Ausbildung Ergotherapeut

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Eine Handverletzung nach einem Sturz, Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule oder Probleme beim Essen nach einem Schlaganfall. Obwohl alle Fälle unterschiedlicher nicht sein können, haben sie eine Gemeinsamkeit: Sie alle werden ergotherapeutisch behandelt.
Du suchst einen Beruf, der durch seine Vielfältigkeit und den täglichen Menschenkontakt geprägt ist? Dann wäre die Ausbildung zur Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut vielleicht genau das Richtige für Dich! Zu Deinen Aufgaben gehört primär die Förderung der Selbstständigkeit und Autonomie Deiner Klient:innen, die aufgrund einer Erkrankung oder einer Behinderung in ihren Fähigkeiten eingeschränkt sind. Suchst Du außerdem einen Job, der einiges an Fortbildungen und Weiterbildungen bietet, ist die Ausbildung zur Ergotherapeutin bzw. zum Ergotherapeut eine gute Wahl.
Ergotherapeutin / Ergotherapeut – Aufgaben

Ergotherapeutin / Ergotherapeut – Aufgaben

Als Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut bist Du nicht nur ein Allrounder für Gesundheit, sondern auch Experte:in für Betätigung. Du unterstützt Menschen allen Altersgruppen, die in ihren Fähigkeiten eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Deine Aufgaben als Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut unterscheiden sich dabei je nach Fachbereich.



Pädiatrie
  • Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit motorischen oder psychischen Entwicklungsverzögerungen
  • Förderung größtmöglicher Selbstständigkeit durch Selbsthilfetraining und Hilfsmittelversorgung bei körperlichen und geistigen Behinderungen
  • Entwicklung und Verbesserung der Grob- und Feinmotorik, Koordination und Kommunikationsfähigkeit
  • Förderung der Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen
Geriatrie
  • Behandlung von älteren Menschen ab 65 mit akuten oder chronischen Erkrankungen wie Demenz
  • Wohn- und Hilfsmittelanpassung
  • funktionelle & neuropsychologische Therapie
  • gezieltes Training der Selbstversorgung in persönlichen Bereichen
Arbeitstherapie
  • Feststellung der Arbeitsfähigkeit nach Unfällen und Erkrankungen
  • Beratung für Wiedereingliederung
Psychiatrie / Psychosomatik
  • Behandlung von Menschen allen Alters mit neurotischen, psychotischen oder psychosomatischen Erkrankungen wie Depressionen
  • Stärkung der individuellen Wahrnehmungsfähigkeit
  • Stärkung & Förderung der sozialen Kompetenzen
Neurologie
  • Behandlung von Menschen mit Erkrankungen des Nervensystems
  • Training der sensorischen und motorischen Fähigkeiten nach Krankheiten wie Schlaganfällen oder Morbus Parkinson
  • Training der Selbstständigkeit im lebenspraktischen Bereich wie Essen oder Körperpflege
Orthopädie & Unfallchirurgie
  • Behandlung von Menschen nach Amputationen oder mit funktionellen Einschränkungen der Motorik
  • Übungen zum Erreichen größtmöglicher Selbstständigkeit im beruflichen, schulischen und häuslichen Bereich
  • schmerzarme Bewegungen durch Einüben entlastender Bewegungsabläufe
  • Training der Händigkeit, nach Erkrankungen, Unfällen oder Amputationen

Ergotherapeutin / Ergotherapeut Ausbildung – Gehalt, Inhalt & Dauer

Deine schulische Ausbildung zur Ergotherapeutin bzw. zum Ergotherapeutin dauert in der Regel drei Jahre. Das theoretische Hintergrundwissen lernst Du an einer Berufsfachschule, während Du das gelernte in vorgeschriebenen Fachpraktika vertiefen und anwenden kannst.


Deine Ausbildung zur Ergotherapeutin bzw. zum Ergotherapeuten setzt sich dabei aus theoretischen und praktischen Fächern zusammen und wird, wie erwähnt, durch die Praktika ergänzt. Während Deiner Ausbildung zur Ergotherapeutin bzw. zum Ergotherapeuten hast Du unter anderem folgende theoretische Fächer:


  • Anatomie und Physiologie
  • Berufskunde
  • Pädagogik und Psychologie
  • Geriatrie (Medizin für Menschen ab ca. 65 Jahren)
  • Pädiatrie
  • Hygiene und Arzneimittellehre

Da das Handwerk in der Ergotherapie einen besonderen Stellenwert hat, hast Du als Auszubildende:r der Ergotherapie auch praktische Handwerksfächer wie:


  • Holzarbeiten
  • Peddigrohr
  • Nähen
  • Ton

Zusätzlich kannst Du Dein gelerntes Wissen innerhalb der Pflichtpraktika während der Ausbildung zur Ergotherapeutin bzw. zum Ergotherapeuten in folgenden Bereichen vertiefen:


  • Pädiatrie
  • Geriatrie
  • Arbeitstherapie
  • Psychosomatik/Psychiatrie
  • Neurologie
  • Orthopädie & Unfallchirurgie

Die Ergotherapie-Ausbildung ist in der Regel unvergütet. Das bedeutet, dass Du während Deiner Ausbildung kein Ausbildungsgehalt bekommst. In einigen Privatschulen musst Du zusätzlich jeden Monat ein Schulgeld bezahlen.


Abschluss – Ergotherapeut / Ergotherapeutin


Du schließt Deine dreijährige Ausbildung zur Ergotherapeutin bzw. zum Ergotherapeuten mit einer Staatsexamensprüfung ab. Das Staatsexamen am Ende der Ergotherapie-Ausbildung setzt sich dabei aus:


  • schriftlichen,
  • mündlichen sowie
  • praktischen Prüfungsteilen zusammen.

Am Ende bist Du „staatlich anerkannte Ergotherapeutin bzw. anerkannter Ergotherapeut!“.


Ergotherapeutin / Ergotherapeut – Gehalt beim Berufseinstieg


Dein Einstiegsgehalt als ausgelernte Ergotherapeutin bzw. ausgelernter Ergotherapeut liegt im Durchschnitt bei etwa 1.900 Euro brutto im Monat. Durch Berufserfahrungen und Weiterbildungen kann Dein zukünftiges Gehalt auf bis zu 3.500 Euro brutto im Monat steigen.


Ergotherapeutin / Ergotherapeut – Mögliche Ausbildungsbetriebe


Während Deiner Ausbildung hast Du bereits die Möglichkeit, in verschiedene Arbeitsbereiche der Ergotherapie reinzuschnuppern. Zu Deinen möglichen Ausbildungsbetrieben bzw. Arbeitsorten als Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut zählen dabei unter anderem:


  • ambulante Ergotherapie Praxen
  • Krankenhäuser
  • Reha-Kliniken
  • Förderschulen
  • Alten- und Pflegeheimen
  • soziale Einrichtungen und Heime
  • Gesundheitszentren

Weiterbildung – Ergotherapeutin / Ergotherapeut

Als ausgelernte Ergotherapeutin bzw. ausgelernter Ergotherapeut hast Du zahlreiche Möglichkeiten Dich weiterzubilden.

Qualifizierungslehrgänge und Fortbildung – Ergotherapeut / Ergotherapeutin

Als Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut kannst Du fachbereichsspezifische Lehrgänge besuchen, die Dir zusätzliche Qualifikationen bieten. Zu den Qualifizierungslehrgängen als Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut gehören z. B.:

  • Entspannungstherapie
  • Musiktherapie
  • Therapeutische Konzepte wie Bobath
  • Schmerztherapie

Das Bobath-Konzept beschreibt einen interdisziplinären und problemlösenden Therapieansatz. Er richtet sich an Menschen mit motorischen Einschränkungen aufgrund von neurologischen Erkrankungen wie nach einem Schlaganfall. Verschiedene Berufsgruppen wie Therapeut:innen, Ärzt:innen und Pflegekräfte helfen den Patient:innen in der Genesungsphase ihre Selbstständigkeit und damit Lebensqualität zurückzuerlangen.

Aufstiegsweiterbildungen – Ergotherapeut / Ergotherapeutin

Wenn Du nach Deiner Ausbildung zur Ergotherapeutin bzw. zum Ergotherapeut gerne in einer leitenden Position arbeiten möchtest, bieten sich sogenannte Aufstiegsweiterbildungen an, wie:

  • Fachwirt:in für Gesundheits- und Sozialwesen
  • Betriebswirt:in für Sozialwesen

Studium – Ergotherapeut / Ergotherapeutin

Neben der Ergotherapie Ausbildung hast Du auch die Möglichkeit ein Hochschulstudium in dem Studiengang Ergotherapie zu absolvieren. Dabei stehen Dir drei verschiedene Möglichkeiten offen, um Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut zu werden:

  1. grundständiges Studium (Studium mit integrierter Ausbildung)
  2. ausbildungsbegleitendes Studium (dual)
  3. Vollzeitstudium nach der Ausbildung (additiv)

Jedes Studium wird dabei mit einer Bachelorarbeit beendet und dauert in der Regel etwa vier Jahre.

Ergotherapeutin / Ergotherapeut – Voraussetzungen

Ergotherapeutin / Ergotherapeut – Voraussetzungen

Du interessierst Dich für die Ausbildung zur Ergotherapeutin bzw. zum Ergotherapeuten, weißt aber nicht genau, welche Voraussetzungen Du mitbringen musst? Kein Problem! Hier findest Du alle Voraussetzungen, die für die Ausbildung zur Ergotherapeutin bzw. zum Ergotherapeuten wichtig sind, aufgelistet.

Für die Ausbildung zur Ergotherapeutin bzw. zum Ergotherapeuten benötigst Du folgende gesetzliche Voraussetzungen:

  • Realschulabschluss
  • oder Hauptschulabschluss mit anschließender zweijährigen Berufsausbildung

Außerdem solltest Du als angehende:r Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut in diesen Schulfächern Deine Stärken haben:

  • Deutsch
  • Biologie
  • Technik/Werken

Neben den schulischen Voraussetzungen sind auch folgende persönliche Eigenschaften als Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut hilfreich:

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kontaktfreude
  • medizinisches Interesse
  • psychische Belastbarkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • Geschicklichkeit/Hand-Augen-Koordination
  • Geduld
  • Kreativität

Ergotherapeutin / Ergotherapeut – Steckbrief

  • Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut – Aufgaben:
    • Förderung/ Verbesserung der Selbstständigkeit und Autonomie der Klient:innen
    • Ermöglichung von Handlungsfähigkeit bei motorischen, psychischen Einschränkungen
  • Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut – Ausbildung:
    • schulische Ausbildung (3 Jahre)
    • Inhalt besteht aus theoretischen und praktischen Unterrichtseinheiten
  • Abschluss – Ergotherapeut bzw. Ergotherapeutin:
    • Staatsexamen nach drei Jahren
    • besteht aus schriftlichen, mündlichen und praktischen Teilen
  • Ergotherapeutin bzw. Ergotherapeut – Gehalt:
    • in der Regel keine Ausbildungsvergütung während der Ausbildung
    • nach Abschluss: zwischen 1.900 und 3.500 Euro brutto im Monat
  • Weiterbildung/Fortbildung – Ergotherapeut bzw. Ergotherapeutin:
    • Qualifizierungslehrgänge wie Schmerztherapie
    • Aufstiegsweiterbildungen wie die Weiterbildung zur/zum Betriebswirt:in im Gesundheitswesen
    • Studium der Ergotherapie im Bachelor
  • Ergotherapeutinnen bzw. Ergotherapeuten – Voraussetzungen:
    • Realschulabschluss
    • medizinisches Interesse
    • Empathie
    • Kreativität
    • Geduld

FAQs

Ergotherapeuten arbeiten in verschiedenen Fachbereichen und ihre Aufgaben variieren: 1. Pädiatrie: Arbeit mit Kindern, um sensorische oder motorische Fähigkeiten zu verbessern; Unterstützung bei der Bewältigung von ADHS oder Autismus. 2. Geriatrie: Arbeit mit älteren Menschen, um alltägliche Aktivitäten zu fördern; Hilfe bei der Bewältigung von altersbedingten Beschwerden wie Demenz oder Arthritis. 3. Rehabilitation: Unterstützung von Patienten bei der Wiedererlangung von Fähigkeiten nach einem Unfall; Unterstützung bei der Anpassung an prothesen oder Körperanpassungen. 4. Psychiatrische Gesundheit: Hilfe bei der Bewältigung von seelischen Problemen; Unterstützung in der Selbstfürsorge und sozialen Interaktion. 5. Arbeitstherapie: Hilfe bei der Anpassung an die Arbeitsumgebung; Förderung von ergonomischen Praktiken.

Während der Ausbildung zum Ergotherapeuten erlernen Sie verschiedene therapeutische Verfahren zur Behandlung und Rehabilitation von Patienten. Dazu gehören körperliche Übungen, Psychomotorik, Handwerk und künstlerische Tätigkeiten. Sie lernen auch, wie man Patienten bei der Entwicklung und dem Erhalt von Fähigkeiten unterstützt, die sie in ihrem Alltag benötigen.

Nach Ihrer Ausbildung zum Ergotherapeuten können Sie sich durch verschiedene Weiterbildungen spezialisieren. Möglichkeiten sind zum Beispiel eine Weiterbildung in Handtherapie, Neurorehabilitation, Pädiatrie, Geriatrie oder Psychiatrie. Auch eine Weiterbildung zum Fachtherapeuten für motorisch-funktionelle Behandlung oder für sensorisch-integrative Behandlung ist möglich. Darüber hinaus können Sie ein Studium in Ergotherapie absolvieren, um Ihre Kenntnisse zu vertiefen und zu erweitern.

Die Voraussetzungen können je nach Schule variieren, jedoch sind sie normalerweise: 1. Mittlerer Schulabschluss oder eine gleichwertige Qualifikation 2. Gesundheitliche Eignung 3. Gute Kenntnisse in Naturwissenschaften und Sozialkunde könnten hilfreich sein 4. Manchmal wird auch ein Vorpraktikum in einem ergotherapeutischen Bereich verlangt. 5. Für einige Schulen kann auch das Mindestalter eine Rolle spielen.
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