Ausbildung Elektroniker

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Du sitzt Zuhause, zockst etwas und es wird draußen langsam dunkel.
Um Deine Augen zu schonen, machst Du das Licht im Zimmer an. Aber etwas stimmt nicht: der Lichtschalter lässt sich bewegen, aber nichts geschieht. Damit greifst Du zum Handy und rufst die Person an, zu deren Aufgaben es gehört, sich um die Elektronik zu kümmern: Elektroniker:innen.
Oder brauchst Du die Elektronikerin bzw. den Elektroniker gar nicht, weil Du Dich selbst auskennst? Dann kannst Du mit der Ausbildung zur Elektronikerin bzw. zum Elektroniker Deine Fähigkeiten zum Beruf machen. Doch mit welchen Arbeitszeiten und mit welchem Gehalt kannst Du als Elektronikerin bzw. Elektroniker rechnen? Und wie steht es mit den Möglichkeiten zur Weiterbildung?

Elektronikerin / Elektroniker – Aufgaben

Du fragst Dich, wie ein Arbeitstag als Elektronikerin bzw. Elektroniker aussehen kann? Je nach Betrieb bzw. Schwerpunktwahl können die Arbeitszeiten variieren und auch Schichtdienste sind in der Branche üblich.

Die Aufgaben von Elektronikerinnen und Elektronikern sind, wie während der Ausbildung, auch im Berufsalltag sehr vielfältig. Sie reichen von

  • der Stromversorgung über
  • das Herstellen und Installieren von Bauteilen und
  • dem Programmieren und Einstellen von Systemen bzw. Geräten bis hin zur
  • Instandhaltung und Reparatur dieser bei Störungen.

Elektronikerinnen und Elektroniker sind, trotz hoher Verantwortung und Belastung, immer konzentriert und zeigen täglich Einsatz.

Grundsätzliche arbeiten ausgebildete Elektronikerinnen und Elektroniker sehr selbstständig und müssen durch Schulungen immer auf dem neusten Stand bleiben. Gerade im Bereich der Elektronik kommt es laufend zu Erneuerungen, sodass sich Arbeitsinhalte schnell weiter entwickeln können.

Der Beruf der Elektronikerinnen und Elektroniker wird als sicherer Job angesehen, da Lehrlinge in diesem Bereich immer gefragt sind. Oft übernehmen Ausbildungsbetriebe ihre Auszubildenden, nachdem diese fertig gelernt haben. Dies bietet Vorteile für Arbeitgeber oder Arbeitgeberinnen, da die ehemaligen Lehrlinge die Prozesse im Betrieb bereits kennen und nicht erneut eingeschult werden müssen.

Elektronikerin / Elektroniker – Ausbildung, Gehalt

Elektronikerin / Elektroniker – Ausbildung, Gehalt

Die Ausbildung zur Elektronikerin oder zum Elektroniker ist sehr abwechslungsreich, da sie aus Theorie und Praxis besteht. Du wirst neben der Berufsschule auch immer ein paar Wochen in Deinem Ausbildungsbetrieb arbeiten.

In Deutschland kann die Ausbildung im Bereich Handwerk oder Industrie und Handel absolviert werden. Je nachdem, was Du wählst, wird der Beruf von der Handwerkskammer oder von der Industrie,- und Handelskammer geregelt. Der wesentliche Unterschied ist, dass ersteres sehr kundenorientiert ist und in diesem Bereich vorwiegend viele Außentermine wahrgenommen werden. Entscheidest Du Dich für Industrie und Handel, wirst Du vorwiegend im Betrieb arbeiten.

Wie in der Einleitung angesprochen gibt es bei der dreieinhalb jährigen Ausbildung zur Elektronikerin oder zum Elektroniker einen Schwerpunkt zu wählen, der vor Beginn der Ausbildung festgelegt werden muss. Auszubildende starten normalerweise immer im Herbst eines Jahres, außer es wird vom jeweiligen Betrieb anders gewünscht oder vereinbart.

Die folgende Tabelle gibt Dir nähere Auskunft über die Ausbildung zur Elektronikerin bzw. zum Elektroniker:

Verlauf der Ausbildung zur Elektronikerin bzw. zum Elektroniker Inhalte Gehalt (durchschnittlich) im Monat
Erstes Ausbildungsjahr (Grundkenntnisse, gleich für alle Schwerpunkte)
  • Herstellungen von Teilen
  • Montage und Installation
  • Durchführen von elektronischen Messungen
  • Abwickeln von Serviceleistungen und Betreuung von Kunden vor Ort
  • Dokumentation der Arbeit und Erstellen von Abrechnungen
  • Umweltschutz
  • Sicherheit
805 Euro brutto
Zweites Ausbildungsjahr Fokus auf Schwerpunkt 855 Euro brutto
Drittes Ausbildungsjahr Fokus auf Schwerpunkt 875 Euro brutto
Vierte Ausbildungsjahr Fokus auf Schwerpunkt 930 Euro brutto

Ab dem zweiten Lehrjahr beschäftigst Du Dich, wie Du der obenstehenden Tabelle entnehmen kannst, mit den jeweiligen, gewählten Schwerpunkten. Diese Spezialisierungen der angehenden Elektronikerinnen bzw. Elektroniker lassen sich wie folgt zusammenfassen:


  • Geräte und Systeme: Hier beschäftigst Du Dich, unter anderem, mit der Fertigung, Installation und Wartung von Geräten für z. B. Fahrzeugelektronik oder Medizintechnik. Du überprüfst und koordinierst außerdem Aufträge für die Beschaffung von Materialien und erstellst auch Geräte,- und Systemdokumentationen.

  • Automatisierungstechnik: Bei der Automatisierungstechnik werden vor allem Automatisierungssysteme programmiert, installiert und gewartet. Das Analysieren von Fehlern und das Entwerfen von möglichen Änderungen der Systeme gehören beispielsweise auch dazu.

  • Betriebstechnik: Unter Betriebstechnik wird etwa das sichere Anbringen von elektrischen Bauteilen und auch das Installieren sowie Einrichten von Maschinen verstanden. Die Montage von Versorgungsleitungen gehört ebenfalls dazu, aber auch ganz grundsätzliche Aufgaben wie das Vorbereiten von Baustellen oder sonstigen Arbeitsplätzen.

  • Energie- und Gebäudetechnik: Dieser Bereich befasst sich vorwiegend mit der Einrichtung und Wartung der Stromversorgung von Gebäuden und sorgt für einen reibungslosen Stromfluss.

  • Gebäude,- und Infrastruktursysteme: Mit dem Entgegennehmen, Analysieren und Beheben von Störungen bei etwa Versorgungssystemen befassen sich Elektronikerinnen und Elektroniker in diesem Bereich. Sie müssen die Fehler suchen und auch einschätzen, ob es mögliche Gefahren durch Störungen gibt. Auch das Überprüfen von Systemen zählt zu den Aufgaben.

  • Informations,- und Systemtechnik: Zur „Informations,- und Systemtechnik“ zählt die Entwicklung, Installation und Wartung von Informationssystemen.

  • Informationselektronik (ehemalige Informations- und Telekommunikationstechnik): Als Informationselektroniker:in beschäftigst Du Dich vorwiegend mit den Installationen, die die Kommunikationstechnik (z. B. Internet) betreffen. Das Durchführen von Tests für z. B. eine Software sowie das Prüfen von Geräten gehört ebenfalls dazu.

  • Maschinen,- und Antriebstechnik: Hier beschäftigst Du Dich mit der Fertigung von etwa elektrischen Teilen von Maschinen und dem Einrichten und Warten von Antriebssystemen. Messungen und Auswertungen dieser Systeme und auch elektrischer Maschinen werden durchgeführt.

Am Ende des zweiten Lehrjahres musst Du eine Zwischenprüfung ablegen. Die dreieinhalbjährige Ausbildung schließt Du dann mit der sogenannten Gesellenprüfung ab.


Für den Fall, dass Dein Ausbildungsbetrieb nicht alle vorgeschriebenen Inhalte abdecken kann, werden die fehlenden Aufgaben an überbetrieblichen Berufsbildungsstätten verrichtet. Das bedeutet, dass es neben der Berufsschule und dem Betrieb sozusagen noch einen weiteren Lernort gibt.


Gerade für Klein,- oder Mittelbetriebe ist es oft schwierig, den gesamten Lernstoff abzudecken, da oftmals auch die Ausstattung fehlt. Damit diese jedoch trotzdem Auszubildende aufnehmen können, gibt es die sogenannten überbetriebliche Berufsbildungsstätten.


Das Einstiegsgehalt der Elektronikerin und des Elektronikers liegt zwischen1.500 Euro und 2.000 Euro brutto im Monat. Nach ein paar gemeisterten Arbeitsjahren in diesem Beruf wird sich Dein Gehalt deutlich erhöhen. Du verdienst dann im Durchschnitt 2.500 Euro, möglicherweise sogar 2.700 Euro brutto im Monat.


Elektronikerin / Elektroniker – Mögliche Ausbildungsbetriebe

Fragst Du Dich, welche Betriebe eigentlich für die Ausbildung zur Elektronikerin oder zum Elektroniker in Frage kommen? Da der Beruf der Elektronikerinnen und Elektroniker breit gefächert ist, gibt es viele Ausbildungsorte, bei welchen Du Dich bewerben kannst, z. B.:


  • Produktionshallen
  • Werkstätten
  • Verkehrsbetrieben
  • Gewerbebetrieben
  • Dienstleistungsunternehmen

Elektronikerin / Elektroniker – Weiterbildung

Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zur Elektronikerin oder zum Elektroniker trägst Du die Bezeichnung Geselle oder Gesellin und kannst in verschiedenen Betrieben arbeiten. Es gibt zahlreiche Weiterbildungen, z. B.

  • zum staatlich geprüften Techniker bzw. zur Technikerin oder
  • zum/zur Betriebswirt:in.

Dich interessiert die Koordination von Arbeitsvorgängen oder das Ausbilden von Lehrlingen? Dann wären die folgenden Ausbildungen möglicherweise für Dich geeignet:

  • Prozessmanager:in oder
  • Ausbilder:in

Allerdings sind das nicht die einzigen Möglichkeiten. Für viele Elektronikerinnen und Elektroniker ist der „Meisterbrief“ das Ziel. Um dieses Zertifikat zu erhalten, muss eine Ausbildung an einer Meisterschule absolviert werden. Du fragst Dich, welche Vorteile diese Weiterbildung mitbringt?


Zum einen wirst Du mit dem Meistertitel ein höheres Gehalt bekommen, zum anderen kannst Du mit diesem Zertifikat Führungsaufgaben übernehmen und auch Lehrlinge ausbilden. Wenn Du Dich selbstständig machen möchtest, solltest Du ebenfalls einen Meisterbrief erworben haben. Außerdem öffnet Dir dieser Abschluss Türen für ein Studium, da Du mit diesem, auch ohne Abitur, studieren kannst.

Elektronikerin / Elektroniker – Voraussetzungen

Elektronikerin / Elektroniker – Voraussetzungen

Es gibt keinen rechtlich-vorgeschrieben Abschluss, um eine Ausbildung zur Elektronikerin oder zum Elektroniker zu beginnen. Ein Realabschluss (Mittlere Reife) wird aber trotzdem empfohlen.
guten Schlussabschluss oder auch dem Abitur, bessere Chancen genommen zu werden. Dies ist aber je nach Betrieb sehr unterschiedlich. Am besten, Du fragst vor der Bewerbung bei Deinem Wunschbetrieb nach, welche Voraussetzungen erfüllt werden sollten.


Überlege Dir im Vorfeld zusätzlich, wie Du Dir die Arbeit vorstellst und ob sich das mit dem Beruf der Elektronikerinnen und Elektroniker vereinbaren lässt, denn:

  • Du wirst viel unterwegs sein und Außentermine haben.
  • Kundenkontakt gehört zu Deinen Aufgaben.
  • Verantwortung übernehmen: eine falsche Verbindung im Stromkreis kann zu fatalen Geschehnissen führen


Denke daran, dass Du bei diesem Beruf auch an Orten arbeitest, die nicht ganz ungefährlich sind, wie Hochstromanlagen. Wenn Du also lieber Wert auf einen risikofreien Arbeitsalltag legst und Dich auch nicht wohl dabei fühlst, viel Verantwortung zu tragen, dann wird Dir die Ausbildung bzw. der Beruf der Elektronikerinnen und Elektroniker höchstwahrscheinlich nicht zusagen.
Abschließend findest Du alle wichtigen Voraussetzungen für die Ausbildung zur Elektronikerin bzw. zum Elektroniker zusammengefasst:

  • gewisse körperliche Fitness (kein Bürojob)
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Freude an Außenterminen und Kundenkontakt
  • Genauigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Konzentrationsfähigkeit (auch unter Druck)
  • gewisses mathematisches und physikalisches Verständnis
  • kein Problem, in Gefahrengebieten wie Hochstromanlagen zu arbeiten
  • Realabschluss (Mittlere Reife) empfehlenswert

Elektroniker / Elektronikerin – Steckbrief

  • Elektronikerin bzw. Elektroniker – Aufgaben:
    • Stromversorgung
    • Geräte herstellen, installieren, programmieren und einstellen
    • Instandhaltung & Reparatur bei Störungen
  • Elektronikerin bzw. Elektroniker – Arbeitszeiten: variieren, oft Schichtdienst
  • Elektronikerin bzw. Elektroniker – Ausbildung
    • dual für 3,5 Jahre
    • Inhalte: Montage & Installation, elektronische Messungen, Serviceleistungen, Arbeitsdokumentation, Umweltschutz, Sicherheit
    • Spezialisierung ab zweitem Jahr: Geräte & Systeme, Automatisierungstechnik, Betriebstechnik, Energie- und Gebäudetechnik, Informationselektronik
  • Elektronikerin bzw. Elektroniker – Gehalt beim Berufseinstieg: zwischen 1.500 und 2.000 Euro brutto im Monat
  • Elektronikerin bzw. Elektroniker – Weiterbildung:
    • Techniker:in
    • Betriebswirt:in
    • Prozessmanager:in
  • Elektronikerin bzw. Elektroniker – Voraussetzungen & Fähigkeiten:
    • körperliche Fitness
    • physikalisches Verständnis
    • Verantwortungsbewusstsein


FAQs

Ein mittlerer Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Elektroniker empfohlen.

Das durchschnittliche Einstiegsgehalt eines Elektronikers liegt in Deutschland je nach Branche und Region zwischen 2.000 und 2.500 Euro brutto im Monat.

Nach der Ausbildung zum Elektroniker gibt es verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten. Einige davon sind: 1. Techniker für Elektrotechnik 2. Meister in der Elektrotechnik 3. Industriemeister Elektro 4. Kurs in der Automatisierungstechnik 5. Studium in der Fachrichtung Elektrotechnik oder Nachrichtentechnik.

Angehende Elektroniker sollten gute handwerkliche Fähigkeiten, ein gutes Verständnis für Mathematik und Physik, räumliches Vorstellungsvermögen und technisches Verständnis mitbringen. Außerdem ist Präzision und Sorgfalt bei der Arbeit wichtig.
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