Ausbildung Industriemechaniker

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Du hast schon als Kind das Basteln geliebt und mit Bausteinen komplexe Konstrukte erschaffen? Du liebst es, hart anzupacken, zu reparieren und mit Maschinen zu arbeiten? Wenn Lärm Dich nicht abschreckt und Du Dich nicht vor Schichtdienst scheust, dann könnte Dich eine Ausbildung zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker interessieren.
Auch eine betriebliche Umschulung zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker ist möglich. Doch welche Voraussetzungen brauchst Du, um Industriemechanikerin beziehungsweise Industriemechaniker zu werden? Was genau sind Deine zukünftigen Aufgaben? Und wie viel Gehalt bekommen Industriemechanikerinnen und Industriemechaniker?

Industriemechanikerin / Industriemechaniker – Aufgaben

Industriemechanikerin / Industriemechaniker – Aufgaben

Als Industriemechanikerin oder Industriemechaniker gehört unter anderem der Neu- und Umbau von Maschinen zu Deinen Aufgaben. Doch dieser Beruf hält noch viele andere Tätigkeiten bereit, die Deine Arbeit abwechslungsreich gestalten, wie:

  • Qualitätskontrolle von Maschinen
  • Ermittlung von Störungsursachen
  • Wartungs- und Reparaturarbeiten
  • Anfertigung von Montagezeichnungen
  • Programmierung von neuen elektronischen Arbeitsanweisungen in die Maschinen

Der Beruf der Industriemechanikerin beziehungsweise des Industriemechanikers ist ein sogenannter Monoberuf. Das bedeutet, dass Du Dich während Deiner Ausbildung nicht auf eine spezielle Branche fokussierst. Du hast aber die Möglichkeit, zwischen vier verschiedenen Fachausprägungen zu wählen:

Feingerätebau
  • Bearbeitungstechniken
  • Pneumatik und Elektro-Pneumatik
  • speicherprogrammierte Steuerung (SPS)
  • Schweißen
Anlagen- und Maschinenbau
  • Reparatur und Wartung von Pumpen, Rührern, Getrieben und Motoren
  • Anfertigung von Maschinen oder Maschinenteilen
  • Pneumatik und Hydraulik
Produktionstechnik
  • Verarbeitung von Metallen zu Stangen, Rohren oder Blechen
  • Steuerungstechnik
Instandhaltung
  • Herstellung und Umbau von Geräten oder Anlagen
  • Optimierung und Überwachung
  • Reparatur-, Pflege- und Wartungsarbeiten
Industriemechanikerin / Industriemechaniker Ausbildung – Gehalt, Inhalt & Dauer

Industriemechanikerin / Industriemechaniker Ausbildung – Gehalt, Inhalt & Dauer

Die Ausbildung zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker dauert dreieinhalb Jahre und ist dual aufgebaut.


Industriemechanikerinnen und Industriemechaniker sind aktuell sehr gefragt. Das bedeutet zum einen, dass die Chancen, von dem jeweiligen Ausbildungsbetrieb übernommen zu werden, sehr hoch sind.


Die Tabelle zeigt Dir, wie viel Gehalt Du in welchem Jahr Deiner Ausbildung zur Industriemechanikerin bzw. zum Industriemechaniker bekommst und wo die inhaltlichen Schwerpunkte liegen:


Ausbildungsjahr Inhalte Gehalt
Erstes Ausbildungsjahr
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz
  • Hilfs- und Werkstoffe
  • Werkzeugumgang
  • Umformungs- und Trennverfahren
  • Zusammenfügen verschiedener Werkstoffe
830–1.042 Euro brutto
Zweites Ausbildungsjahr
  • Anwendung und Erstellung von Fertigungsplänen
  • Steuerung und Planung von Abläufen
  • Montage von Bauteilen
  • Fehlerermittlung und Einstellung von Maschinen
910–1.102 Euro brutto
Drittes Ausbildungsjahr
  • Maschinelles Spanen
  • Anwendung von kombinierten Fertigungsverfahren
  • Programmierung von Maschinen
  • Instandhaltung und Wartung
970–1.195 Euro brutto
Viertes Ausbildungsjahr
  • Vorbereitung, Durchführung und Protokollierung eines Arbeitsauftrags im Betrieb
1.010–1.264 Euro brutto

Industriemechanikerin / Industriemechaniker – Stundenlohn

Das brutto Durchschnittsgehalt einer Industriemechanikerin oder eines Industriemechanikers liegt bei 3.871 Euro im Monat. Umgerechnet ergibt das einen Stundenlohn von etwa 25,50 Euro in einer 38-Stunden-Woche. Das brutto Einstiegsgehalt liegt bereits bei rund 2.300 bis 2.800 Euro.


Industriemechanikerin / Industriemechaniker – Ausbildungsbetriebe

Als Industriemechanikerin oder Industriemechaniker kannst Du in zahlreichen Betrieben ausgebildet und angestellt werden, beispielsweise bei:

  • Bahngesellschaften
  • Automobilherstellern
  • Firmen der Metall- und Kunststoffindustrie

Die Ausbildung zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker öffnet Dir die Türen für eine vielfältige Auswahl an Branchen, darunter:

  • Maschinenbau
  • Pharmazie
  • Lebensmittelindustrie
  • Papier-, Druck- und Textilverarbeitung
  • Elektroindustrie
  • Holz-, Glas- und Keramikverarbeitung
  • Möbelherstellung

Die Diversität der Ausbildung zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker lässt sich auch an den abwechslungsreichen Arbeitsplätzen nachvollziehen. So ist es nicht nur möglich, in Werkstätten zu arbeiten, sondern auch auf Baustellen und in öffentlichen Einrichtungen.

Industriemechanikerin / Industriemechaniker – Weiterbildung

Nach einer erfolgreichen Ausbildung zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterbildung. Im Folgenden findest Du eine Tabelle mit Optionen sowie der Dauer der Weiterbildung für Industriemechanikerinnen und Industriemechaniker:
Weiterbildung Dauer
Meister / Meisterin 5–16 Monate
Techniker /Technikerin 2–4 Jahre
Konstrukteur / Konstrukteurin 6 Monate

Nach diesen Weiterbildungen kannst Du außerdem ein duales Studium anschließen. Studiengänge, die sich für eine Weiterbildung als Industriemechaniker oder Industriemechanikerin anbieten, sind:


  • Maschinenbau
  • Produktionstechnik und Organisation
  • Mechatronik

Mit einer erfolgreichen Weiterbildung steigt auch Dein Einstiegsgehalt. Technikerinnen und Techniker verdienen brutto beispielsweise bis zu 3.300 Euro im Monat. Durch ein Studium kann sich Dein Gehalt sogar auf bis zu 4.500 Euro im Monat erhöhen.


Industriemechanikerin / Industriemechaniker – Umschulung

Neben einer Ausbildung zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker ist es auch möglich, eine betriebliche Umschulung zu absolvieren. Die Inhalte dieser Umschulung decken sich weitgehend mit denen der Ausbildung. Auch hier lernen angehende Industriemechanikerinnen und Industriemechaniker die theoretischen Grundlagen in einer Berufsschule und fördern ihre praktischen Fähigkeiten direkt am Arbeitsort.


Für eine Umschulung zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker gelten dieselben Voraussetzungen wie bei einer Ausbildung.

Industriemechanikerin / Industriemechaniker – Voraussetzungen

Industriemechanikerin / Industriemechaniker – Voraussetzungen

Wenn Du Industriemechanikerin oder Industriemechaniker werden möchtest, benötigst Du kein Abitur. Mit einem Real- oder Hauptschulabschluss hast Du bereits eine gute Vorbildung. Alles, was Du für den Erfolg im Beruf brauchst, wird Dir während Deiner Ausbildung gezeigt.

Du hast keine Probleme mit viel Lärm, bist geduldig und arbeitest gerne praktisch? Dann steckt in Dir vielleicht eine Industriemechanikerin oder ein Industriemechaniker. Neben dem Spaß am Bauen und einer handwerklichen Veranlagung braucht es noch weitere Fähigkeiten, um eine Ausbildung zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker erfolgreich abzuschließen, wie zum Beispiel:


  • Konzentrations- und Teamfähigkeit: Als Industriemechanikerin bzw. Industriemechaniker trägst Du Verantwortung. Es ist wichtig, dass Du Dich durch laute Geräusche nicht ablenken lässt und auch lästige Dinge sorgfältig und gewissenhaft erledigst.
  • räumliche Vorstellungskraft: Du solltest anhand von Bauplänen erkennen können, wie das spätere Werkstück bzw. die Anlage aussieht. Dafür brauchst Du ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen.
  • mathematische Kenntnisse: Besonders bei der Planung und Vorbereitung solltest Du in der Lage sein zu verstehen, was hinter den einzelnen Prozessen und Anlagen steht.
  • Feinmotorik und handwerkliches Geschick: Der Beruf ist nicht für das Büro ausgelegt, sondern erfordert, dass Du anpackst und dabei verstehst, was Du tust.
  • körperliche Belastbarkeit: Ausdauer, Körperkraft und gesunde Atemwege sind wichtig, da Du oft schwere Gegenstände transportieren und unter anderem in unbeheizten Gebäuden arbeiten wirst. Besonders die Montage kann dem Körper viel abverlangen.
  • Sorgfalt: Da Du Deine Aufgaben manchmal mit anderen Mitarbeitenden koordinieren musst, ist es wichtig, dass Du Dich mit anderen absprechen kannst.

Industriemechanikerin / Industriemechaniker – Einstellungstest

Um für eine Ausbildung zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker zugelassen zu werden, musst Du meistens einen Einstellungstest bestehen, den Dir Dein Ausbildungsbetrieb vorgibt. Dabei wird Dein Wissen in folgenden Bereichen geprüft:


  • Allgemeinwissen
  • mathematisches Verständnis
  • technisches Verständnis
  • logisches Denkvermögen
  • visuelle Vorstellungskraft
  • branchenspezifisches Fachwissen

Auch wenn es sich bei der Ausbildung zum Industriemechaniker oder zur Industriemechanikerin nicht um eine fachspezifische Ausbildung handelt, ist es für Dich ein Vorteil, wenn Du Dich mit Deinem gewählten Bereich und Deinem erwünschten Ausbildungsplatz auskennst. Bereite Dich also gut auf den Test vor, indem Du etwa nützliche Informationen über Deinen Betrieb sammelst.


Industriemechanikerin / Industriemechaniker – Steckbrief

  • Die Tätigkeiten der Industriemechanikerin beziehungsweise des Industriemechanikers variieren leicht, je nach gewähltem Schwerpunkt:
    • Feingerätebau: Herstellung von besonderen Maschinenteilen
    • Anlagen- und Maschinenbau: Arbeit mit großen Maschinen und Werkstoffkonstruktionen
    • Produktionstechnik: Neubau von Werkteilen
    • Instandhaltung: Wartung, Pflege und Reparatur von Maschinen- und Ersatzteilen
  • Die Ausbildung zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker dauert dreieinhalb Jahre und ist dual aufgebaut. Das bedeutet, dass Du sowohl eine Berufsschule besuchst als auch praktische Erfahrung in einem Betrieb sammelst.
  • Die Ausbildungsinhalte, die Du während der Ausbildung zur Industriemechanikerin beziehungsweise zum Industriemechaniker lernst, hängen von Deinem gewählten Schwerpunkt ab. Allgemeine Lerninhalte sind:
    • Montage von Bauteilen
    • Fehlerermittlung und Einstellung von Maschinen
    • Anwendung von kombinierten Fertigungsverfahren
    • Programmierung von Maschinen
    • Instandhaltung und Wartung
  • Das durchschnittliche Gehalt liegt beim Beruf Industriemechanikerin beziehungsweise Industriemechaniker bei 3.871 Euro. Der durchschnittliche Stundenlohn beträgt rund 25,50 Euro. Das Gehalt von Industriemechanikerinnen und Industriemechanikern nach der Ausbildung liegt in etwa zwischen 2.300 und 2.800 Euro brutto im Monat.
  • Möglichkeiten der Weiterbildung nach der Ausbildung zur Industriemechanikerin beziehungsweise zum Industriemechaniker sind:
    • Meisterin oder Meister
    • Technikerin oder Techniker
    • Konstrukteurin oder Konstrukteur
    • Studium (etwa Maschinenbau, Produktionstechnik oder Mechatronik)
  • Voraussetzungen für eine Ausbildung oder Umschulung zur Industriemechanikerin oder zum Industriemechaniker sind unter anderem:
    • körperliche Belastbarkeit
    • handwerkliches Geschick
    • technisches Verständnis und räumliches Denken
    • kein gesetzlicher Schulabschluss nötig

FAQs

Ein Industriemechaniker ist zuständig für die Herstellung, Instandhaltung und Überwachung von technischen Systemen. Sie installieren und reparieren Maschinen, prüfen diese auf Funktionalität und führen gegebenenfalls Wartungsarbeiten durch. Außerdem sind sie bei der Planung und Umsetzung technischer Änderungen beteiligt.

Für eine Ausbildung zum Industriemechaniker benötigen Sie in der Regel einen guten Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss. Außerdem sind gute Kenntnisse in Mathematik und Physik wichtig. Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sind ebenfalls sehr hilfreich.

Eine Umschulung zum Industriemechaniker dauert in der Regel 24 Monate und besteht sowohl aus theoretischen als auch praktischen Abschnitten. Sie beginnt mit dem Erlernen der Grundlagen in der Berufsschule und der Betriebsausbildung wo man Praxiserfahrung sammelt. Nach Abschluss der Umschulung, folgen Prüfungen von der Industrie- und Handelskammer. Mit Bestehen dieser Prüfungen ist man offiziell als Industriemechaniker anerkannt.

Es gibt verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung zum Industriemechaniker: 1. Techniker für Maschinentechnik 2. Industriemeister Fachrichtung Metall 3. Technische Fachwirte 4. Studium im Bereich Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen. 5. Verschiedene Spezialisierungskurse, wie Hydraulik, Pneumatik oder CNC-Technik.
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