Ausbildung Krankenpfleger

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Um sechs Uhr morgens betrittst Du die chirurgische Station. Deine Aufgaben für heute: Wunddesinfektionen, Assistieren bei Operationen und Ausfüllen von Krankenakten. Um vierzehn Uhr ist Deine Schicht beendet. Du kannst nach Hause gehen und Dich auf die Nachtschicht für morgen vorbereiten.
So könnte ein typischer Tag im Leben einer Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. eines Gesundheits- und Krankenpflegers aussehen. Wenn Du kein Problem damit hast, Blut und Wunden zu sehen und Du mental und körperlich belastbar bist, dann erfüllst Du bereits die ersten Voraussetzungen für eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. zum Gesundheits- und Krankenpfleger.

Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger – Aufgaben

Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger – Aufgaben

Als Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Gesundheits- und Krankenpfleger erwarten Dich Aufgaben, die verschiedenen Bereichen zugeordnet werden können:


Medizinische Versorgung
  • Desinfizieren und überprüfen und von Wunden
  • Anlegen von Verbänden und Schienen
  • Assistieren bei chirurgischen Eingriffen
  • Verteilen und Sortieren von Medikamenten und Vorbereiten von Infusionen
  • Zugänge legen und z. B. Blutproben nehmen
  • Überprüfen von Vitalzeichen
  • Ausfüllen von Krankenakten

Grundpflege
  • Unterstützung bei der Körperpflege und Nahrungsaufnahme
  • Desinfizieren des Arbeitsplatzes und der Krankenzimmer

Zwischenmenschlichkeit
  • Patientinnen und Patienten Trost in schweren Zeiten spenden
  • Enger Austausch mit Ärztinnen und Ärzten und dem Kollegium

Dein Alltag als Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Gesundheits- und Krankenpfleger kann sehr unterschiedlich aussehen: So bist Du das wichtigste Glied zwischen Medizin, Ärztin und Arzt und den Patientinnen und Patienten. Du lernst in der Ausbildung nicht nur, wie Du verschiedene Verletzungen versorgst, sondern auch, hygienisch und effektiv zu arbeiten.


Außerdem arbeitest Du im Schichtbetrieb. Deshalb kann es sein, dass einige Arbeitstage für Dich schon um sechs Uhr morgens starten und andere wiederum erst spät am Abend.

Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger – Ausbildung

Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger – Ausbildung

Die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin oder zum Gesundheits- und Krankenpfleger dauert in der Regel drei Jahre. Den theoretischen Teil, also das medizinische Grundwissen zur Pflege, wird Dir in der Berufsschule beigebracht. Diese besuchst Du je nach Bundesland und Ausbildungsinstitution ungefähr dreimal pro Woche.
Die restlichen Tage der Woche wirst Du in einem Krankenhaus oder einer anderen medizinischen Praxis verbringen. Dort kannst Du theoretisch Gelerntes anwenden und das Kollegium unterstützen. Bei dieser Kombination aus Theorie und Praxis handelt es sich um eine duale Ausbildung.


Meistens bleibst Du nie auf einer festen Station, sondern wechselst Deine Einsatzgebiete. So lernst Du alle Abteilungen des Krankenhauses und ihre Vorgehensweise mit den spezifischen Krankheitsbildern kennen. Zudem erwarten Dich Praktika in einer Psychiatrie, Kinderklinik und einem Altenpflegeheim, die Du während Deiner Ausbildung absolvieren musst.


In folgender Tabelle findest Du einige Informationen zu den Inhalten der einzelnen Lehrjahre der angehenden Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. des angehenden Gesundheits- und Krankenpflegers:


Verlauf der Ausbildung zur/zum Gesundheits- und Krankenpfleger:in Inhalte Gehalt im Monat
1. Lehrjahr
  • Atmung
  • Kreislaufregulation
  • hygienische Grundkörperpflege
  • Notfallsituationen einschätzen und Notfalltraining
  • lebenserhaltende Sofortmaßnahmen
1.150 Euro bis 1.200 Euro brutto
2. Lehrjahr
  • Nervensystem bei Schmerz und Schlaf
  • Verabreichung von Medikamenten
  • Medikamentenzusammensetzung, -wirkung, und -lagerung
  • Anatomie, Physiologie
  • Vorbeugungsmaßnahmen
1.200 Euro bis 1.250 Euro brutto
3. Lehrjahr
  • Gesetzliche Rahmenbedingungen der Pflege
  • Hormonsystem
  • Demenz
  • Schwangerschaft, Neugeborene
  • Rehabilitationsmaßnahmen
1.300 Euro bis 1.350 Euro brutto

Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger – Prüfung


Am Ende des zweiten Lehrjahres als Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger absolvierst Du eine Zwischenprüfung. Diese besteht aus einem praktischen und mündlichen Teil:


  • Praktischer Teil: Versorgen einer Patientengruppe mit spezifischem Krankheitsbild unter Aufsicht einer Betreuerin oder eines Betreuers
  • Mündlicher Teil: Beantwortung von Fragen zu theoretischen Inhalten der Ausbildung

Die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. zum Gesundheits- und Krankenpfleger wird mit einer staatlichen Prüfung am Ende des dritten Lehrjahres abgeschlossen. Diese Abschlussprüfung beinhaltet, so wie die Zwischenprüfung, einen praktischen und mündlichen Teil.


Zusätzlich wird ein schriftlicher Teil abgelegt, für den der gesamte Inhalt Deiner Ausbildungsjahre als Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger gelernt werden muss:


  • Sozialwissenschaft
  • Rechtskunde
  • Anatomie
  • Krankheitslehre
  • Gesundheitswissenschaften
  • Pflegewissenschaften

Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger – Gehalt beim Berufseinstieg


Als examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin oder examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger unterscheidet sich das Einstiegsgehalt stark. So kannst Du monatlich mit 2.400 Euro brutto bis 3.200 Euro brutto rechnen. Das Gehalt variiert je nach Einsatzort, Bundesland und Träger, sodass der Stundenlohn zwischen 15 Euro und 20 Euro schwankt.


Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger – Bewerbung


Am besten startest Du damit, Dich über die Ausbildung zu informieren. Denn wie in jedem Beruf gilt es: je mehr Du bereits weißt, desto mehr kannst Du punkten. Zu Deiner Bewerbung gehören immer


  • ein Anschreiben,
  • ein Lebenslauf und
  • Dein letztes Zeugnis.

Für Anschreiben und Lebensläufe gibt es Hunderte Vorlagen, an denen Du Dich orientieren kannst, wenn Du Dir ein Layout überlegst. Aber auch hier gilt: eine Personalerin oder ein Personaler erkennt, wenn Du einfach etwas Vorgeschriebenes kopierst, darum ist immer etwas Kreativität gefragt. Trotzdem gibt es einige Informationen, die Du stets einbauen solltest.


Im Header, oder auch Briefkopf, schreibst Du alle wichtigen Adressdaten. Also zum einen die Adresse und Deine Ansprechperson in der medizinischen Einrichtung und zum anderen Deine eigene Anschrift. Außerdem gehören das aktuelle Datum und ein Betreff dazu. In Deinem Betreff schreibst Du, wofür Du Dich bewirbst. Also zum Beispiel:


Nach dem Header kommt Dein eigentliches Anschreiben, das Du natürlich mit einer Anrede formulierst. Als Nächstes schreibst Du, wo Du die Stellenanzeige gefunden hast. Zum Beispiel im Internet oder oldschool in einer Zeitung. Vielleicht hat Dich auch eine Gesundheitspflegerin oder ein Gesundheitspfleger darauf hingewiesen, dass in ihrem oder seinem Krankenhaus noch Leute gesucht werden, als Du Deine Oma auf Station besucht hast.


Dein nächster Schritt ist es, den Betrieb davon zu überzeugen, dass Du der oder die Richtige für den Job bist. Das heißt, Du stellst Dir drei Fragen und beantwortest sie in dieser Reihenfolge:


  • Warum möchtest Du Gesundheits- und Krankenpfleger:in werden?
  • Warum bist ausgerechnet Du für diesen Job gemacht?
  • Warum möchtest Du bei der medizinischen Einrichtung arbeiten, bei der Du Dich bewirbst?

Für die erste und die dritte Frage ist es wieder wichtig, dass Du weißt, welche Aufgaben auf Dich zukommen und warum die Firma heraussticht. Bei der zweiten Frage redest Du über Dich, Deinen Abschluss, Deine Hobbys, Stärken und vielleicht Praktika, die Du in dem Bereich schon gemacht hast.


Wenn Du etwas über Dich erzählst, solltest Du Dich aber auch immer fragen, ob die Information wichtig für die medizinischen Einrichtungen/Unternehmen sind. Bist Du zum Beispiel besonders emphatisch? Schreib es rein, das zeigt, dass Du bereit bist, Patientinnen und Patienten auch in schwierigen Situationen zu unterstützen.


Zum Schluss bittest Du darum, zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden und verabschiedest Dich mit einer Grußformel. Vergiss auch nicht zu unterschreiben. Mit einem Hinweis auf Deine Anlagen verweist Du schließlich auf Deinen Lebenslauf, Zeugnisse und mögliche Praktikumsberichte. Und im Nu hast Du vielleicht eine neue Ausbildungsstelle in Deinem Lieblingsunternehmen.


Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger – Mögliche Ausbildungsbetriebe


Die praktische Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. zum Gesundheits- und Krankenpfleger kann in


  • Kliniken,
  • Krankenhäusern und
  • Altenheimen

absolviert werden. Der theoretische, also schulische Teil der Ausbildung, findet in Fachschulen für medizinische Berufe und Pflegeschulen statt.


In den meisten Fällen steht die Institution, in der die Theorie gelehrt wird, bereits in Verbindung mit einer medizinischen Einrichtung, sodass Du Dich nicht gesondert darum kümmern musst. Sollte das nicht der Fall sein, musst Du Dich vor Deiner Ausbildung über mögliche Einsatzstellen informieren, in dem Du etwa Aushänge und Stellenangebote Deiner örtlichen Krankenhäuser und Praxen beachtest.

Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger – Weiterbildung

Wer die Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger abgeschlossen hat, kann sich vielseitig weiterbilden. Untenstehend findest Du eine Übersicht über die Weiterbildungsmöglichkeiten in der Pflege:


  • Case Management (individuelle Betreuung von Patient:innen im Hinblick auf Recht und Ressourcen)
  • Fachkraft in der häuslichen Pflege
  • Fachwirt:in im Gesundheits- und Sozialwesen (ökonomische und wirtschaftliche Planung)
  • Psychiatrische Pflege und Gerontopsychiatrie (Betreuung geistiger Gesundheit)
  • Schmerzmanagement (alternative Methoden)
  • Palliativ Care (Betreuung chronisch kranker und sterbender Patient:innen)
  • Geprüfte:r Pflegesachverständiger:in (Überprüfung von Pflegeabläufen und -zuständen)
  • Hygienefachkraft (Desinfektionsmethoden)
  • Intensivpflege (Pflege von besonders scher Erkrankten)
  • Praxisanleiter:in (Ausbildung von Pflegeschüler:innen)
  • Stations-, Wohn- und Bereichsleitung (Leiten einer Pflegeeinheit)
  • Qualitätsmanagementbeauftragte:r (Gesundheits- und Pflegequalität sichern)

Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger – Studium

Alternativ zur Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger kannst Du den breit gefächerten Themenbereich der Pflege auch studieren. Dabei gibt es verschiedene Kernthemen, die Dir zur Auswahl Deines Pflegestudiums stehen:


  • Advanced Nursing Practice Studium (duales Pflegestudium)
  • Pflegemanagement Studium (Leitung medizinischer Einrichtungen)
  • Pflegepädagogik (Lehrer:in für Pflegeschüler:innen)
  • Pflegewissenschaft (Wissenschaftliche Betrachtung der Pflege)

Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger – Voraussetzungen

Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger – Voraussetzungen

Um staatlich anerkannte Gesundheits- und Krankenpflegerin oder staatlich anerkannter Gesundheits- und Krankenpfleger zu werden, benötigst Du einen mittleren Schulabschluss. Es ist auch möglich, die Ausbildung mit einem Hauptschulabschluss zu beginnen. Dafür benötigst Du entweder eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren oder den Nachweis einer mindestens einjährigen Ausbildung zur Kranken- bzw. Altenpflegehelferin oder zum Kranken- bzw. Altenpflegehelfer.

Neben den schulischen Voraussetzungen gibt es aber noch weitere Kriterien für die Ausbildung bzw. Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger, mit denen Du kein Problem haben solltest:


Arbeitszeiten

  • Schichtarbeit (sehr früh aufstehen oder erst in der Nacht Feierabend haben + Nachtschichten)
  • Wochenendarbeit, Feiertagsarbeit

Persönliche Voraussetzungen

  • Empathie
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Belastbarkeit
  • Emotionale Stärke
  • Gewissenhaftigkeit
  • Interessen an den Fächern Biologie, Chemie, Physik

Gesundheits- und Krankenpflegerin / Gesundheits- und Krankenpfleger – Steckbrief

  • Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger – Aufgaben:
    • medizinische Versorgung kranker Menschen
    • Unterstützung in der Grundpflege
  • Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger – Gehalt am Ende der Ausbildung: zwischen 2.400 bis 3.200 Euro brutto
  • Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger – Ausbildung:
    • dual für drei Jahre
    • Inhalte: Anatomie, Physiologie, Psychologie, Krankheitslehre, Medikamentenlehre, Grundkörperpflege
    • Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger – Prüfung:
      • schriftlicher, praktischer und mündlicher Teil
  • Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger – Weiterbildung:
    • Hygienefachkraft
    • Praxisanleiter:in
    • Pflegemanagement Studium
  • Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger – Voraussetzungen:
    • Belastbarkeit
    • Verantwortungsbewusstsein
    • Interesse an Biologie, Chemie und Physik

FAQs

Gesundheits- und Krankenpfleger/innen sind zuständig für die Betreuung, Pflege und Beratung von kranken und gesundheitlich eingeschränkten Menschen aller Altersgruppen. Sie assistieren Ärzten bei Untersuchungen und Behandlungen, führen ärztlich veranlasste Maßnahmen durch, dokumentieren Patientendaten und arbeiten eng mit anderen medizinischen Fachkräften zusammen.

Die Inhalte der Ausbildung variieren, aber allgemein: Im ersten Lehrjahr lernen Auszubildenden grundlegende Kenntnisse wie Anatomie, Physiologie, Krankheitslehre, Pflege und Betreuung alter Menschen, Hygiene und Ernährungslehre. Das zweite Lehrjahr konzentriert sich auf spezialisierte Bereiche wie Innere Medizin, Chirurgie, Pädiatrie, Gynäkologie, Neurologie und Psychiatrie. Im dritten Lehrjahr erweitern Auszubildenden ihre Fachkenntnisse und fokussieren auf Bereiche wie Intensivpflege, Palliativpflege, Management und Qualitätsmanagement in der Pflege, außerdem die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung.

Die staatliche Prüfung in der Gesundheits- und Krankenpflege besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil. Im schriftlichen Teil müssen schriftliche Arbeiten zu fachbezogenen Themen erstellt werden. Der mündliche Teil besteht aus einer Diskussion oder einem Interview zu einem bestimmten Thema. Der praktische Teil erfolgt im Rahmen eines Einsatzes in einer Krankenpflegeeinrichtung, wo man seine Fähigkeiten unter Beweis stellen muss. Es ist zu beachten, dass alle drei Teile erfolgreich bestanden werden müssen, um die staatliche Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. Gesundheits- und Krankenpfleger zu erhalten.

Die Voraussetzungen für die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. zum Gesundheits- und Krankenpfleger können variieren, aber in der Regel benötigen Sie mindestens eine mittlere Reife oder einen gleichwertigen Abschluss. Sie sollten auch körperlich fit sein und gerne mit Menschen arbeiten. Erfahrungen in Erster Hilfe oder Pflege könnten ebenfalls hilfreich sein.
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