Ausbildung Anlagenführer

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Es ist sechs Uhr am Morgen. Während andere gerade erst aufstehen, bist Du bereits in der Produktionshalle, kontrollierst die Betriebsabläufe und überprüfst, ob jede Maschine einwandfrei funktioniert. Das ist der Alltag als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer.

Doch was machst Du eigentlich in der Ausbildung? Welches Gehalt bekommst Du und welche Möglichkeiten gibt es für Deine Karriere und Weiterbildung? Wenn Du körperlich fit, handwerklich geschickt, umsichtig und sorgfältig bist, erfüllst Du bereits die ersten Voraussetzungen, um als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer zu arbeiten.

Maschinen- und Anlagenführerin / Maschinen- und Anlagenführer – Tätigkeiten und Aufgaben

Maschinen- und Anlagenführerin / Maschinen- und Anlagenführer – Tätigkeiten und Aufgaben

Als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer bist Du die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Während Deiner Arbeit trägst Du häufig Schutzkleidung. Zudem musst Du mit Schicht- und Wochenenddiensten rechnen. Zu Deinen Aufgaben und Tätigkeiten als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer gehören:

Bedienung
  • Inbetriebnahme von Anlagen
  • Bedienung von Fertigungsmaschinen
Überwachung
  • Betriebsabläufe
  • Produktionsprozesse
Einlagerung
  • Warenlagerung
Reparatur
  • Instandhaltung von Maschinen und Anlagen
  • Umrüstung und Anpassung
Maschinen- und Anlagenführerin / Maschinen- und Anlagenführer – Ausbildung

Maschinen- und Anlagenführerin / Maschinen- und Anlagenführer – Ausbildung

Die Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin bzw. zum Maschinen- und Anlagenführer dauert zwei Jahre. Damit ist sie verhältnismäßig kurz. Bei guten Leistungen ist es möglich, auf bis zu eineinhalb Jahre zu verkürzen.

Maschinen- und Anlagenführerin / Maschinen- und Anlagenführer – Prüfung

Die Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin bzw. zum Maschinen- und Anlagenführer ist dual aufgebaut. Das bedeutet, dass Du praktische Fähigkeiten in einem Betrieb vor Ort erlernst und nebenbei Dein theoretisches Fachwissen in der Berufsschule vertiefst. Am Anfang des zweiten Ausbildungsjahres erwartet Dich Deine erste Prüfung. Die zweite Prüfung folgt am Ende der Ausbildung. Sie besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil und wird von der IHK abgenommen.

Maschinen- und Anlagenführerin / Maschinen- und Anlagenführer – Gehalt & Inhalt der Ausbildung

Dein Gehalt in der Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin bzw. zum Maschinen- und Anlagenführer ist abhängig von Deinem Betrieb und steigt im zweiten Ausbildungsjahr. Die folgende Tabelle zeigt Dir nicht nur, mit welchem Gehalt Du rechnen kannst, sondern auch, welche Inhalte Du in der Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin bzw. zum Maschinen- und Anlagenführer vermittelt bekommst:

Ausbildungsjahre als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer Inhalte der Ausbildung Gehalt
Erstes Ausbildungsjahr
  • Werkstoffkunde
  • Bedienung von Maschinen
  • Wartung und Instandhaltung
  • Kontrolle und Ergebnisbewertung
830–930 Euro brutto
Zweites Ausbildungsjahr
  • Schwerpunktwahl
  • Vertiefung
910–980 Euro brutto

Im zweiten und letzten Ausbildungsjahr als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer hast Du die Wahl, Deine Fähigkeiten in einem bestimmten Branchenbereich zu vertiefen. Zwischen folgenden Schwerpunkten kannst Du wählen:


  • Kunststoff- und Metallindustrie
  • Texttechnik
  • Textilveredelung
  • Lebensmittelindustrie
  • Druck- und Paperindustrie

Welche Schwerpunkte Du wählen kannst, hängt in der Regel auch von Deinem Ausbildungsbetrieb fest. Im Idealfall überlegst Du Dir also bereits vor Deiner Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin bzw. zum Maschinen- und Anlagenführer, in welche Branche Du einsteigen möchtest.


Nach der Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin bzw. zum Maschinen- und Anlagenführer liegt Dein Einstiegsgehalt zwischen 1.700 und 2.100 Euro brutto im Monat. Mit steigender Berufserfahrung erhöht sich auch Dein Gehalt. Durchschnittlich verdient eine Maschinen- und Anlagenführerin bzw. ein Maschinen- und Anlagenführer monatlich knapp 2.900 Euro brutto.


Maschinen- und Anlagenführerin / Maschinen- und Anlagenführer – Ausbildungsbetriebe

Als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer kannst Du in allen Bereichen tätig sein, in denen Maschinen zum Einsatz kommen. Auch wenn Sie den Menschen heutzutage eine große Menge an Arbeit abnehmen, so braucht es dennoch eine geübte Hand zum Bedienen und um regelmäßige Kontrollen sowie Wartungsvorgänge durchzuführen. Charakteristische Arbeitsplätze als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer sind:


  • Werkstätten
  • Produktionshallen

Abhängig von Deinem gewählten Schwerpunkt kannst Du als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer in nahezu allen industriellen Produktionsbetrieben arbeiten. Beendest Du die Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin oder zum Maschinen- und Anlagenführer mit einem guten Zeugnis, ist es außerdem wahrscheinlich, dass Du von Deinem Ausbildungsbetrieb übernommen und fest angestellt wirst.

Maschinen- und Anlagenführerin / Maschinen- und Anlagenführer – Karriere

Eine Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin bzw. zum Maschinen- und Anlagenführer bietet Dir zahlreiche Optionen für Deine weitere Karriere. So kannst Du beispielsweise zwischen verschiedenen Arten der Weiterbildung wählen – oder sogar ein Studium abschließen.

Maschinen- und Anlagenführerin / Maschinen- und Anlagenführer – Weiterbildung

Die folgende Tabelle zeigt Dir, welche Möglichkeiten zur WeiterbildungDu als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer hast:

Weiterbildung als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer Aufgaben und Tätigkeiten nach der Weiterbildung
Feinwerkmechaniker:in
  • Herstellung von Bauteilen aus Metall, Holz oder Kunststoff
  • Anfertigung technischer Zeichnungen
  • Beratung von Kundinnen und Kunden
  • Flächenberechnung
Werkzeugmechaniker:in
  • Arbeit mit computergesteuerten Maschinen
  • Zusammensetzen von Maschinen aus Einzelteilen
  • Herstellung von medizinischen Instrumenten, Gussformen oder Druckwerkzeugen
Zerspanungsmechaniker:in
  • Zusammenbau von einzelnen Teilen zu größeren Baugruppen
  • Berechnung von Längen, Flächen und Rauminhalten
  • Herstellung von präzisen Bauteilen durch Verfahren wie Bohren, Fräsen, Drehen oder Schleifen
Industriemeister:in
  • Selbstständigkeit
  • Führungsposition
  • Personalverwaltung
  • Ausbildung

Die Tätigkeiten als Feinwerkmechaniker:in, Werkzeugmechaniker:in und Zerspanungsmechaniker:in sind eigenständige Ausbildungsberufe. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin bzw. zum Maschinen- und Anlagenführer kannst Du Dir jedoch zwei Jahre auf die sonst dreijährige Ausbildung anrechnen lassen. Die Weiterbildung dauert also nur zwölf Monate.


Maschinen- und Anlagenführerin / Maschinen- und Anlagenführer – Studium

Entscheidest Du Dich nach Deiner Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin bzw. zum Maschinen- und Anlagenführer für ein Studium und nicht für eine betriebliche Weiterbildung, stehen Dir folgende Studiengänge offen:


  • Produktionstechnik
  • Papiertechnik
  • Maschinenbau
Maschinen- und Anlagenführerin / Maschinen- und Anlagenführer – Voraussetzungen

Maschinen- und Anlagenführerin / Maschinen- und Anlagenführer – Voraussetzungen

Um eine Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin bzw. zum Maschinen- und Anlagenführer abzuschließen, braucht es rein rechtlich gesehen keinen besonderen Schulabschluss. Viele Unternehmen stellen jedoch bevorzugt Auszubildende mit Mittlerer Reife oder einem Hauptschulabschluss ein. Erfüllst Du folgende Voraussetzungen, steht Deiner Karriere als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer nichts mehr im Wege:


  • handwerkliches Geschick und technisches Verständnis: Du arbeitest nicht in einem Büro, sondern musst aktiv mitanpacken. Nicht nur solltest Du die Technik verstehen, mit der Du zu tun hast, auch solltest Du handwerklich geübt, schnell und geschickt in ihrem Umgang sein.
  • Sorgfalt und Umsicht: Die Arbeit auf großen Anlagen ist nicht immer ungefährlich, daher solltest Du stets umsichtig handeln und Deine Aufgaben sorgfältig erledigen.
  • Selbstorganisation: Du solltest in der Lage sein, Dich sowie Deine Maschinen und Aufgaben zu organisieren und dabei stets einen Gesamtüberblick behalten.
  • Physikkenntnisse: Nicht nur gute Noten, auch physikalisches Interesse bietet eine gute Grundlage, auf der Du Deine Karriere als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer aufbauen kannst.
  • körperliche Fitness: Da auch die Arbeit mit Maschinen mitunter sehr anstrengend sein kann, solltest Du unbedingt gesund und körperlich belastbar sein.
  • Teamfähigkeit: In großbetrieblichen Produktionshallen arbeitest Du eng mit anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen. Auch für die Planung der Schichten ist es wichtig, dass Du in der Lage bist, Dich mit anderen abzusprechen, damit Prozessabläufe nicht zum Erliegen kommen.

Maschinen- und Anlagenführerin / Maschinen- und Anlagenführer – Steckbrief

  • Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer – Aufgaben und Tätigkeiten:
    • Inbetriebnahme und Instandhaltung von Anlagen
    • Bedienung, Umrüstung und Reparatur von Fertigungsmaschinen
    • Überwachung von Fertigungsprozessen und Produktionsabläufen
  • Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer – Ausbildung: Die Ausbildungsdauer zur Maschinen- und Anlagenführerin bzw. zum Maschinen- und Anlagenführer beträgt 2 Jahre. Es erwartet Dich je eine Prüfung am Anfang und am Ende des zweiten Ausbildungsjahres. Inhalte der Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin bzw. zum Maschinen- und Anlagenführer sind z. B.:
    • Werkstoffkunde
    • Bedienung von Maschinen
    • Wartung und Instandhaltung
    • Kontrolle und Ergebnisbewertung
  • Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer – Gehalt:
    • Erstes Ausbildungsjahr: 830 bis 930 Euro brutto
    • Zweites Ausbildungsjahr: 910 bis 980 Euro brutto
    • Einstiegsgehalt: 1.700 bis 2.100 Euro brutto
  • Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer – Weiterbildung: Optionen für die Karriere und Weiterbildung als Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer können sein:
    • Industriemeister:in
    • Feinwerkmechaniker:in
    • Werkzeugmechaniker:in
    • Zerspanungsmechaniker:in
  • Maschinen- und Anlagenführerin bzw. Maschinen- und Anlagenführer – Voraussetzungen: Für eine Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin bzw. zum Maschinen- und Anlagenführer braucht es keinen vorgeschriebenen Schulabschluss. Voraussetzungen für eine duale Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin oder zum Maschinen- und Anlagenführer sind unter anderem jedoch:
    • körperliche Belastbarkeit
    • handwerkliches Geschick
    • Sorgfalt und Umsicht

FAQs

Als Maschinen- und Anlagenführer/in sind Sie für die Bedienung, Wartung und Überwachung von Produktionsmaschinen und -anlagen zuständig. Sie rüsten und modernisieren diese, bereiten Arbeitsabläufe vor und kontrollieren die Qualität der Produkte. Auch das Erkennen und Beheben von Störungen gehört zu Ihren Aufgaben.

Die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer/in dauert üblicherweise 2 Jahre. Während der Ausbildung lernt man die Bedienung, Wartung und Überwachung von Maschinen und Fertigungsanlagen. Zudem werden Kenntnisse in der Qualitätssicherung und in der Behebung von Störungen vermittelt.

Nach einer Ausbildung als Maschinen- und Anlagenführer/in gibt es mehrere Weiterbildungsmöglichkeiten. Sie können sich beispielsweise zum Industriemeister Fachrichtung Metall oder Industriemeister Fachrichtung Kunststoff und Kautschuk weiterbilden. Darüber hinaus ist eine Weiterbildung zum Techniker im Bereich Maschinentechnik möglich. Auch eine Spezialisierung in Form einer Zusatzqualifikation in spezifischen Bereichen ist denkbar.

Die grundlegenden Voraussetzungen für eine Ausbildung als Maschinen- und Anlagenführer/in sind in der Regel: – Ein guter Hauptschulabschluss oder mittlerer Bildungsabschluss – Technisches Verständnis und handwerkliches Geschick – Teamfähigkeit und sorgfältige Arbeitsweise – Schicht- und Bereitschaftsdienst sollte für Sie kein Problem sein.
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