Ausbildung Drogist

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Weißt Du eigentlich, wieso Drogeriemärkte als solche bezeichnet werden?
Der Name „Drogerie“ könnte fälschlicherweise mit illegalen Rauschmitteln, den Drogen, in Verbindung gebracht werden. Tatsächlich aber stammt die Ladenbezeichnung von einem anderen Wort ab: Im 16. Jahrhundert handelten niederländische Verkäufer:innen mit getrockneten Kräutern und Heilmitteln, welche sie als droog bezeichneten.
Das Sortiment der Drogerie hat sich bis heute natürlich erweitert
– Kräutermischungen für Tees sind längst nicht mehr Hauptbestandteil der Läden. So braucht es auch Drogisten und Drogistinnen, die sich in mit den zahlreichen Produkten auskennen. Eine ihrer Aufgaben ist es, Kund:innen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Möglicherweise bist auch Du an einer Bewerbung für die Ausbildung zum Drogisten bzw. zur Drogistin interessiert.
Wenn Du Dich für Pflegeprodukte und deren Zusammensetzung interessierst
und Dir vorstellen kannst in einer Drogerie zu arbeiten, erfüllst Du bereits wichtige Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Drogisten oder zur Drogistin.
Drogist / Drogistin – Aufgaben

Drogist / Drogistin – Aufgaben

Drogisten und Drogistinnen haben keineswegs „nur“ die Aufgabe, den ganzen Tag an der Kasse zu sitzen und ihre Ware zu verkaufen – im Gegenteil, ihr Tätigkeitsbereich umfasst wichtige Entscheidungen, die mitunter den Umsatz und die Atmosphäre des Ladens beeinflussen.


Die folgende Übersicht zeigt Dir die Aufgaben eines ausgelernten Drogisten bzw. einer ausgelernten Drogistin:

Service
  • Beratung von Kund:innen
    • individuelle Produktberatung und Aufklärung über z. B. Inhaltsstoffe
    • Informieren über Abteilungen und wo welche Produkte im Laden stehen
  • Umtauschen oder Reklamieren von Produkten
  • Fotoservice
    • Passbilder von Kund:innen erstellen
    • Beratung und Hilfestellung am Digitalfototerminal
    • Entwickeln von Fotos
    • Produktion von Fotobüchern
Bestellungen tätigen
  • Kontrollieren von Warenbeständen
  • Abschätzen, welche Produkte bald nachbestellt werden müssen
  • Bestellen der Produkte
  • Füllen des Lagers mit gefragten Produkten, um Lagerplatz sinnvoll zu nutzen
  • Verhandeln mit Lieferant:innen
Überprüfung der Ware
  • Kontakt mit Lieferant:innen und Annahme der Bestellungen
  • Kontrollieren der Ware auf Mängel/Beschädigungen
Einlagerung und Einräumen der Ware
  • Einlagerung der Produkte im Lager
  • Einräumen der Ware in den Verkaufsraum
  • Dekorieren und präsentieren der Ware im Verkaufsraum
  • Gestaltung von thematischen Aufstellern (für z. B. saisonale Produkte)
Kaufmännische Aufgaben
  • Abkassieren der Waren
  • Nutzen einer Scannerkasse
  • Rechnungen und Kalkulationen schreiben
  • eigene Kasse täglich abrechnen und Tagesverdienst festhalten
Mit welchen Waren handeln Drogerien eigentlich? Die Produkte, die von Drogisten und Drogistinnen verkauft werden, können in diese Kategorien eingeteilt werden:
  • Waschmittel
  • Pflanzenschutzmittel
  • Kosmetik
  • Körperpflege
  • Fotografie
  • Gesundheitliche Produkte
  • Nahrung
  • Putzmittel
  • Schmuck
  • Dekoartikel

Drogist / Drogistin – Ausbildung & Ausbildungsdauer

Die Ausbildung zum Drogisten und zur Drogistin dauert drei Jahre und findet dual statt. Das bedeutet, dass ein Teil der Ausbildung an der Berufsschule erfolgt und ein Teil in einem Ausbildungsbetrieb. So erhältst Du theoretisches Wissen zu Deinem Beruf, das Du direkt im Betrieb umsetzen kannst.



Die folgende Tabelle zeigt Dir alle Ausbildungsinhalte, die Dich in der Ausbildung zum Drogisten bzw. zur Drogistin erwarten:

Lehrjahr Berufsschule Betrieb monatliches Gehalt in brutto
1. Lehrjahr
  • Verkaufs- und Warenkunde
  • Kosmetik, Gesundheit und Ernährung
  • Wirtschaftliches Handeln
  • Warenlagerung und -pflege
  • Analyse der Kosmetikinhaltsstoffe und deren Eigenschaften
  • Maßnahmen der Körperpflege und Hygiene
  • Kundenkontakt verkaufsfördernd gestalten
815 bis 980 Euro
2. Lehrjahr
  • Datenverwaltung
  • Erstellen von Rechnungen
  • drogistisches Fachrecht (gesetzlicher Handlungsrahmen)
  • Fotoerstellung und -bearbeitung
  • Zusammenarbeit mit Fotolaboren
  • Umgang mit chemischen und technischen Waren
  • Ernährung und Gesundheit
  • Warenbestellung und -beschaffung
980 bis 1.200 Euro
3. Lehrjahr
  • Wiederholung und inhaltliche Erweiterung der Themen aus den ersten beiden Lehrjahren
  • Wiederholung und inhaltliche Erweiterung der Themen aus den ersten beiden Lehrjahren
  • Rechnungswesen
  • Personalwesen
1.200 bis 1.350 Euro

Zusätzlich wirst Du in der Berufsschule in Sozialkunde, Wirtschaftskunde und Deutsch unterrichtet. Diese Fächer begleiten Dich die gesamte Ausbildungsdauer.



In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres wirst Du eine Zwischenprüfung ablegen. Um die Ausbildung zum Drogisten bzw. zur Drogistin erfolgreich abzuschließen, musst Du auch in der Abschlussprüfung am Ende des dritten Lehrjahres Dein Können beweisen.

Drogist / Drogistin – Gehalt beim Berufseinstieg

Das Gehalt, welches Du in der Ausbildung zum Drogisten bzw. zur Drogistin erwarten kannst, findest Du in der oben stehenden Tabelle zu den Ausbildungsinhalten. Beim Berufseinstieg erhöht sich Deine Bezahlung allerdings noch mal. Ausgelernte Drogisten und Drogistinnen verdienen ein monatliches Gehalt von ungefähr 1.900 Euro bis 2.100 Euro brutto. Das ergibt ein Jahresgehalt von ca. 23.800 Euro bis 25.200 Euro brutto.



Drogist / Drogistin – Mögliche Ausbildungsbetriebe

Während der Ausbildung zum Drogist und zur Drogistin arbeitest Du bereits in einem Betrieb, wo Du erste Berufserfahrungen sammelst. Aber welche Unternehmen kommen als Ausbildungsbetriebe infrage? Die Antwort ist einfach: Dein Ausbildungsbetrieb sollte im Bereich des Drogeriewarenhandels tätig sein.


Zu geeigneten Branchen für eine Ausbildung zum Drogistin bzw. zur Drogistin zählen:


  • Drogerieeinzelhandel (z.B. klassischer Drogeriemarkt, Drogerieabteilungen in Supermärkten)
  • Drogeriegroßhandel (z.B. Großhandel für pharmazeutische/kosmetische Produkte)

Außerdem findet die Arbeit von Drogisten bzw. Drogistinnen hauptsächlich in


  • Verkaufsräumen,
  • Lagerräumen,
  • Büroräumen und
  • an der Kasse statt.

Drogist / Drogistin – Weiterbildungen

Um auch nach der abgeschlossenen Ausbildung immer auf dem neusten Stand zu bleiben, gibt es sogenannte Anpassungsweiterbildungen. Diese Schulungen dienen ausgelernten Drogisten und Drogistinnen dazu, ihr Wissen aufzufrischen oder zu erweitern und können in folgenden Bereichen absolviert werden:

  • Verkauf (Strategien, Kundengespräche)
  • Warenpräsentation und Dekoration
  • Kalkulation und Rechnungswesen
  • Handelsrecht
  • Digitalisierung

Drogist / Drogistin – HF

Eine besondere Art der Weiterbildung ist die Ausbildung zum Drogisten bzw. zur Drogistin HF. Dabei steht die Abkürzung „HF“ für „Höhere Fachschule“. Drogisten und Drogistinnen HF werden im Bereich der Selbstmedikation ausgebildet und setzen sich mit den folgenden Fächern auseinander:

Wissenschaftliches Wirtschaftliches Drogistisches
  • Chemie
  • Biologie
  • Biochemie
  • Mitarbeiter- und Projektmanagement
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Volkswirtschaftslehre
  • Ernährungslehre
  • Krankheitslehre
  • Naturheilkunde

Die Weiterbildung zum Drogisten und zur Drogistin HF dauert zwei Jahre und wird mit dem Titel „diplomierte:r Drogist:in HF“ abgeschlossen. Mit diesem Titel ist es beispielsweise auch möglich, anschließend eine höhere Fachprüfung im Bereich der Naturheilkunde, Verkaufsleitung oder Handelsmanagement abzulegen.


Drogist / Drogistin – Studium

Wenn Du eine Hochschulzugangsberechtigung (z. B. Abitur) hast, kannst Du nach Deiner Ausbildung zum Drogisten bzw. zur Drogistin auch einen der unten stehenden Studiengänge in Betracht ziehen:


  • Betriebswirtschaftslehre
  • Pharmazie
Drogist / Drogistin – Voraussetzungen

Drogist / Drogistin – Voraussetzungen

Um Drogist oder Drogistin zu werden, benötigst Du rechtlich gesehen keinen bestimmten Schulabschluss. Allerdings bevorzugen Unternehmen in der Regel Bewerber:innen mit einem Realschulabschluss oder Abitur.


Weitere Voraussetzungen für die Ausbildung zum Drogisten bzw. zur Drogistin sind:

Voraussetzung Erklärung
Schnelle Anpassungsfähigkeit Im Berufsalltag warten schnell wechselnde Arbeitssituationen auf Dich, in denen Du zwischen dem Einräumen von Waren- und Kundenberatungen auch an der Kasse aushelfen musst.
Sorgfältiges Arbeiten Weil Du als Drogist:in mit verschiedenen Produkten hantierst, solltest Du gewissenhaft mit z. B. giftigen Substanzen wie etwa aggressiven Putzmitteln umgehen können.
Kommunikationsfreudig Drogist:innen arbeiten in Verkaufsräumen. Deshalb sollte Dich Kundenkontakt und -kommunikation nicht abschrecken.
Körperliche Belastbarkeit Einräumen von Ware, Beratung im Laden und Arbeiten im Lager: Als Drogist:in solltest Du körperlich fit sein und gelegentlich auch schwere Kisten heben können.
Schulfächer Wenn Du in der Schule Spaß an Chemie, Biologie und Mathematik hattest, wirst Du beim Analysieren von Produktzusammensetzungen oder Erstellen von Rechnungen Freude haben.

Drogist / Drogistin – Steckbrief

  • Drogist bzw. Drogistin – Aufgaben:
    • Kundenservice

    • Bestellungen tätigen

    • Überprüfung der Ware

    • Einlagerung und Einräumen der Ware

    • Kaufmännische Aufgaben
  • Drogist bzw. Drogistin – Ausbildungsdauer: 3 Jahre

  • Drogist bzw. Drogistin – Ausbildungsinhalte:
    • drogistisches Fachrecht

    • Analyse von Inhaltsstoffen

    • Rechnungswesen

    • Verkaufs- und Warenkunde
  • Drogist bzw. Drogistin – Gehalt:
    • 1. Lehrjahr: 815 Euro bis 980 Euro brutto

    • 2. Lehrjahr: 980 Euro bis 1.200 Euro brutto

    • 3. Lehrjahr: 1.200 Euro bis 1.350 Euro brutto

    • Einstiegsgehalt: 1.900 Euro bis 2.100 Euro brutto
  • Drogist bzw. Drogistin – Weiterbildungen:
    • Anpassungsweiterbildungen (z. B. in Verkauf oder Handelsrecht)

    • Drogist / Drogistin HF (Weiterbildung in Selbstmedikation)
  • Drogist bzw. Drogistin – Voraussetzungen:
    • Körperliche Belastbarkeit

    • Sorgfalt

    • Kommunikationsfreudig

    • Interesse an Mathematik, Biologie und Chemie

FAQs

Typische Aufgaben eines Drogisten oder einer Drogistin sind: – Beratung von Kunden zu Produkten wie Kosmetik, Ernährung, Gesundheit und Wellness. – Verkauf von Waren und Durchführung von Kassiertätigkeiten. – Verwaltung und Bestellung von Waren. – Präsentation und Dekoration von Waren. – Durchführung von Qualitätskontrollen.

Die Ausbildung zum Drogisten bzw. zur Drogistin dauert in der Regel drei Jahre. In dieser Zeit lernen die Auszubildenden verschiedene Aspekte des Berufes, einschließlich Kundenservice, Kaufmännisches Wissen, Produktkenntnisse, Beratung und Verkauf von Waren aus den Bereichen Gesundheit, Schönheit, Lebensmittel und Haushalt. Darüber hinaus lernen sie, wie man mit Arzneimitteln umgeht und Kunden medizinisch berät.

Während der Ausbildung zum Drogisten bzw. zur Drogistin kann man in Deutschland ein Gehalt von etwa 700 bis 800 Euro im ersten Lehrjahr erwarten. Im zweiten und dritten Lehrjahr steigt das Gehalt auf etwa 800 bis 900 Euro bzw. 900 bis 1000 Euro. Nach dem Berufseinstieg kann das Einstiegsgehalt etwa 1.800 bis 2.200 Euro brutto im Monat betragen. Natürlich können diese Gehälter regional variieren und sind auch abhängig vom jeweiligen Arbeitgeber.

Für die Ausbildung zum Drogisten bzw. zur Drogistin sollten Sie mindestens einen Hauptschulabschluss haben. Zudem sind gute Kenntnisse in Biologie und Chemie wichtig. Interesse an Gesundheits- und Schönheitsprodukten sowie gute Kommunikationsfähigkeiten und Kundenserviceorientierung werden auch benötigt.
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