Ausbildung Bankkaufmann

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Kennst Du noch den Weltspartag? Das ist ein Tag in der letzten Oktoberwoche, in der Kinder mit ihren Sparbüchern zur Bank gehen konnten, um sich eine Belohnung abzuholen. Oft gab es dann eine coole Sparbüchse und ein Comicheft dazu.


Heute ist das Sparen nicht mehr so leicht, da die Zinsen, also die Prozente, die es auf einen ersparten Betrag gibt, nicht mehr sehr hoch sind. Aber warum ist das so? Und was sind eigentlich die Aufgaben einer Bank?


Du hast ein Händchen für Zahlen und interessierst Dich dafür, welche Prozesse hinter dem Bankenwesen stecken? Außerdem möchtest Du bereits in der Ausbildung ein möglichst hohes Gehalt? Dann ist eine Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau vielleicht genau Dein Ding.

Bankkaufkrau / Bankkaufmann– Aufgaben

Bankkaufkrau / Bankkaufmann– Aufgaben

Bevor Du eine Entscheidung triffst, fragst Du Dich sicher: Was macht eigentlich ein Bankkaufmann oder eine Bankkauffrau?
Bankkaufleute beschäftigen sich je nach Bank, in der sie angestellt sind, mit verschiedenen Bereichen. In einer Sparkasse oder Volksbank zum Beispiel sind viele Bankkaufleute am Schalter in einer Filiale und geben direkte Kundenberatung. Bei Banken wie der Consors Bank oder der Deutschen Bank spielen sich die Aufgaben von Bankangestellten eher im Backoffice ab, da diese Banken oft ohne direkten Kundenkontakt agieren.
Deine Aufgaben als Bankkaufmann oder Bankkauffrau können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Kundenberatung und Durchführung von Kundenaufträgen: Dazu gehören Eröffnungen von Konten, Kreditanträge, Abheben von Geld, Wertpapierhandel und Währungstausch.
  • Erstellung von Finanzkonzepten: Kredite, Versicherungen, Bausparverträge und Altersvorsorge sind Verträge, die meist über einen langen Zeitraum ablaufen, deshalb ist es wichtig sie im Voraus zu planen, sodass Kundinnen, Kunden und Bank zufrieden sind.
  • Rechnungswesen: besonders im Backoffice wirst Du mit Bank-internen Aufgaben zu tun haben. Dafür kannst Du im Personalbereich einer Bank arbeiten oder Kostenanalysen durchführen.


Übrigens, in vielen Banken gilt immer noch ein recht formeller Dresscode. Das heißt, Du wirst wahrscheinlich viele Anzüge, Hemden, Kleider oder knielange Röcke tragen. Diese Kleiderordnung ist heutzutage jedoch nicht mehr so streng, sodass häufig Jeans und Hemd oder auch mal T-Shirts in Ordnung sind. Frage am besten bereits im Bewerbungsgespräch, wie der Dresscode aussieht oder schaue Dir beim nächsten Bankbesuch an, wie die Leute dort gekleidet sind. Häufig gelten im Kundenkontakt jedoch andere Regeln, als in anderen Bereichen der Bank, wo Du höchstens mit Kundinnen oder Kunden telefonierst.
Meistens arbeitest Du in einer Bank in Vollzeit, 37 bis 40 Stunden in der Woche. Die Arbeitszeiten orientieren sich größtenteils daran, wann die Bank geöffnet hat. Wenn Du allerdings nicht im direkten Kundenbereich arbeitest, kannst Du Deine Arbeitszeiten auch etwas flexibler mit Gleitzeit gestalten.

Bankkauffrau / Bankkaufmann– Ausbildung

Um mit Deinen zukünftigen Aufgaben in einer Bank vertraut zu werden, absolvierst Du eine meist dreijährige, duale Berufsausbildung. Mit einem guten Abitur ist es sogar möglich, die Ausbildung auf bis zu 1,5 Jahre zu verkürzen. In dieser Zeit findet abwechselnd theoretischer Unterricht an einer Berufsschule und praktische Ausbildung im Ausbildungsbetrieb statt.
Seit 2020 liegt in der Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau ein größerer Fokus der Ausbildung auf dem Kundenkontakt. Des Weiteren wirst Du herkömmliche Fächer wie Mathematik, Deutsch, Englisch und Wirtschaft an der Berufsschule lernen. Vor allem im Wirtschaftsbereich lernst Du neben Kontoführung einige der folgenden Kompetenzen in der Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau:


  • Spar- und Anlagengeschäfte: Welche Möglichkeiten gibt es hierfür und wie lassen sich diese planen. Dazu gehören z. B. Bausparverträge und Aktienanlagen.
  • Bonitätsprüfung: Hier prüfst Du die Ein- und Ausgaben der Kundinnen und Kunden der Bank und ob sie z. B. für einen Kredit in Frage kommen.
  • Auslandsgeschäfte: Kontakt zu ausländischen Banken und dem Umtausch verschiedener Währung, wie vom Euro zum US-Dollar. Du berätst in diesem Bereich auch Kundinnen bzw. Kunden, die im Ausland Geld abheben möchten, welche Zahlungsarten zur Verfügung stehen.

Ein weiterer Teil in Deinem Lehrplan zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau stellen Themen dar wie:


  • Kosten und Erlöse ermitteln
  • Welche Geld- und Vermögensanlagen gibt es?
  • Steuerkunde
  • Rechnungswesen
  • Versicherungslehre

Je nach Betrieb kannst Du außerdem mehr zum elektronischen Banking, Marketing oder Personalwesen lernen. Auch eine Spezialisierung in Richtung Immobilien ist in einigen Banken möglich, findet dann aber im Betrieb und nicht in der Berufsschule statt.
Dein Praxisanteil in einer Bank oder einem Kreditinstitut wird meistens so aufgebaut sein, dass Du zuerst einige Zeit im Backoffice arbeiten wirst und dann Kundenkontakt übernehmen kannst.
Um Dich schließlich Bankkaufmann oder Bankkauffrau nennen zu dürfen, gibt es eine gestreckte Abschlussprüfung von der Industrie- und Handelskammer (IHK). Das heißt, nach der ersten Hälfte Deiner Ausbildung steht Dir bereits eine Prüfung bevor, die zu 20 % in Deine Abschlussnote fliest. Hierbei wird vor allem alles abgefragt zur


  • Kontoführung und
  • Anschaffungsfinanzierung.

Am Ende Deiner Ausbildung steht dann der zweite Teil Deiner Abschlussprüfung an, bei der auch eine 30-minütige mündliche Abfrage stattfindet. Drei Minuten dieses mündlichen Teils stellt eine Simulation eines Beratungsgesprächs dar. Der schriftliche Teil fragt Dich Inhalte zu folgenden Themen ab:


  • Vermögensaufbau
  • Begleitung von Finanzierungsvorhaben
  • Wirtschafts– und Sozialkunde
  • vertiefende Kenntnisse zur Kundenberatung

Bankkauffrau / Bankkaufmann– Gehalt während der Ausbildung

Das Gehalt von Bankkaufleuten gehört bereits der Ausbildung zu den höchsten. Wenn Du also viel Geld verdienen möchtest, kann Deine Berufswahl auf das Bankgeschäft fallen. In der folgenden Tabelle findest Du die Gehälter während Deiner Ausbildungsjahre als Bankkaufmann bzw. Bankkauffrau:

Ausbildungsjahr Gehalt im Monat
1. Ausbildungsjahr 1.036 Euro bis 1.110 Euro brutto
2. Ausbildungsjahr 1.098 Euro bis 1.160 Euro brutto
3. Ausbildungsjahr 1.160 Euro bis 1.220 Euro brutto

Einstiegsgehalt – Bankkaufmann / Bankkauffrau

Bankkaufleute rühmen sich nicht nur mit einem der besten Ausbildungsgehälter, auch Dein Einstiegsgehalt kann vielversprechend sein. So verdienen die meisten Bankkaufleute beim Einstieg in ihr Vollzeit-Berufsleben zwischen 2.682 Euro und 3.356 Euro brutto im Monat.
Die Chancen von der Bank, bei der Du Deine Ausbildung gemacht hast, übernommen zu werden sind außerdem recht hoch.

Zusätzlicher Verdienst – Bankkaufmann / Bankkauffrau

Je länger Du in Deinem Unternehmen bleibst, desto höher wird auch Dein Gehalt ausfallen. Zusätzlich ist folgender Verdienst in der Ausbildung und später im Beruf als Bankkauffrau bzw. Bankkaufmann nicht unüblich:


  • Finanzspritzen für Weiterbildungen & Fortbildungen
  • 13. oder 14. Gehalt, das auch Weihnachtsgeld genannt wird

Bankkauffrau / Bankkaufmann Ausbildung – Mögliche Betriebe

Wusstest Du, dass Du als Bankkaufmann bzw. Bankkauffrau nicht nur in Banken tätig sein musst? Du kannst auch


  • an der Börse,
  • im Wertpapierhandel,
  • bei Versicherungsunternehmen oder bei
  • Immobilienvermittlungen anfangen.

Die beliebtesten Ausbildungsbetriebe bleiben jedoch nach wie vor klassische Banken.
Besonders bei großen Banken mit vielen Filialen kann es hilfreich sein, sich bei einer der Hauptstellen zu bewerben, da dort die Möglichkeit besteht, sehr viele Aspekte des Bankbetriebs kennenzulernen.

Bankkauffrau / Bankkaufmann Abschluss – Weiterbildungen danach

Wenn Du Dich nun entschieden hast eine Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau zu absolvieren, fragst Du Dich vielleicht, ob es später auch Möglichkeiten der Weiterbildung für Dich gibt. Du kannst in zwei Richtungen gehen, wenn Du Deinen Abschluss als Bankkauffrau oder Bankkaufmann gemacht hast: entweder Du absolvierst eine kaufmännische Weiterbildung oder Du beginnst ein Studium.


Kaufmännische Weiterbildungen für Bankkaufleute:


  • Fachwirt:in mit verschiedenen Spezialisierungen, wie
    • Finanzberatung
    • Bankwesen
    • Finanzierung und Leasing
    • E-Commerce
    • Versicherungen und Finanzen
  • Betriebswirt:in für Finanzen und Investment
  • Fachberater:in für Finanzdienstleistungen

Studiengänge für Bankkaufleute mit Abschluss:


  • Bank und Finanzdienstleistungen
  • Finanz- und Wirtschaftsmathematik
  • Steuern und Prüfungswesen
  • Betriebswirtschaftslehre, Business Administration
  • Versicherungsbetriebswirtschaft

Außerdem kannst Du in den meisten Banken eine Weiterbildung zur Ausbilderin oder zum Ausbilder machen.

Bankkauffrau / Bankkaufmann – Voraussetzungen

Bankkauffrau / Bankkaufmann – Voraussetzungen

Welche Fächer in der Schule relevant für Personaler und Personalerinnen in Banken sind, hast Du bereits gelernt. Ein Schulabschluss wird nicht verlangt, doch Du wirst feststellen können, dass die meisten Deiner Kolleginnen und Kollegen eine Hochschulreife bzw. das Abitur abgelegt haben werden. Deine Entscheidung muss nicht nur von Deinen Noten abhängen. Wichtig ist auch, dass der Beruf des Bankkaufmanns bzw. der Bankkauffrau zu Deinen persönlichen Stärken passt.


  • Du ergreifst Eigeninitiative und triffst gern Entscheidungen.
  • Du hast Spaß am Rechnen und Jonglieren mit Zahlen.
  • Du bist in der Lage empathisch komplexere Vorgänge zu erklären.

Des Weiteren ist die Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau etwas für Dich, wenn Du Dir geregelte Arbeitszeiten wünschst, Verantwortung übernehmen möchtest und einen Beruf im Büro bevorzugst.


Bankkaufmann / Bankkauffrau – Steckbrief

  • Bankkauffrau bzw. Bankkaufmann – Aufgaben:
    • Kundenberatung
    • Erstellung von Finanzkonzepten
    • Rechnungswesen
  • Bankkauffrau bzw. Bankkaufmann – Ausbildung
    • dual für drei Jahre, kann aber um 1,5 Jahre verkürzt werden
    • Inhalte: Rechnungswesen, Spar- und Anlagengeschäfte kennenlernen und planen, Bonitätsprüfung, Steuerkunde, Versicherungslehre
  • Bankkauffrau bzw. Bankkaufmann – Gehalt im ersten Ausbildungsjahr zwischen 1.036 und 1.110Euro brutto im Monat
  • Einstiegsgehalt – Bankkaufmann bzw. Bankkauffrau: zwischen 2.682 und 3.356 Euro brutto im Monat
  • zusätzlicher Verdienst – Bankkaufmann bzw. Bankkauffrau:
    • 13. & 14. Monatsgehalt
  • Bankkauffrau bzw. Bankkaufmann Abschluss – Weiterbildungen danach:
    • Fachwirt:in in Finanzberatung, Bankwesen oder E-Commerce
    • Fachberater:in für Finanzdienstleistungen
    • verschiedene Studiengänge wie Steuern und Prüfungswesen oder BWL
  • Bankkauffrau bzw. Bankkaufmann – Voraussetzungen:
    • Eigeninitiative
    • Rechnerisches Verständnis
    • Empathie

FAQs

Bankkaufleute beraten Kunden über finanzielle Angelegenheiten, führen Kundengespräche, bearbeiten Konto- und Depottransaktionen und helfen bei der Kreditbearbeitung. Sie sind auch verantwortlich für den Verkauf von Finanzprodukten und Dienstleistungen.

Die Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau dauert in der Regel drei Jahre und findet dual statt, das heißt sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule. Dabei lernen Auszubildende den Umgang mit Kundinnen und Kunden, erfahren alles über Zahlungsverkehr, Kreditgeschäft, Geldanlagen und Rechnungswesen, und sie erwerben Kenntnisse in Wirtschafts- und Sozialkunde. Mit entsprechenden Leistungen ist eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich.

Während der Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau beträgt das Gehalt im ersten Jahr etwa 980 Euro, im zweiten Jahr rund 1.040 Euro und im dritten Jahr etwa 1.100 Euro brutto im Monat. Nach der Ausbildung kann das Einstiegsgehalt zwischen 2.100 und 2.600 Euro brutto im Monat liegen, je nach Arbeitgeber und Region.

Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann bzw. zur Bankkauffrau können Sie sich zum Beispiel zum Bankfachwirt, Betriebswirt, oder zum Fachwirt für Finanzberatung weiterbilden. Es besteht auch die Möglichkeit, ein Studium im Bereich Finanzen oder Wirtschaft aufzunehmen.
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