Ausbildung Anlagenmechaniker

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Gerade stellst Du die Dusche nach einem anstrengenden Tag ab, als Dir auffällt, dass etwas nicht stimmt: Das Wasser fließt nicht richtig ab. Frustriert machst Du Dich fertig und versuchst mit einem Pömpel das Wasser zum Ablaufen zu bringen. Vielleicht hat sich bis morgen alles erledigt, denkst Du Dir. Am nächsten Tag besteht das Problem immer noch und Du rufst beim Sanitärdienst an. Wer ist eigentlich dafür zuständig, dass Rohre in einem Haus richtig angebracht sind, fragst Du Dich?
Anlagenmechanikerin / Anlagenmechaniker – Aufgaben & Tätigkeiten

Anlagenmechanikerin / Anlagenmechaniker – Aufgaben & Tätigkeiten

Als Anlagenmechaniker oder Anlagenmechanikerin können Deine Aufgaben in verschiedene Bereiche eingeteilt werden:
Planung
  • Erstellung von Wartungsplänen
  • Zuteilung von Materialien zu den Auftragen
  • Kontakt zu Kunden und Kundinnen
Herstellung
  • Herstellung von Bauteilen
  • Rohre biegen, Bleche schneiden, Spezialbausteine stanzen
Montage
  • Arbeit auf der Baustelle, in einer Lagerhalle
  • Prüfung und Behebung von Fehlern nach der Montage
Instandhaltung
  • Durchführen von regelmäßigen Wartungsarbeiten
Dein Arbeitstag kann als Anlagenmechanikerin oder Anlagenmechaniker also verschieden aussehen, es kommt ganz darauf an, was an dem Tag ansteht. Häufig ist es aber auch – gerade in größeren Betrieben – so, dass Du Dich auf einen Aufgabenbereich spezialisieren kannst. Das bedeutet, wenn Deine Spezialisierung in der Herstellung liegt, wirst Du vermutlich seltener bei der Montage vor Ort sein.
Anlagenmechanikerin / Anlagenmechaniker – Ausbildung

Anlagenmechanikerin / Anlagenmechaniker – Ausbildung

Eine Ausbildung zur Anlagenmechanikerin oder zum Anlagenmechaniker dauert in der Regel 3,5 Jahre.
In diesen Jahren kommt es auf das Bundesland und Deinen Betrieb an, ob Du in der Woche ein paar Tage im Unternehmen und dann in der Schule bist, oder ob Du einige Monate jeweils im Betrieb und anschließend in der Schule lernst. In beiden Fällen wird die Ausbildung jedoch als eine duale gehandhabt.
Da die meisten Unternehmen sich in eine Richtung spezialisieren, bieten die Berufsschulen auch überbetriebliche Ausbildungsstätten an, in denen zusätzliche praktische Inhalte übermittelt werden können.
In folgender Tabelle findest Du Informationen zu den Inhalten der einzelnen Lehrjahre des Anlagenmechanikers bzw. der Anlagenmechanikerin:

Verlauf der Ausbildung zum Anlagenmechaniker bzw. zur Anlagenmechanikerin Inhalte Gehalt im Monat (brutto)
1. Lehrjahr
  • berufliche Grundbildung
    • Deutsch, Mathematik Wirtschaft,- und Sozialkunde
  • Kundenkontakt
  • Informationsweiterleitung
  • Planung und Dokumentation
  • Qualitätsmanagement
  • Informationen beschaffen, weiterleiten und bewerten
  • allgemeine Mess- und Prüfmethoden
550 Euro bis 750 Euro
2. Lehrjahr
  • Anfertigung von Bauteilen mit der Hand und Maschinen
  • Wartung, Montage, Inbetriebnahme und Verbindung von Systemen
570 Euro bis 850 Euro
3. und 4. Lehrjahr
  • Vertiefung der Kenntnisse
    • Systeme und Bauelemente
    • Geschäftsprozesse
    • Sicherstellen der Qualität der Anlagen
3. Lehrjahr: 650 Euro bis 950 Euro
4. Lehrjahr: 690 Euro und 1.050 Euro
Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres erwartet Dich der erste Teil Deiner Abschlussprüfung.
Je nachdem, in welchem Betrieb Du Dich für eine Ausbildung zur Anlagenmechanikerin bzw. zum Anlagenmechaniker entschieden hast, wirst Du Dich außerhalb der Berufsschule vermutlich auf einen Bereich spezialisieren. Einige davon findest Du im Folgenden:
  • Anlagenbau
  • Apparate- und Behälterbau
  • Instandhaltung
  • Rohrsystemtechnik
  • Schweißtechnik

Der zweite Teil Deiner Abschlussprüfung findet am Ende Deiner Ausbildung statt.

Anlagenmechanikerin / Anlagenmechaniker – Alternative Ausbildung


Eine Ausbildung, die nicht nur namentlich ähnlich ist, sondern auch inhaltlich der Anlagenmechanikerin oder dem Anlagenmechaniker ähnelt, ist die Anlagenmechanikerin oder der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, kurz SHK. Die meisten Auszubildenden des SHK verdienen im Schnitt ein wenig besser als eine klassische Anlagenmechanikerin oder ein klassischer Anlagenmechaniker. So liegt hier der Stundenlohn vorwiegend bei ca. 19 Euro.
Zu den Aufgaben des SHK gehören ebenfalls die Herstellung von Bauteilen, wie Blechen, Rohren und Kunststoffen. Der Fokus liegt jedoch mehr auf Maschinen, also Anlagen, die mit dem Sanitär, der Heizung und der Klimatechnik zu tun haben, wie der Name schon vorschlägt. Das heißt
  • Dichtung und Dämmung,
  • Versorgungsanlagen,
  • Entsorgungsanlagen,
  • elektrische Leitungen und
  • umweltgerechte Reinigung von Anlagen, sind Thematiken, mit denen sich SHKs beschäftigen.

Meistens spezialisieren sich Auszubildende hier auf einen der Bereiche. Auch eine Spezialisierung für erneuerbare Energien und Umwelttechnik ist in dieser Ausbildung möglich.

Anlagenmechanikerin / Anlagenmechaniker – Einstiegsgehalt


Wenn Du Deine Ausbildung abgeschlossen hast, wird sich auch Dein Gehalt noch einmal nach oben anpassen. Das Einstiegsgehalt für Anlagenmechanikerinnen und Anlagenmechaniker liegt zwischen 1.600 Euro und 2.200 Euro brutto.

Anlagenmechanikerin / Anlagenmechaniker – Mögliche Ausbildungsbetriebe


Fragst Du Dich, welche Betriebe für eine Ausbildung zur Anlagenmechanikerin oder zum Anlagenmechaniker in Frage kommen? Die meisten Auszubildenden wählen Unternehmen, die eher mittelständisch oder klein sind, da sich diese Unternehmen in ihrem Umfeld befinden. Aber auch größere Unternehmen bieten Möglichkeiten, die Ausbildung zum zur Anlagenmechanikerin bzw. zum Anlagenmechaniker bei ihnen abzuschließen.

Anlagenmechanikerin / Anlagenmechaniker – Bewerbung


Am besten startest Du damit, Dich über die Ausbildung zu informieren. Denn wie in jedem Beruf gilt es: je mehr Du bereits weißt, desto mehr kannst Du punkten. Zu Deiner Bewerbung gehören immer
  • ein Anschreiben,
  • ein Lebenslauf und
  • Dein letztes Zeugnis.

Für Anschreiben und Lebensläufe gibt es Hunderte Vorlagen, an denen Du Dich orientieren kannst, wenn Du Dir ein Layout überlegst.

Header und Einleitung


Im Header, oder auch Briefkopf, schreibst Du alle wichtigen Adressdaten. Also zum einen die Adresse und Deine Ansprechperson im Betrieb und zum anderen Deine eigene Anschrift. Außerdem gehören das aktuelle Datum und ein Betreff dazu. In Deinem Betreff schreibst Du, wofür Du Dich bewirbst. Also zum Beispiel:

Nach dem Header kommt Dein eigentliches Anschreiben, das Du natürlich mit einer Anrede formulierst. Als Nächstes schreibst Du, wo Du die Stellenanzeige gefunden hast. Zum Beispiel im Internet oder oldschool in einer Zeitung. Vielleicht hat Dich auch eine Handwerkerin oder ein Handwerker darauf hingewiesen, dass in seinem oder ihrem Betrieb noch Leute gesucht werden, als er oder sie Deine Rohre in der Wohnung geprüft hat. Auch das kannst Du in der Einleitung schreiben.

Hauptteil


Dein nächster Schritt ist es, den Betrieb davon zu überzeugen, dass Du der oder die Richtige für den Job bist. Das heißt, Du stellst Dir drei Fragen und beantwortest sie in dieser Reihenfolge:
  • Warum möchtest Du Anlagenmechanikerin oder Anlagenmechaniker werden?
  • Warum bist ausgerechnet Du für diesen Job gemacht?
  • Warum möchtest Du bei dem Unternehmen arbeiten, bei dem Du Dich bewirbst?

Für die erste und die dritte Frage ist es wieder wichtig, dass Du weißt, welche Aufgaben auf Dich zukommen und warum die Firma heraussticht. Bei der zweiten Frage redest Du über Dich, Deinen Abschluss, Deine Hobbys, Stärken und vielleicht Praktika, die Du in dem Bereich schon gemacht hast.
Wenn Du etwas über Dich erzählst, solltest Du Dich aber auch immer fragen, ob die Information wichtig für den Betrieb ist. Bist Du zum Beispiel besonders offen? Schreib es rein, das zeigt, dass Du bereit bist, mit Kundinnen und Kunden zu arbeiten.

Schluss


Zum Schluss bittest Du darum, zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden und verabschiedest Dich mit einer Grußformel. Vergiss auch nicht zu unterschreiben. Mit einem Hinweis auf Deine Anlagen verweist Du schließlich auf Deinen Lebenslauf, Zeugnisse und mögliche Praktikumsberichte. Und im Nu hast Du vielleicht eine neue Ausbildungsstelle in Deinem Lieblingsunternehmen.

Anlagenmechanikerin / Anlagenmechaniker – Weiterbildung

Als Anlagenmechanikerin oder Anlagenmechaniker hast Du die Möglichkeit, Dich in verschiedene Richtungen weiterzubilden. Die häufigsten Zusatzqualifikationen sind:

  • Systemintegration
  • Prozessintegration
  • IT-gestützte Anlagenänderung

Die Weiterbildungen sind vorwiegend darauf fokussiert, mehr IT-Prozesse zu involvieren, sodass Du auch lernst, wie die Software hinter den Anlagen funktioniert. Anlagenmechanikerinnen und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik können außerdem Weiterbildungen als Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten abschließen. Zudem können SHK mit der Mittleren Reife ihre Kompetenzen im internationalen Rahmen als Europaassistent oder Europaassistentin weiter ausweiten.

Anlagenmechanikerin / Anlagenmechaniker – Voraussetzungen

Anlagenmechanikerin / Anlagenmechaniker – Voraussetzungen

Es gibt keine rechtlichen Anforderungen an die Ausbildung zur Anlagenmechanikerin oder zum Anlagenmechaniker. Viele Betriebe setzen jedoch einen Hauptschulabschluss oder eine Mittlere Reife voraus. Wenn Du zusätzlich mit guten Noten abgeschlossen hat, kann das Deine Chancen im Unternehmen erhöhen.
Persönlich gibt es jedoch einige Voraussetzungen für die Ausbildung zur Anlagenmechanikerin oder zum Anlagenmechaniker, die Du mitbringen solltest.

  • körperliche Belastbarkeit: Ausdauer, Körperkraft und gesunde Atemwege sind wichtig, da Du oft schwere Anlagen transportieren und unter anderem in unbeheizten Gebäuden arbeiten wirst. Besonders die Montage kann dem Körper viel abverlangen. Im Einzelfall musst Du auch eine ärztliche Untersuchung vorlegen, die bestätigt, dass Du körperlich geeignet für den Beruf bist.
  • handwerkliches Interesse und Geschick: Der Beruf ist nicht für das Büro ausgelegt, sondern erfordert, dass Du anpackst und dabei verstehst, was Du tust.
  • mathematische Fähigkeiten: besonders bei der Planung und Vorbereitung solltest Du in der Lage sein zu verstehen, was hinter den einzelnen Prozessen und Anlagen steht.
  • sorgfältiges Arbeiten: Wenn die Dichtung der Heizung nicht richtig funktioniert, kann das zu fatalen Folgen führen. Deshalb ist es wichtig, dass Du stets achtsam und zuverlässig bei der Arbeit bist.
  • Flexibilität: Insbesondere in der Montage wirst Du oft an unterschiedlichen Arbeitsplätzen arbeiten und solltest Dich nicht von beispielsweise langen Anfahrten abschrecken lassen.
  • selbständiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten: Du solltest in der Lage sein, selbst Pläne aufzustellen und zu wissen, welches Werkzeug Du wann benötigst. Außerdem solltest Du gewährleisten, dass Deine Arbeit für Dich und andere sicher ist.

Anlagenmechaniker / Anlagenmechanikerin – Steckbrief

  • Aufgaben von Anlagenmechanikern und Anlagenmechanikerinnen sind:
    • Planung
    • Herstellung, Montage & Instandhaltung von Bauteilen
  • Der Stundenlohn beträgt in der Regel ca. 19 Euro.
  • Die Ausbildungsdauer für Anlagenmechaniker und Anlagenmechanikerinnen beträgt 3,5 Jahre.
    • Inhalte: Kundenkontakt, Mess- und Prüfmethoden, Wartung, Montage und Inbetriebnahme von Systemen, Geschäftsprozesse
    • Betriebliche Spezialisierungen im Anlagenbau, der Instandhaltung, der Rohrsystemtechnik oder der Schweißtechnik sind möglich.
  • Weiterbildungen für Anlagenmechaniker und Anlagenmechanikerinnen können sein:
    • Systemintegration
    • Prozessintegration
    • IT-gestützte Anlagenänderung
  • Voraussetzungen für eine duale Ausbildung als Anlagenmechaniker oder Anlagenmechanikerin sind:
    • körperliche Belastbarkeit
    • handwerkliches Geschick
    • Sorgfalt

FAQs

Ein Anlagenmechaniker ist verantwortlich für die Installation, Wartung und Reparatur von verfahrenstechnischen Systemen. Dazu gehören z.B. Heizungs-, Klima- und Sanitäranlagen. Sie arbeiten auch mit verschiedenen Werkstoffen wie Metall und Kunststoff.

Die Ausbildung zum Anlagenmechaniker dauert in der Regel 3,5 Jahre. Während der Ausbildung lernen Sie verschiedene Fertigkeiten wie Montage und Installation von Anlagen und Systemen, Wartung und Reparatur, Arbeitsvorbereitung und technische Kommunikation. Sie erwerben auch Kenntnisse in der Fertigungstechnik, der Maschinen- und Prozesstechnik sowie der Steuerungs- und Regelungstechnik.

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung zum Anlagenmechaniker liegt in Deutschland durchschnittlich zwischen 2.000 und 2.500 Euro brutto monatlich. Es kann jedoch je nach Region, Unternehmensgröße und Erfahrung variieren.

Für die Ausbildung zum Anlagenmechaniker sollte man mindestens einen Hauptschulabschluss haben. Technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und Mathekenntnisse sind ebenfalls wichtig. Zudem sollte man körperlich fit sein, da die Arbeit oft körperlich anstrengend sein kann.
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