtsanwälte in Unternehmen, Verbänden oder Behörden. Eine eigene Kanzlei ist nicht Voraussetzung für die Zulassung, aber eine Option mit mehr Selbstbestimmung.
Welche Fachanwaltschaft lohnt sich besonders?
Das hängt von deinen Interessen und dem regionalen Markt ab. Arbeitsrecht, Familienrecht und Erbrecht sind nachfragestarke Gebiete für breite Mandantschaft. IT-Recht, Datenschutz und Wirtschaftsrecht sind besonders zukunftssicher und bieten in Unternehmenskanzleien hohe Verdienstchancen.
Erstellt von der StudySmarter Karriere-Redaktion · Stand Juli 2026. Quellen: StudySmarter Jobbörse (974 ausgewertete Live-Stellen von 5.698 offenen) · Statistisches Bundesamt (Destatis) · Gehalts-Aufschlüsselung als gekennzeichnetes Marktmodell. Richtwerte.