Ausbildung Bestattungsfachkraft

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Der Tod ist für Dich kein Schreckgespenst, sondern ein natürlicher Teil des Lebens? Trauernde Freund:innen überfordern Dich nicht, sondern erhalten tröstende Worte von Dir?

Das Leben und der Tod hängen unwillkürlich zusammen, schließlich muss jeder irgendwann einmal sterben. Das macht den Beruf der Bestattungsfachkraft zugleich überaus zukunftssicher als auch umstritten in seiner Beliebtheit. Nicht jeder ist für die tägliche Konfrontation mit Tod und Trauer gemacht. Eine psychische Stabilität und viel Einfühlungsvermögen sind wichtige Voraussetzungen für die Bestattungsfachkraft-Tätigkeiten. Du bringst beides mit und interessierst Dich für eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft? Super!

Während der Bestattungsfachkraft-Ausbildung erwarten Dich abwechslungsreiche Tätigkeiten wie die Betreuung von Kund:innen, die Pflege Verstorbener, die Gestaltung von Trauerfeiern und auch einige kaufmännische Aufgaben. Als angehende Bestattungsfachkraft wirst Du diese Aufgaben abwechselnd in der Berufsschule bzw. im Betrieb lernen.
Bestattungsfachkraft – Ausbildung

Bestattungsfachkraft – Ausbildung

Ausschließlich Särge verkaufen und Trauerreden halten? Nicht ganz. Der Beruf der Bestattungsfachkraft beinhaltet vielseitige Aufgaben und Tätigkeiten:


Die Bestattungsfachkraft-Ausbildung ist unter dem Einsatz des Bundesverbands Deutscher Bestatter seit dem Jahr 2003 deutschlandweit vereinheitlicht worden. Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft dauert in der Regel drei Jahre. Sie findet dual sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule statt.

Bestattungsfachkraft – Ausbildungsrahmenplan

In den folgenden Unterkapiteln siehst Du jeweils eine Tabelle mit den wichtigsten Inhalten der Ausbildung nach dem einheitlich geregelten Ausbildungsrahmenplan.

Inhalte Berufsschule – Bestattungsfachkraft

In der Berufsschule wirst Du Dir als angehende Bestattungsfachkraft unter anderem folgende theoretische Inhalte aneignen:


Verlauf der Ausbildung Inhalte Berufsschule – Bestattungsfachkraft
1. und 2. Ausbildungsjahr
  • Dokumentation von Geschäftsprozessen
  • Verwaltung und Würdigung von Friedhöfen
  • Bestattungsverträge abschließen und abrechnen
  • Planung von Trauerfeiern und Bestattungen
  • marktorientierte Präsentation des Unternehmens
3. Ausbildungsjahr
  • Betreuung der Hinterbliebenen
  • Versorgung und Transport der Verstorbenen
  • Nutzung von Geschäftsdaten
  • Wahrnehmung personalwirtschaftlicher Aufgaben

Inhalte Betrieb – Bestattungsfachkraft

Im Betrieb werden Dir als angehende Bestattungsfachkraft folgende Aufgaben gelehrt:


Verlauf der Ausbildung Inhalte Betrieb – Bestattungsfachkraft
1. und 2. Ausbildungsjahr
  • Gebräuche und Riten
  • Trauerfeiern und Bestattungen durchführen
  • Werk- und Hilfsstoffe be- und verarbeiten
  • Normen und Rechtsvorschriften
3. Ausbildungsjahr
  • Vertiefung des bisher Gelernten
  • Aufträge bearbeiten
  • Bestattungsvorsorge
  • Trauerfeiern und Bestattungen durchführen
  • psychologische Maßnahmen

Ferner müssen alle angehenden Bestattungsfachkräfte die Unterweisungen für

  • Trauerpsychologie,
  • Beratungsgespräche,
  • Grab- und Friedhofstechnik,
  • Warenkunde und
  • die hygienische Versorgung Verstorbener absolvieren.

Bestattungsfachkraft – Ausbildungsgehalt

In dieser Tabelle ist das Gehalt aufgelistet, das Du je Ausbildungsjahr verdienen kannst. Die genaue Höhe Deines Ausbildungsgehalts richtet sich dabei nach verschiedenen Faktoren wie Deinem Bundesland. Es macht auch einen großen Unterschied, ob Du als Bestattungsfachkraft im Bestattungsgewerbe oder im öffentlichen Dienst tätig bist, wie Du anhand der untenstehenden Tabelle erkennen kannst:


Verlauf der Ausbildung Gehalt im Bestattungsgewerbe Gehalt im öffentlichen Dienst
1. Ausbildungsjahr ca. 625 Euro brutto 1.068 Euro brutto
2. Ausbildungsjahr ca. 735 Euro brutto 1.118 Euro brutto
3. Ausbildungsjahr ca. 840 Euro brutto 1.164 Euro brutto

Bestattungsfachkraft – Gehalt beim Berufseinstieg


Nach erfolgreich absolvierter Bestattungsfachkraft-Ausbildung erwartet Dich im Beruf natürlich ein höheres Gehalt. Je nach Betrieb, Berufserfahrung und Bundesland kann Dein Bestattungsfachkraft-Gehalt ganz unterschiedlich ausfallen. Im öffentlichen Dienst wirst Du nach Tarif bezahlt und kannst dadurch für gewöhnlich mehr verdienen als im Bestattungsgewerbe.
Dein durchschnittliches Einstiegsgehalt liegt bei 2.000 Euro brutto pro Monat. Über die Jahre bekommst Du immer mehr Erfahrung, wodurch auch Dein Verdienst steigt. Mit genügend Berufserfahrung kannst Du mit einem Gehalt von rund 3.000 Euro brutto pro Monat rechnen. Durch Fort- und Weiterbildungen wirst Du mit der Zeit noch etwas mehr verdienen.

Bestattungsfachkraft – Mögliche Ausbildungsbetriebe


Wenn Du Interesse am Ausbildungsberuf der Bestattungsfachkraft hast, kannst Du Deine Bewerbung an folgende Betriebe schicken:
  • Bestattungsinstitute
  • Krematorien
  • Friedhöfe
  • Friedhofsverwaltungen

Diese zugegebenermaßen begrenzte Auswahl an Betrieben bedeutet jedoch nicht, dass Deine Chance auf einen Ausbildungsplatz gering ist.

Bestattungsfachkraft – Weiterbildung

Der Ausbildungsberuf zur Bestattungsfachkraft bietet ein paar Möglichkeiten zur Weiterbildung.
  • Anpassungsweiterbildungen: Diese Kurse oder Seminare helfen Dir, Dein berufliches Wissen aktuell zu halten.
  • Aufstiegsweiterbildungen: Durch diese Weiterbildungen kannst Du beruflich vorankommen und Karriere machen.
  • Studium: Das Expertenwissen kann Dir zu Positionen mit mehr Verantwortung verhelfen.


In der folgenden Tabelle siehst Du einige Weiterbildungsmöglichkeiten für Bestattungsfachkräfte und jeweils eine Tendenz, welches Gehalt Du anschließend in diesem Beruf verdienen könntest.


Weiterbildungen Inhalte / Bereiche Gehalt
Anpassungsweiterbildungen
  • Trauerbegleitung
  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Gesprächsführung
ggf. Lohnerhöhung
Aufstiegsweiterbildungen
  • Bestattungsfachwirt:in
  • Bestattermeister:in
ca. 3.700 Euro pro Monat
Studium
  • Servicemanagement
  • Dienstleistungsmanagement
ca. 3.850 Euro pro Monat

Eine weitere Möglichkeit ist die Selbstständigkeit mit einem eigenen Bestattungsunternehmen. Das ist auch als Franchisenehmer möglich.

Das sogenannte Franchising ist ein Vertriebssystem, bei dem eine Neuunternehmerin bzw. ein Neuunternehmer gegen eine Lizenzgebühr ein bereits etabliertes Geschäftskonzept eines Unternehmens nutzt.
Bestattungsfachkraft – Voraussetzungen

Bestattungsfachkraft – Voraussetzungen

Wie Du oben schon gelesen hast, erwarten Dich in der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft interessante und abwechslungsreiche Tätigkeiten. Zwar wirst Du noch vieles in der Berufsschule und in Deinem Ausbildungsbetrieb lernen, jedoch wäre es von Vorteil, wenn Du bereits ein paar Eigenschaften mitbringen würdest. So kannst Du erfolgreich in das erste Lehrjahr Deiner Ausbildung zur Bestattungsfachkraft starten.



Psychische Stabilität
Du wirst Dein Berufsleben lang mit dem Tod und trauernden Menschen zu tun haben. Das sollte Dir nicht allzu sehr zu schaffen machen. Um Deinen Berufsalltag als Bestattungsfachkraft nicht zu nah an Dich herankommen zu lassen, benötigst Du ggf. einen Ausgleich.
Sorgfalt und Umsicht
Sowohl im Umgang mit den Verstorbenen als auch mit den Hinterbliebenen ist Fingerspitzengefühl gefragt. Während die Toten sorgfältig hygienisch und kosmetisch versorgt werden müssen, wollen die Lebenden umsichtig beraten und unterstützt werden.
Einfühlungsvermögen & Kommunikationsfähigkeit
Die Beratung der Hinterbliebenen sollte mit viel Empathie geschehen, ohne dabei zu sehr an Professionalität einzubüßen. Ein geschultes Auge merkt auch, wer ggf. intensivere psychologische Unterstützung benötigt und von Dir an Expert:innen oder Selbsthilfegruppen weitergeleitet wird. Auch das Vortragen einer Trauerrede sollte bei Dir keine Schweißausbrüche hervorrufen.
Kunden- und Serviceorientierung
Die Kundin bzw. der Kunde ist König:in.
Das gilt natürlich auch für das Bestattungsgewerbe.
Für die Liebsten möchten viele Kund:innen eine angemessene Trauerfeier, ggf. mit persönlichem Touch.
Dementsprechend solltest Du auch auf ungewöhnliche Kundenwünsche eingehen und die bestellten Dekorationen schnell und zuverlässig für die Trauerfeier bereitstellen.

Es wird kein spezieller Schulabschluss vorausgesetzt. Die meisten Betriebe stellen jedoch Bewerber:innen ein, die über einen Realschulabschluss oder das Abitur verfügen.

Einzelne Behörden können zudem weitere Anforderungen an Bestattungsfachkräfte stellen:

  • gleichzeitig darf weder eine lebensmittelnahe noch menschennahe Tätigkeit (Friseur, Masseur etc.) ausgeübt werden
  • Verbot der Tätigkeit für Schwangere oder Stillende
  • einwandfreies Führungszeugnis
  • ärztlicher Nachweis über gesundheitliche und geistige Stabilität

Bestattungsfachkraft – Steckbrief

  • Bestattungsfachkraft – Tätigkeiten:
    • Hinterbliebene betreuen und beraten
    • Verstorbene versorgen und zum Bestattungsort überführen
    • Trauerfeierlichkeiten gestalten
  • Bestattungsfachkraft – Ausbildung:
    • Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre.
    • Die Inhalte richten sich nach dem Ausbildungsrahmenplan – Bestattungsfachkraft.
    • Inhalte in Betrieb und Berufsschule – Bestattungsfachkraft:
      • Trauerfeiern und Bestattungen durchführen
      • Gebräuche und Riten
      • Dokumentation von Geschäftsprozessen
      • Betreuung der Hinterbliebenen
  • Bestattungsfachkraft – Ausbildungsgehalt: 625–1.164 Euro brutto im Monat.
  • Bestattungsfachkraft – Gehalt beim Berufseinstieg: ca. 2.000 Euro brutto im Monat
  • Bestattungsfachkraft – Weiterbildung:
    • Bestattungsfachwirt:in
    • Bestattermeister:in
    • Studium in Service- oder Dienstleistungsmanagement
  • Bestattungsfachkraft –Voraussetzungen:
    • Einfühlungsvermögen
    • psychische Stabilität
    • Sorgfalt und Umsicht

FAQs

In der Berufsschule lernt man die Theorie auf Bereichen wie Bestattungswesen, Hygiene, Anatomie, Psychologie, Trauerbegleitung und Recht. Im Betrieb erfährt man die praktische Umsetzung, dazu gehören Aufgaben wie Überführungen, Aufbahrungen, Bestattungszeremonien organisieren und durchführen, Kundengespräche führen und Verwaltungsaufgaben erledigen.

Die Höhe des Gehalts während der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft kann variieren, liegt aber in der Regel zwischen 800 und 900 Euro brutto im ersten Ausbildungsjahr. In den folgenden Ausbildungsjahren kann das Gehalt auf bis zu 950 bis 1050 Euro brutto ansteigen.

Nach der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Weiterbildung. Sie könnten beispielsweise eine Weiterbildung als Bestattermeister oder als Fachwirt für Bestattungsdienstleistungen absolvieren. Ein Fernstudium in Bestattungsmanagement oder ein Studium in Thanatologie bieten weitere Optionen. Es gibt auch zahlreiche Seminare und Fortbildungen zu spezifischen Themen wie Trauerbegleitung oder Hygienevorschriften. Es kommt immer darauf an, in welchem Bereich Sie sich spezialisieren möchten.

Die Voraussetzungen können je nach Betrieb variieren, aber in der Regel benötigst du einen Hauptschulabschluss. Weitere wichtige Anforderungen sind psychische Stabilität, Einfühlungsvermögen, handwerkliche Fähigkeiten und ein Führerschein. Es können auch ein Praktikum oder erste Erfahrungen im Umgang mit Kunden hilfreich sein.
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