Ausbildung Konditor

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Dunkle Kuvertüre klebt an Deinen Händen, an Deinem Shirt finden sich Mehl- und Zuckerspuren und am Mundrand klebt ein Gemisch aus Marmelade und Sahne. Das kümmert Dich jedoch herzlich wenig, denn stolz und glücklich blickst Du auf Dein neuestes Torten-Meisterwerk, mit dem Du wieder alle beeindruckst. Wenn Deine Sonntagnachmittage ungefähr so aussehen und selbst Deine Großmutter Dich nach Deinem Rezept fragt, dann erfüllst Du schon mal die wichtigsten Voraussetzungen und bist für eine Ausbildung als Konditorin bzw. Konditor bestens geeignet!
Konditorin / Konditor – Aufgaben

Konditorin / Konditor – Aufgaben

Der Konditorin bzw. Konditor Beruf klingt zwar nach einem lustigen Job voller Schokolade und Törtchen, aber in Wirklichkeit ist die Arbeit sehr detailliert und spezialisiert. Als Konditorin bzw. Konditor bist Du teils Designer:in, teils Chemiker:in und natürlich auch Köchin oder Koch. Es erwarten Dich eine Reihe vielseitiger und spannender Aufgaben als Konditorin bzw. Konditor:

  • Auswahl, Berechnen und Verarbeiten der Zutaten für die Herstellung von Süßspeisen.
  • Garnieren, Glasieren oder Zuckern von Süßwaren.
  • Präsentation der Waren
  • Verkauf

Konditorin / Konditor – Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten einer Konditorin oder eines Konditors können je nach Betrieb variieren, betragen jedoch in der Regel 40 Stunden in der Woche. In der Industrie kann es sein, dass Du in der Produktion in verschiedenen Schichten arbeiten musst, wohingegen Du in Cafés für gewöhnlich mit regelmäßigen Arbeitszeiten rechnen kannst. Auch hier können die genauen Uhrzeiten je nach Betrieb unterschiedlich ausfallen.

Konditorin / Konditor – Mögliche Ausbildungsbetriebe

Die Ausbildung zur Konditorin bzw. zum Konditor dauert in der Regel drei Jahre und gehört zum Ausbildungsbereich Lebensmittelgewerbe. Es handelt sich hierbei um eine duale Ausbildung. Das heißt, Du arbeitest teils im Ausbildungsbereich und gehst teils zur Berufsschule, in der Du dir theoretisches Wissen über den beruf der Konditorin bzw. des Konditors aneignest.
In folgender Tabelle findest Du Informationen zu den Inhalten und dem Gehalt der einzelnen Lehrjahre der Konditorin bzw. des Konditors:
Verlauf der Ausbildung zur Konditorin bzw. zum Konditor Inhalte Brutto-Gehalt im Monat
Erstes Ausbildungsjahr Im ersten Jahr geht es hauptsächlich um das Lernen …

  • … von Abläufen und der Bedienung der Geräte in der Backstube,
  • … von Rezepten von Süß- und Backwaren,
  • … der Gesundheits- und Hygienevorschriften und
  • … der Präsentation, Bewerbung und vom Verkauf der Waren.

Außerdem darfst Du schon einfache Teige und Massen herstellen.

565 bis 680 Euro
Zweites Ausbildungsjahr Herstellung von

  • kleinen Gerichten,
  • feinen Backwaren aus Massen,
  • Füllungen, Cremes und Süßspeisen,
  • Torten und Desserts sowie deren Gestaltung.
670 bis 755 Euro
Drittes Ausbildungsjahr
  • Verarbeiten von Zucker
  • Arbeiten mit Marzipan

Herstellen von

  • Erzeugnissen mit/aus Kuvertüre,
  • Speiseeis und
  • Spezialgebäcken.
800 bis 885 Euro
In der Regel hast Du während Deiner Ausbildung einen Tag in der Woche Theorieunterricht sowie jeden Monat ein Technologiepraktikum in den Konditoreiwerkstätten Deiner Berufsschule.
Der Unterricht selbst ist aufgeteilt in einen allgemeinen und einen fachlichen Bereich.
Allgemeiner Bereich Fachlicher Bereich
Deutsch Lernfeldunterricht mit technologischen, mathematischen, gestalterischen und fachpraktischen Inhalten
Gemeinschaftskunde Berufsfachliche Kompetenz
Wirtschaftskompetenz Wirtschaftskompetenz
Religionslehre Computertechnik

Zusätzlich kannst Du noch einen Wahlpflichtbereich anschließen. Während Deiner Ausbildung zur Konditorin bzw. zum Konditor schließt Du zwei große Prüfungen ab. Diese sind die Zwischenprüfung und am Ende die Gesellenprüfung.

Konditorin / Konditor – Zwischenprüfung

Noch vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahrs legst Du eine Zwischenprüfung ab. In dieser zeigst Du Deine bisherigen Kenntnisse und Fertigkeiten aus den ersten beiden Lehrjahren, die Du sowohl im Betrieb als auch im Theorieunterricht in der Berufsschule gelernt hast. Wie die Zwischenprüfung genau aussieht, hängt von der jeweiligen Berufsschule ab. Du kannst sie Dir ungefähr so vorstellen:


In ca. vier Stunden werden Dir zwei praktische Aufgaben gestellt, die wie folgt aussehen können:


  • Herstellung einer gefüllten und dekorierten Süßware aus Teig und/oder
  • Herstellung einer gefüllten Süßware aus Masse und/oder
  • Herstellung eines kleinen Gerichts aus frischen Zutaten.

Dabei sollst Du zeigen, dass Du eigenständig Arbeiten planen und durchführen kannst. Hierbei beurteilst Du selbstständig die Ergebnisse und achtest darauf, dass diese den Bestimmungen in den folgenden Bereichen entsprechen:


  • Hygiene,
  • Umweltschutz,
  • Wirtschaftlichkeit,
  • Arbeitssicherheit,
  • Gesundheitsschutz und
  • Kundenorientierung

Neben den praktischen Aufgaben erwartet Dich auch eine theoretische Prüfung, für die Du in der Regel 150 Minuten zur Verfügung hast. Die schriftlichen Aufgaben beziehen sich auf die praktischen Aufgaben, das heißt, Du sollst zeigen, dass Du folgendes kannst:


  • Arbeitsschritte planen,
  • Arbeitsmittel festlegen,
  • Zutaten beurteilen,
  • Mengen bestimmen,
  • Dekoration entwerfen und
  • lebensmittelrechtliche Vorschriften berücksichtigen

Konditorin / Konditor – Gesellenprüfung

Bei der Gesellenprüfung zeigst Du Deine Fertigkeiten und Kenntnisse, die Du aus diesen drei Lehrjahren mitgenommen hast. Auch diese Prüfung teilt sich in einen schriftlichen und praktischen Bereich auf. Die praktische Prüfung kann mitunter bis zu 12 Stunden andauern.


Wie die Gesellenprüfung genau aussieht, hängt von der jeweiligen Berufsschule ab. Bei der praktischen Prüfung könntest Du darum gebeten werden etwas herzustellen, z. B.:


  • eine Drei-Etagen-Festtagstorte
  • ein Formstück
  • ein kleines Gericht, einschließlich Suppe und Dessert
  • Erzeugnisse aus Teig oder Masse,
  • eine Konfektmischung aus Teegebäck und Pralinen einschließlich Garnieren, Dekorieren und Präsentieren8k8

Bei allen Aufgaben dokumentierst Du die Planung und Durchführung. Wie bei der Zwischenprüfung auch, ist es wichtig, während der Prüfung auf die oben genannten Bestimmungen zu achten.


Bei der schriftlichen Prüfung können Dich außerdem folgende Aufgaben bzw. Themengebiete erwarten:


  • Entwerfen und Zeichnen von Konditoreierzeugnissen
  • Warenwirtschaft, Produktionstechnik und Hygiene
  • Betriebswirtschaftliches Handeln
  • Wirtschaft und Sozialkunde
  • Lösung von möglichen Problemen bei der Produktion. Diese können sich auf technologische oder mathematische Bereiche beziehen.
  • Wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der Arbeitswelt.

Als ausgelernte Konditorin oder ausgelernter Konditor kannst Du als Gesellin bzw. Geselle mit einem Gehalt von 1.600 Euro bis 3.720 Euro brutto rechnen.

Als Konditorin bzw. Konditor stehen Dir unterschiedliche Arbeitsorte zur Verfügung. In diesen kannst Du ebenfalls eine Ausbildung absolvieren.


Klassisch kannst Du z. B. an folgenden Orten als Konditorin bzw. Konditor arbeiten:


  • Konditoreien,
  • Cafés,
  • Bäckereien oder
  • Confiserien

Oder Du lernst das Handwerk in

  • der Patisserie von Hotels und Restaurants,
  • Produktionshallen von Fabriken oder
  • Kühl- und Lagerräumen.

Konditorin / Konditor – Bewerbung

Vor der Bewerbung informierst Du Dich am besten über die Ausbildung. Denn wie in jedem Beruf gilt: je mehr Du bereits weißt, desto besser kannst Du überzeugen. Zu Deiner Bewerbung gehören


  • ein Anschreiben,
  • ein Lebenslauf und
  • Dein letztes Zeugnis.

Im Internet findest Du zahlreiche Textvorlagen für Anschreiben und Lebensläufe. An diesen kannst Du Dich orientieren. Kopiere jedoch nicht etwas Vorgeschriebenes, denn in den meisten Fällen wird das erkannt.


Umschulung Konditor / Konditorin

Auch als Quereinsteigerin bzw. Quereinsteiger ist eine Ausbildung zur Konditorin oder zum Konditor möglich. Die Umschulung zur Konditorin bzw. zum Konditor dauert in der Regel drei Jahre. Du kannst sie auf zwei Jahre verkürzen, wenn Du bereits Berufserfahrung oder eine erste Berufsausbildung in einem verwandten Bereich vorweisen kannst.



Ansonsten durchläufst Du auch bei einer Umschulung dieselben Prozesse wie bei der normalen Ausbildung zur Konditorin bzw. zum Konditor. Auch hier endet die Ausbildung mit einer Abschlussprüfung bei der Industrie- und Handelskammer. Du hast die Auswahl zwischen zahlreichen Bildungsanbietern, die Umschulungen in außerbetrieblicher Form als schulische Lehrgänge anbieten. Je nach Grund für die Umschulung hast Du die Möglichkeit auf eine Förderung, wie z. B. mit


  • einem Bildungsgutschein des Jobcenters,
  • den Förderprogrammen der Agentur für Arbeit
  • mithilfe der Berufsgenossenschaft oder
  • der Rentenversicherung.

Konditorin / Konditor – Weiterbildung

Nach einer erfolgreichen Ausbildung zur Konditorin oder zum Konditor gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterbildung. Im Folgenden findest Du eine Tabelle mit Optionen für Konditorinnen bzw. Konditoren, sowie der Dauer der Weiterbildung:
Weiterbildung Dauer
Konditormeister:in (Meisterbrief) 4–6 Monate
Lebensmitteltechniker:in oder Bäckereitechniker:in 2 Jahre
Ausbildungsberater oder Fach-/Werkstattleiter:in (an Konditoreifachschulen) nach Meisterbrief und je nach Berufserfahrung
Spezialisierungen (z. B. Torten, Pralinen, etc) abhängig von Spezialisierung

Mit einer erfolgreichen Weiterbildung steigt auch Dein Einstiegsgehalt. Durch eine Fort- und Weiterbildung kannst Du Dein Fachwissen erweitern und so weiter aufsteigen. Beispielsweise kannst Du nur mit einem Meisterbrief einen eigenen Betrieb führen.

Konditorin / Konditor – Studium

Als Konditorin bzw. Konditor mit Meisterbrief hast Du die Möglichkeit, ein weiterführendes Bachelor-Studium an einer Universität oder Fachhochschule aufzunehmen. Zu Verfügung stehen Dir alle Studiengänge, die mit Deinem Beruf als Konditorin bzw. Konditor verwandt sind, wie:


  • Ernährungswissenschaften,
  • Lebensmittelchemie,
  • Betriebswirt:in des Handwerks,
  • Ingenieur:in für Lebensmitteltechnologie oder
  • Ökotrophologie (Kombination aus Ernährungswissenschaft und Haushaltswissenschaft).

Sobald Du Dein Studium abgeschlossen hast, kannst Du in der Forschung tätig sein oder bei einem Nahrungsmittelproduzenten in der Entwicklung arbeiten.

Konditorin / Konditor Ausbildung – Voraussetzungen

Konditorin / Konditor Ausbildung – Voraussetzungen

Um Konditorin oder Konditor zu werden, sind in den folgenden Bereichen bestimmte Voraussetzungen nötig:


  • Schulabschluss: Ein bestimmter schulischer Abschluss ist nicht vorgeschrieben. Meist wird jedoch mindestens ein Hauptschulabschluss erwartet.

  • Gute Kenntnisse in den Fächern …
    • Mathematik: Damit Du beim Rezepterstellen nicht die falschen Mengen berechnest, solltest Du die Grundrechenarten beherrschen.
    • Deutsch: Vor allem im Kundenkontakt sind gute Deutschkenntnisse wichtig!
    • Kunst: Als Konditorin bzw. Konditor entwickelst Du neue Gebäcke und verzierst sie künstlerisch. Hierfür solltest Du besonders kreativ sein und ein Auge für Ästhetik haben.

  • Fähigkeiten:
    • Hier zählen vor allem Dein handwerkliches Geschick und Fingerspitzengefühl. Dazu solltest Du gewissenhaft arbeiten, auf Sauberkeit und Hygiene achten und teamfähig sein.

  • Eigenschaften:
    • Ein Interesse am Umgang mit frischen Zutaten und Produkten, Fantasie, gestalterische Begabung und Freude am Entwickeln und Ausprobieren neuer Ideen sollten vorhanden sein.

Konditorin / Konditor – Steckbrief

  • Der Konditorin bzw. Konditor Beruf beinhaltet die Erstellung von Süßwaren wie Torten, Pralinen oder Eis.
  • Das Konditorin bzw. Konditor Gehalt variiert stark, je nach Betrieb, und kann von 1.600 Euro bis 3.720 Euro variieren.
  • Bei der Konditorin bzw. Konditor Ausbildung handelt es sich um eine duale Ausbildung, die 3 Jahre dauert.
  • Nach der Ausbildung sind als Weiterbildungen Spezialisierungen oder der Meisterbrief möglich.
  • Mit einem Meisterbrief ist auch ein Studium möglich, wie Lebensmittelchemie oder Ernährungswissenschaften.
  • Die Konditorin bzw. Konditor Arbeitszeiten variieren je nach Art des Betriebs:
    • In der Industrie sind wechselnde Schichten möglich.
    • In Cafés oder Bäckereien sind feste Arbeitszeiten gewöhnlich.
  • Zu den Voraussetzungen für eine Konditorin bzw. Konditor Ausbildung gehören z. B.:
    • mindestens ein Hauptschulabschluss,
    • gute Kenntnisse in Mathematik, Deutsch und Kunst,
    • handwerkliches Geschick,
    • ein Auge für Ästhetik und
    • Spaß an kreativen Aufgaben.

FAQs

Um eine Ausbildung als Konditor:in zu beginnen, benötigen Sie in der Regel einen Hauptschulabschluss. Darüber hinaus sind handwerkliches Geschick, Kreativität und eine gute körperliche Konstitution wichtig. Kenntnisse in Mathematik und Chemie sind auch von Vorteil, da Sie diese in der Herstellung von Backwaren anwenden.

Die Ausbildung zur Konditorin oder zum Konditor dauert in der Regel drei Jahre und kombiniert berufliche Ausbildung im Betrieb und theoretische Unterweisung in der Berufsschule. Dort lernen die Auszubildenden alles über die Handwerkskunst der Konditorarbeit, einschließlich der Herstellung verschiedener Backwaren, Pralinen, Süßigkeiten sowie Dekoration und Präsentation ihrer Kreationen. Nach erfolgreichem Abschluss besteht die Möglichkeit, durch weiterführende Qualifikationen wie den Meister:innentitel die Karrierechancen zu erhöhen.

Nach Ihrer Ausbildung als Konditor:in können Sie in verschiedenen Bereichen arbeiten, darunter Bäckereien, Konditoreien, Hotels, Restaurants oder auch bei Catering-Unternehmen. In einigen Fällen können Sie auch in der Lebensmittelindustrie tätig sein.

Nach Ihrer Ausbildung als Konditor:in können Sie Weiterbildungen zum Meister:in im Konditorenhandwerk, zum Betriebswirt:in für das Konditorenhandwerk, oder eine Weiterbildung in der Lebensmitteltechnik oder Gastronomie durchführen. Außerdem können Sie auch eine Spezialisierung in bestimmten Bereichen anstreben, wie zum Beispiel in Schokoladen- oder Marzipanverarbeitung.
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