Ausbildung Hörakustiker

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Gestern hattest Du einen Termin beim HNO-Arzt. Zur Kontrolle Deiner Ohren wurde auch ein Hörtest durchgeführt, da Du angegeben hast, täglich laute Musik über Deine Kopfhörer zu hören. Deine Hörfähigkeit kann dadurch eingeschränkt werden. Zum Glück hat der Arzt aber Entwarnung gegeben – es liegt keine Beeinträchtigung vor. Ab sofort wirst Du Dich bemühen, etwas leiser zu hören. Trotzdem fragst Du Dich, wer Dir im Falle einer Einschränkung des Gehörs eigentlich weiterhelfen kann? Die Antwort lautet: Hörakustikerinnen und Hörakustiker.


Zu den Aufgaben einer Hörakustikerin bzw. eines Hörakustikers gehören unter anderem das Anpassen bzw. Anfertigen von Hörgeräten. Diese Tätigkeiten zählen beispielsweise auch zu den Ausbildungsinhalten der angehenden Hörakustikerinnen und Hörakustiker. Möglicherweise kommt diese Berufsausbildung auch für Dich infrage?


Du hast Freude am Umgang mit Menschen und arbeitest präzise? Dann erfüllst Du bereits die ersten Voraussetzungen für eine Ausbildung als Hörakustikerin bzw. Hörakustiker.


Hörakustikerin / Hörakustiker – Aufgaben

Hörakustikerin / Hörakustiker – Aufgaben

Der Beruf der Hörakustikerin bzw. des Hörakustikers ist ein handwerklicher, anerkannter Ausbildungsberuf. Der Aufgabenbereich der Hörakustikerinnen und Hörakustiker ist abwechslungsreich. Du wirst einerseits viel mit Kund:innen kommunizieren und ihnen beratend zur Seite stehen, andererseits auch technisch Hand anlegen.
Hörakustiker:innen arbeiten in der Regel immer werktags in einer 40-Stunden-Woche. In der unten stehenden Tabelle findest Du einen Überblick der Aufgaben als Hörakustikerin bzw. Hörakustiker:
Aufgaben der Hörakustikerin bzw. des Hörakustikers Erklärung
Kundenbetreuung und -beratung
  • individuelle Betreuung und Beratung der Kund:innen rund um die Themen
    • Hörschutz (Vorbeugung)
    • Hörgeräte bzw. Hörsysteme
Durchführung von Hör- und Sprachtests
  • allgemeine Beurteilung der Hörleistung
  • Ermittlung, welche Einschränkung des Gehörs vorliegt und wie fortgeschritten diese ist
  • Erfassung der Daten für die Besprechung der Ergebnisse
Anfertigung und Anpassung der Hörgeräte
  • auf das Ohr zugeschnittene Anfertigung des Hörgeräts bzw. einer Otoplastik
  • Einstellung des Hörgeräts:
    • Softwareanpassungen an das Gehörvermögen der Kund:innen
    • Anpassungen und Kontrollen werden in regelmäßigen Abständen durchgeführt
Instandhaltung und Reparatur der Hörgeräte
  • für eine optimale Nutzung muss das Hörgerät
    • regelmäßig gereinigt werden
    • auf seine Funktionsfähigkeit kontrolliert werden
  • gegebenenfalls Einbau von Ersatzteilen oder Austausch des Geräts
  • Batteriewechsel
Administrative Tätigkeiten
  • Angebotserstellung
  • Erstellung von Abrechnungen

Da die Aufgaben der Hörakustikerinnen und Hörakustiker, wie erwähnt, sehr vielfältig sind und der Arbeitsbereich sowohl den Empfang als auch die Werkstätte einschließt, tragen sie dementsprechend auch unterschiedliche Arbeitskleidung. Während es normalerweise keine genauen Vorschriften für eine entsprechende Bekleidung für die Kundenbetreuung gibt, tragen die meisten Hörakustiker:innen einen lockeren Businessstil (z. B. Jeans und Blazer).


In der Werkstätte hingegen wird das Tragen von Schutzkleidung (z. B. Schutzbrillen etc.) vorgeschrieben, da dort Verletzungsgefahr besteht.

Hörakustikerin / Hörakustiker – Ausbildung

Hörakustikerin / Hörakustiker – Ausbildung

Die Ausbildung zur Hörakustikerin bzw. zum Hörakustiker dauert drei Jahre. Hierbei handelt es sich um eine duale Ausbildung. Das bedeutet, dass Du abwechselnd im Betrieb und in der Berufsschule lernen wirst. Die Ausbildung besteht demnach aus einer Kombination von Theorie und Praxis.


Die Ausbildungsdauer kann variieren. Vielleicht hast Du im Vorfeld schon ein Praktikum oder einen anderen Lehrgang besucht und kannst Dir dadurch Teile der Ausbildung anrechnen lassen. Hierfür musst Du einen Antrag stellen. Ob dieser genehmigt wird oder nicht, hängt von Deiner Vorerfahrung und den jeweiligen Bestimmungen der einzelnen Bundesländer ab.


Vielleicht möchtest Du die Ausbildung auch lieber in Teilzeit absolvieren? Auch das ist grundsätzlich möglich, solange es im Vertrag geregelt ist. Dadurch verlängert sich Deine Ausbildungszeit allerdings auch um ungefähr ein bis eineinhalb Jahre.

Hörakustikerin / Hörakustiker – Ausbildungsinhalte, Ausbildungsgehalt

Einen Überblick über die Inhalte der Ausbildung zur Hörakustikerin bzw. zum Hörakustiker, zeigt Dir die unten stehende Tabelle. Diese gibt ebenfalls Aufschluss über Dein Ausbildungsgehalt als Hörakustiker:in, da Du bei einer dualen Ausbildung eine gewisse Vergütung erhältst:


Ablauf der Ausbildung als Hörakustikerin bzw. Hörakustiker Inhalte Brutto-Gehalt im Monat
1. Ausbildungsjahr
  • Kundenberatung
  • Verkaufsgespräche
  • Anfertigung dreidimensionaler Abbildungen des Ohrs
  • Beurteilung von Hörprofilen
  • Audiologie (Lehre des Hörens)
  • Befundbewertung
700–900 Euro
2. Ausbildungsjahr
  • Hörsysteme und Einstellung von Hörsystemen
  • Durchführung von Hörtests bzw. Messungen
  • Erstellung von Otoplastiken
  • Gehörschutz
750–1.000 Euro
3. Ausbildungsjahr
  • bereits Gelerntes aus Jahr 1 und Jahr 2 vertiefen
  • Durchführung von Kontrollmessungen der Hörsysteme
  • Auswertung von Messungen
  • Service und Wartung der Hörgeräte
  • Vorsorge von Erkrankungen des Ohrs (z. B. Tinnitus)
  • Durchführung von Abrechnungen
800–1.100 Euro

Allgemeinbildende Fächer wie


  • Deutsch,
  • Wirtschaft und
  • Sozialkunde

stehen ebenfalls auf dem Lehrplan der Ausbildung der Hörakustiker:innen.



Nach dem zweiten Ausbildungsjahr steht für Dich eine Zwischenprüfung auf dem Programm. Bist Du am Ende Deiner Ausbildung angekommen, musst Du zum Abschluss noch Dein Wissen bei der Gesellenprüfung unter Beweis stellen. Hierbei gibt es einen theoretischen und praktischen Teil. Nur mit einer positiv abgeschlossenen Prüfung hast Du die Ausbildung zur Hörakustikerin bzw. zum Hörakustiker erfolgreich beendet.

Hörakustikerin / Hörakustiker – Gehalt nach der Ausbildung

Das Gehalt während Deiner Ausbildung konntest Du bereits der oben stehenden Tabelle entnehmen – aber wie fällt Dein Gehalt nach einer abgeschlossenen Ausbildung aus?


Die Spanne des Gehalts nach dem Berufseinstieg liegt bei Hörakustiker:innen etwa zwischen 1.800 und 2.200 Euro brutto im Monat. Mit steigender Berufserfahrung und Verantwortung steigt auch Dein Gehalt. Aber auch hier gilt: Die Gehälter können je nach Betrieb und Arbeitsort variieren.


Hörakustikerin / Hörakustiker – Meister Gehalt

Strebst Du die Weiterbildungsmöglichkeit zur Meisterin bzw. zum Meister an, kannst Du in der Regel bis zu 4.000 brutto im Monat verdienen.


Mit einem Meister-Titel kannst Du zum Beispiel auch Deine eigene Werkstatt oder Dein eigenes Fachgeschäft eröffnen und zudem Lehrlinge ausbilden.


Hörakustikerin / Hörakustiker – Mögliche Ausbildungsbetriebe

Fragst Du Dich, wo Du während Deiner Ausbildung als Hörakustikerin oder Hörakustiker bzw. anschließend tätig sein kannst? Hierbei gibt es folgende Möglichkeiten:


  • Fachgeschäfte (z. B. im Verkauf)
  • Werkstätten
  • Labore
  • Büros (z. B. beim Erstellen von Angeboten)

Im Rahmen von Ausbildungspraktika in Österreich, Spanien, Italien, Irland und Finnland können auch Teile Deiner Ausbildung im Ausland absolviert werden. Für Ausbildungen im Handwerk gibt es hierfür das BeEurope-Programm, welches vier Wochen dauert.


Eine beliebte Möglichkeit ist zudem, im Zuge der Zusatzqualifikation zur Europaassistentin bzw. zum Europaassistent eine bestimmte Zeit außerhalb Deutschlands zu verbringen.


Mit dieser Option kannst Du bereits während der Ausbildung zur Hörakustikerin bzw. zum Hörakustiker interkulturelle Kompetenzen sammeln, die Du am Ende bei einer Prüfung unter Beweis stellen musst. Inhalte sind unter anderem:


  • Europäisches Waren- und Wirtschaftsrecht
  • Europa- und Länderkunde

Für diese Zusatzqualifikation benötigst Du allerdings einen mittleren Bildungsabschluss.


Ein Auslandsaufenthalt kann übrigens auch gleich zu Beginn im Ausbildungsvertrag vereinbart werden.

Hörakustikerin / Hörakustiker – Weiterbildungsmöglichkeiten

Die Ausbildung zur Hörakustikerin bzw. zum Hörakustiker reicht Dir nicht und Du möchtest noch etwas an diese anhängen? Kein Problem. Es stehen Dir hierfür einige Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Wünschst Du einfach noch Dein Wissen als Hörakustiker:in zu vertiefen, kannst Du das z. B. in den folgenden Bereichen machen:


  • Informationstechnik
  • Kommunikationstechnik
  • Hörgeräteakustik

Um später in einer Führungsposition zu arbeiten, besteht die Möglichkeit, nach der Ausbildung zur Hörakustikerin bzw. zum Hörakustiker eine sogenannte Aufstiegsweiterbildung zur/zum


  • Meister:in für Hörakustik,
  • Techniker:in für Feinwerktechnik oder zur/zum
  • Techniker:in für Medizintechnik zu absolvieren.

Auch ein Studium kannst Du mit einem vorhandenen Abitur nach der Ausbildung antreten. Bachelorprogramme, die gut zur Hörakustiker:innen-Ausbildung passen sind:


  • Hörtechnik & Audiologie
  • Hörakustik & Audiologie
  • Medizintechnik
  • Gesundheitsmanagement
Hörakustikerin / Hörakustiker Ausbildung – Voraussetzung

Hörakustikerin / Hörakustiker Ausbildung – Voraussetzung

Du hast grundsätzlich Interesse an einer Ausbildung zur Hörakustikerin bzw. zum Hörakustiker, weißt aber nicht genau, ob Du alle Voraussetzungen mitbringst? Kein Problem! Damit Du einen Überblick zu den Voraussetzungen für angehende Hörakustiker:innen erhältst, findest Du unten stehend die Wichtigsten zusammengefasst:

  • freundliches Auftreten (vor allem bei Kundenkontakt)
  • gute Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik, Physik, Biologie und Werken/Technik sind von Vorteil
  • Freude am Umgang mit Menschen
  • handwerkliches Geschick
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • kaufmännisches Verständnis
  • gute mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit

Hörakustikerin / Hörakustiker – Schulabschluss

Rechtlich gesehen ist für die Ausbildung als Hörakustikerin bzw. Hörakustiker kein bestimmter Schulabschluss notwendig. Mit einem mittleren Bildungsabschluss/Realschulabschluss oder einem Hochschulabschluss bist Du aber in der Regel im Vorteil.

Hörakustikerin / Hörakustiker – Steckbrief

  • Die Aufgaben der Hörakustikerinnen und Hörakustiker sind abwechslungsreich und beinhalten:
    • Kundenbetreuung und -beratung
    • Durchführung von Hör- und Sprachtests
    • Anfertigung und Anpassung der Hörgeräte
    • Instandhaltung und Reparatur der Hörgeräte
    • administrative Tätigkeiten
  • Die Ausbildung zur Hörakustikerin bzw. zum Hörakustiker ist dual aufgebaut und dauert drei Jahre. Zu den Ausbildungsinhalten gehören z. B.:
    • Kundenberatung
    • Audiologie
    • Befundbewertung
    • Einstellung von Hörgeräten
    • Durchführung und Auswertungen von Hörtests und Messungen
    • Erstellung von Otoplastiken
  • Die Spanne des Gehalts nach dem Berufseinstieg liegt bei Hörakustiker:innen in etwa zwischen 1.800 und 2.200 Euro brutto im Monat. Strebst Du die Weiterbildungsmöglichkeit zur Meisterin bzw. zum Meister an, kannst Du in der Regel mit einem Gehalt von bis zu 4.000 brutto im Monat rechnen.
  • Mögliche Weiterbildungsmöglichkeiten als Hörakustikerin bzw. Hörakustiker sind:
    • Meister:in für Hörakustik
    • Techniker:in für Feinwerktechnik
    • Techniker:in für Medizintechnik
    • Studiengänge (z. B. Bachelorstudium Hörtechnik & Audiologie)
  • Voraussetzungen für die Ausbildung zur Hörakustikerin bzw. zum Hörakustiker sind unter anderem:
    • freundliches Auftreten (vor allem bei Kundenkontakt)
    • gute Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik, Physik, Biologie und Werken/Technik sind von Vorteil
    • handwerkliches Geschick
    • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Rechtlich gesehen ist für die Ausbildung als Hörakustikerin bzw. Hörakustiker kein bestimmter Schulabschluss notwendig. Mit einem mittleren Bildungsabschluss/Realschulabschluss oder einem Hochschulabschluss bist Du aber in der Regel im Vorteil.

FAQs

Das Gehalt eines Hörakustikers nach der Ausbildung kann stark variieren, abhängig von der Branche, dem Standort und der Erfahrung. Im Durchschnitt kann man jedoch mit einem Einstiegsgehalt von etwa 2000 bis 2500 Euro brutto pro Monat rechnen.

Die Ausbildung zur Hörakustikerin oder zum Hörakustiker umfasst im Wesentlichen vier Bereiche: 1. Kundenberatung und -betreuung 2. Anpassung und Verkauf von Hörgeräten 3. Durchführung von Hörtests und audiologischen Messungen 4. Technische Arbeit, bei der Sie lernen, Hörgeräte und Otoplastiken anzufertigen und zu reparieren.

Um eine Ausbildung als Hörakustiker:in zu beginnen, benötigen Sie normalerweise einen mittleren Schulabschluss. Zudem sind gute Noten in Mathematik und Physik nützlich, da diese Fächer in der Ausbildung wichtig sind. Ein Interesse an Medizin und Technik ist ebenfalls von Vorteil. Manche Betriebe verlangen auch handwerkliches Geschick und gute Kommunikationsfähigkeiten.

Nach der Ausbildung als Hörakustiker:in gibt es verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel: 1. Meister:in der Hörakustik: Hier können Sie mehr Verantwortung übernehmen und sogar Ihr eigenes Geschäft eröffnen. 2. Bachelor of Science in Hörakustik und Auditive Technologie: Dies ermöglicht Ihnen, tiefer in die wissenschaftlichen Aspekte des Berufs einzusteigen. 3. Spezialisierung auf Pädaudiologie: Hier können Sie Kindern und Jugendlichen mit Hörproblemen helfen. 4. Fortbildung zu speziellen Themen der Hörakustik, wie Tinnitus-Beratung oder implantierbare Hörgeräte.
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