Ausbildung Chirurgiemechaniker

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„Skalpell, bitte!“, ertönt es im OP. Und schon überreicht der Assistent bzw. die Assistentin das äußerst scharfe chirurgische Instrument. Damit es überhaupt so präzise eingesetzt werden kann, benötigt es handwerklich und technisch versierte Menschen: die Chirurgiemechaniker:innen. Sie sind dafür verantwortlich, dass Werkzeuge, Geräte, Instrumente oder Implantate nach Maß geplant, gezeichnet und hergestellt werden.

Dich interessiert die Herstellung von chirurgischen Instrumenten und Du verfügst über etwas technisches sowie mathematisches Vorwissen? Ein gewisses Maß an Perfektionismus liegt Dir ebenfalls im Blut liegen, schließlich sollten Deine Produkte keinerlei Makel aufweisen, um das Patientenwohl nicht zu gefährden. Perfekt! Dann ist vielleicht die Ausbildung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker etwas für Dich.

Chirurgiemechanikerin / Chirurgiemechaniker – Aufgaben

Chirurgiemechanikerin / Chirurgiemechaniker – Aufgaben

Der Beruf von Chirurgiemechanikerinnen bzw. Chirurgiemechanikern beinhaltet einige spannende Aufgaben und Tätigkeiten:


Chirurgiemechanikerin / Chirurgiemechaniker – Arbeitszeiten & Kleidung

Die Arbeitszeiten von Chirurgiemechaniker:innen richten sich nach den Regelungen des Betriebs (oft Schichtarbeit). Stelle Dich auch darauf ein, dass in den Werkstätten oder Werkhallen Lärm herrscht und die Metallbearbeitung gefährlich sein kann. Daher muss in diesem Job Schutzkleidung getragen werden.

Chirurgiemechanikerin / Chirurgiemechaniker – Ausbildung

Chirurgiemechanikerin / Chirurgiemechaniker – Ausbildung

Deine Ausbildung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker dauert 3,5 Jahre. Die Ausbildung ist dual – das heißt, Du besuchst während dieser Zeit sowohl Deinen Ausbildungsbetrieb als auch die Berufsschule. In der folgenden Tabelle siehst Du die wichtigsten Inhalte der Ausbildung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker.


Verlauf der Ausbildung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker Inhalte: Betrieb Inhalte: Berufsschule
Erstes und zweites Ausbildungsjahr
  • technische Unterlagen lesen, anwenden und selbst erstellen
  • Arbeitsabläufe planen und vorbereiten
  • manuelles und maschinelles Bearbeiten von Werkstücken
  • verschiedene Arbeitsschritte wie: fügen, drehen, fräsen, spanen, umformen
  • Arbeitsergebnisse kontrollieren und bewerten
  • Instandhaltung
  • verschiedene Hilfs- und Werkstoffe unterscheiden, zuordnen und handhaben
  • Härteprüfen, Wärmebehandeln
  • Bauteile zu Baugruppen montieren
  • Pneumatikschaltungen aufbauen und prüfen
  • technische Kommunikation
  • Erlernen der Grundlagen von:
    • Werkstofftechnik
    • Elektrotechnik
    • Fertigungs- und Prüftechnik
    • Maschinen- und Gerätetechnik
    • Instrumententechnik
    • Steuerungs- und Informationstechnik
Drittes und viertes Ausbildungsjahr
  • Vertiefung des bisher Gelernten
  • Formen und Flächen an Geräten, Instrumenten oder Implantaten bearbeiten
  • Löten, Schweißen, Kleben
  • Werkstücke u. a. durch Freiformschleifen bearbeiten
  • numerisch gesteuerte Werkzeugmaschinen programmieren
  • Geräte, Instrumente oder Implantate montieren und demontieren
  • Funktion überprüfen, Instandsetzung
  • Vertiefung des bisher Gelernten
  • Oberflächentechnik
  • Instrumentenfertigung
  • Endoprothesen und Implantate
  • NC-Technik (Maschinensteuerung)
  • Werkstoff- und Werkzeugtechnik

Chirurgiemechanikerin / Chirurgiemechaniker – Umschulung

Du hast bereits eine Ausbildung in einem ähnlichen Job? Dann ist vielleicht eine Umschulung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker interessant für Dich. Da eine Umschulung als Zweitausbildung gedacht ist, sollte vor einer Umschulung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker bereits eine andere, möglichst ähnliche Berufsausbildung absolviert worden sein. Verschiedene berufliche Bildungsstätten, die diese Umschulung anbieten, akzeptieren alternativ auch eine mehrjährige Berufserfahrung.


Um angenommen zu werden, muss an manchen Orten zudem ein Eignungstest bestanden werden. Bei der Umschulung lernst Du alle wichtigen Kenntnisse und Fertigkeiten, die Du bei als Chirurgiemechaniker:in benötigst. Du musst die Bildungsstätte jedoch meistens selbst bezahlen.


Falls Du schon Deine Gesellenprüfung bestanden hast, kannst Du auch Deinen Meister per Umschulung machen, das wird z. B. an Abendschulen berufsbegleitend angeboten.

Chirurgiemechanikerin / Chirurgiemechaniker – Gehalt während der Ausbildung


Mit Deiner bedeutsamen Tätigkeit als Chirurgiemechaniker:in, mit der Du im Hintergrund u. a. die Arbeit von Ärzt:innen und Chirurg:innen unterstützt, kannst Du obendrauf finanziell punkten. Als Teil des Metallhandwerks kannst Du als Chirurgiemechaniker:in, je nach Bundesland, ein ordentliches monatliches Gehalt (Tariflohn) verdienen. In der folgenden Tabelle siehst Du, was Du während der Ausbildung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker durchschnittlich nach Tariflohn des Metallhandwerks verdienst.



Verlauf der Ausbildung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker monatliches Gehalt
Erstes Ausbildungsjahr 585–999 Euro brutto
Zweites Ausbildungsjahr 690–1.043 Euro brutto
Drittes Ausbildungsjahr 790–1.119 Euro brutto
Viertes Ausbildungsjahr 819–1.177 Euro brutto

Chirurgiemechanikerin / Chirurgiemechaniker – Verdienst nach der Ausbildung

Nach Deiner erfolgreich absolvierten Ausbildung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker erwartet Dich im Job natürlich ein höherer Verdienst. Dein Einstiegsgehalt als Chirurgiemechaniker:in beträgt ungefähr 1.800 Euro brutto im Monat. Mit den Jahren sammelst Du Erfahrung, wodurch Dein Gehalt ebenfalls ansteigt.

Dein Verdienst als Chirurgiemechanikerin bzw. Chirurgiemechaniker hängt auch davon ab, ob Du nach Tarif bezahlt wirst oder nicht. Oft bekommst Du mit einem Tariflohn ein höheres Gehalt. Die genauen Tariflöhne unterscheiden sich jedoch wiederum nach Bundesland und Branche.

Das Durchschnittsgehalt für eine:n Chirurgiemechaniker:in mit mehr Erfahrung liegt bei etwa 3.000 Euro brutto monatlich. Je nach Betrieb, Berufserfahrung und Bundesland kann das Gehalt jedoch ganz unterschiedlich ausfallen. Erfahrene Chirurgiemechaniker:innen verdienen in Baden-Württemberg mit etwa 4.000 Euro am meisten.

Chirurgiemechanikerin / Chirurgiemechaniker – Jobs / Ausbildungsbetriebe

Wenn Du Interesse an einer Ausbildung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker hast, kannst Du Deine Bewerbung an folgende Betriebe schicken:

  • Handwerksbetriebe der Medizintechnik
  • Industriebetriebe (Herstellung medizinischer Instrumente)
Chirurgiemechanikerin / Chirurgiemechaniker – Voraussetzungen

Chirurgiemechanikerin / Chirurgiemechaniker – Voraussetzungen

Nach der Ausbildung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker bestehen einige Möglichkeiten zur Weiterbildung. Dazu gehören Anpassungs- und Aufstiegsweiterbildungen sowie Studien.

  • Anpassungsweiterbildungen: Diese Kurse oder Seminare helfen Dir, Dein berufliches Wissen aktuell zu halten.
  • Aufstiegsweiterbildungen: Durch diese Weiterbildungen kannst Du beruflich vorankommen und Karriere machen.
  • Studium: Das Expertenwissen kann Dir zu Positionen mit mehr Verantwortung verhelfen.


In der folgenden Tabelle siehst Du einige Weiterbildungsmöglichkeiten für Chirurgiemechaniker:innen und jeweils eine Tendenz, welches Gehalt Du anschließend in Deinem Job verdienen könntest.

Weiterbildungen für Chirurgiemechaniker:innen Bezeichnung der Weiterbildung bzw. des Studienfachs Gehalt
Anpassungsweiterbildungen
  • CNC-Technik
  • Feinwerktechnik
  • Schweiß-, Füge- und Trenntechniken
  • Medizintechnik
Lohnerhöhung
Aufstiegsweiterbildungen
  • Chirurgiemechanikermeister:in
  • Techniker:in (Feinwerktechnik)
ca. 3.800 Euro brutto pro Monat
Studium
  • Medizinische Technik
ca. 3.850 Euro brutto pro Monat

Eine weitere Möglichkeit nach der abgeschlossenen Ausbildung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker ist die Selbstständigkeit in Form eines eigenen Betriebs. Dazu ist es notwendig, als Chirurgiemechaniker:in die Meisterprüfung zu bestehen und sich anschließend in die sogenannte „Handwerksrolle“ eintragen zu lassen.


Die Handwerksrolle ist ein Verzeichnis der Handwerkskammer, in das sich alle Betriebe eines zulassungspflichtigen Handwerks eintragen lassen. Voraussetzung zur Eintragung ist in der Regel die Meisterprüfung bzw. eine gleichwertige Prüfung.


Die Ausbildung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker wird Dich auf manchen Gebieten sehr fordern. Es wäre daher gut, wenn Du zu Beginn Deiner Ausbildung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker bereits ein paar der folgenden Kenntnisse und Eigenschaften mitbringen würdest:


sorgfältiges Arbeiten
Pi mal Daumen gibt’s in diesem Job nicht. Alle Schritte müssen sorgfältig geplant und präzise ausgeführt werden. Dazu gehört ein geschultes Auge, Geduld und eine ruhige Hand. Auch eine gewissenhafte Endkontrolle ist für Dich selbstverständlich.
handwerkliches Geschick
Um mit verschiedensten Geräten präzise Arbeitsschritte auszuführen, sollten angehende Chirurgiemechaniker:innen bereits handwerkliches Geschick mitbringen. Da auch kleinste Teile bearbeitet und verklebt werden, ist eine gute Augen-Hand-Koordination ebenfalls von Vorteil.
technisches Verständnis
Zwar lernst Du in der Berufsschule die Grundlagen vieler Techniken kennen, jedoch ist es vorteilhaft, wenn Du bereits ein gewisses technisches Verständnis mitbringst. Dadurch kannst Du die Grundlagen besser durchschauen und schneller Zusammenhänge erkennen.
mathematische Fähigkeiten
Da die Anforderungen an chirurgische Werkzeuge sehr hoch sind, müssen Chirurgiemechaniker:innen sie exakt nach Maß berechnen und herstellen können. Daher sind mathematische Fähigkeiten eine wichtige Voraussetzung.

Für die Ausbildung zur Chirurgiemechanikerin bzw. zum Chirurgiemechaniker wird kein spezieller Schulabschluss vorausgesetzt. Etwa die Hälfte der angehenden Chirurgiemechaniker:innen verfügt über einen Realschulabschluss, jeder dritte über einen Hauptschulabschluss und jeder fünfte über das Abitur.


Chirurgiemechaniker:in – Steckbrief

  • Chirurgiemechanikerin bzw. Chirurgiemechaniker – Aufgaben:
    • manuelles und maschinelles Bearbeiten von Werkstücken
    • Verbindung einzelner Teile durch Löten, Verschrauben, Kleben, Schweißen
    • Wartung und Instandsetzung der chirurgischen Instrumente
  • Chirurgiemechanikerin bzw. Chirurgiemechaniker – Arbeitszeiten & Arbeitskleidung: Als Chirurgiemechaniker:in arbeitet man in Werkstätten oder Werkhallen meist im Schichtbetrieb. Es muss Sicherheitskleidung getragen werden.
  • Chirurgiemechanikerin bzw. Chirurgiemechaniker – Ausbildung:
    • Die duale Ausbildung dauert 3,5 Jahre.
    • Inhalte: Arbeitsabläufe planen und vorbereiten, manuelles und maschinelles Bearbeiten von Werkstücken, Bauteile zu Baugruppen montieren, Kontrolle und Bewertung, NC-Technik, Werkstoff- und Werkzeugtechnik
  • Chirurgiemechanikerin bzw. Chirurgiemechaniker – Verdienst:
    • Chirurgiemechanikerin bzw. Chirurgiemechaniker – Ausbildung Gehalt: 585–1.177 Euro brutto
    • Chirurgiemechanikerin bzw. Chirurgiemechaniker – Einstiegsgehalt: ca. 1.800 Euro brutto
    • Chirurgiemechanikerin bzw. Chirurgiemechaniker – Gehalt monatlich nach abgeschlossener Ausbildung: ca. 1.800–3.000 Euro brutto
    • Chirurgiemechanikerin bzw. Chirurgiemechaniker – Gehalt netto: von 2.000 Euro brutto ca. 1.452 Euro netto (Steuerklasse 1, unverheiratet, nicht in Kirche, ohne Kinder)
    • Chirurgiemechanikerin bzw. Chirurgiemechaniker – Gehalt Baden-Württemberg: ca. 3.200 Euro brutto (Tariflohn Chirurgiemechaniker bzw. Chirurgiemechanikerinnen)
  • Chirurgiemechanikerin bzw. Chirurgiemechaniker – Jobs:
    • Handwerksbetriebe der Medizintechnik
    • Industriebetriebe (Herstellung medizinischer Instrumente)
    • Umschulung Chirurgiemechaniker:innen: als Zweitausbildung, bspw. an Abendschule
  • Chirurgiemechanikerin bzw. Chirurgiemechaniker – Weiterbildungen:
    • Chirurgiemechanikermeister:in
    • Techniker:in (Feinwerktechnik)
    • Studium in Medizinischer Technik
  • Chirurgiemechanikerin bzw. Chirurgiemechaniker – Voraussetzungen:
    • sorgfältige Arbeitsweise
    • technisches Verständnis
    • handwerkliches Geschick

FAQs

Die Arbeitszeiten als Chirurgiemechaniker:in können variieren, hängen jedoch in der Regel von der Arbeitsstelle und den spezifischen Anforderungen ab. Typischerweise arbeitet man Vollzeit und es kann Schichtarbeit einschließlich Nachtschichten und Wochenendarbeit geben. Es ist immer am besten, die spezifischen Arbeitszeitregelungen direkt mit dem Arbeitgeber zu klären.

Während der Ausbildung zur/zum Chirurgiemechaniker:in lernen die Auszubildenden unter anderem die Herstellung und Reparatur von chirurgischen Instrumenten und medizinischen Geräten, Werkstoffkunde, Technisches Zeichnen und Qualitätssicherung. Darüber hinaus werden Fertigungstechniken wie Drehen, Fräsen oder Schleifen behandelt und die Auszubildenden erwerben Kenntnisse in Hygienestandards sowie Sterilisationsverfahren.

Für die Ausbildung zur/zum Chirurgiemechaniker:in sollte man mindestens einen guten Hauptschulabschluss haben. Zudem sind technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, Präzisionsfähigkeit sowie Interesse an Medizin und Metallverarbeitung vorteilhaft.

Das Gehalt eines Chirurgiemechanikers variiert je nach Region, Erfahrung und Qualifikation. Im Durchschnitt kann man zwischen 2600 und 3700 Euro brutto pro Monat erwarten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Summe mit steigender Berufserfahrung und Verantwortung zunehmen kann.
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