Ausbildung Landwirt

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Kartoffeln, Eier oder Fleisch verpackt aus dem Supermarkt zu kaufen ist nichts für Dich? Du möchtest wissen, wie diese Nahrungsmittel angebaut oder erzeugt werden und darüber hinaus selbst Hand anlegen? Dann könntest Du z. B. Landwirtin bzw. Landwirt werden.


Landwirt:innen übernehmen eine zentrale Rolle in der Erzeugung pflanzlicher und tierischer Produkte. Sie bearbeiten Böden, wählen Saatgut aus, pflegen Pflanzen und kümmern sich um Nutztiere. Doch auch die Wartung von landwirtschaftlichen Fahrzeugen zählt zu den Aufgaben von Landwirtinnen und Landwirten.


Bist Du organisiert, geschickt, besitzt technisches Verständnis und eine gute Beobachtungsgabe? Wenn Du Dich mit diesen Fähigkeiten identifizieren kannst, bringst Du schon die ersten Voraussetzungen für eine Ausbildung zur Landwirtin bzw. zum Landwirt mit.

Landwirtin / Landwirt werden – Aufgaben in der Landwirtschaft

Landwirtin / Landwirt werden – Aufgaben in der Landwirtschaft

Ehe Du eine Entscheidung triffst, fragst Du Dich vielleicht: Welche Aufgaben kommen eigentlich als Landwirtin oder Landwirt auf mich zu? In erster Linie unterscheidet sich der Beruf der Landwirtin bzw. des Landwirts von vielen anderen modernen Berufen, da Landwirt:innen hauptsächlich im Freien arbeiten. Scheunen, Ställe, Lagerräume, Maschinenschuppen – all diese Orte zählen zu den Einsatzorten von Landwirtinnen und Landwirten.


In Berufen der Landwirtschaft kann es vorkommen, dass Du bis zu 48 Stunden in der Woche arbeiten musst. Meist wird an allen Tagen – also auch an Sonn- und Feiertagen – gearbeitet. Langes Stehen und körperliches Aktivsein zählen zu Deinem Arbeitsalltag im Freien.


Die folgenden Aufgaben gehören zum Beruf der Landwirtin bzw. des Landwirts:

Aufgaben im Bereich der Landwirtschaft
Erzeugung von pflanzlichen und tierischen Produkten
  • Bearbeitung von Böden (z. B. Pflügen)
  • Auswahl von Saatgut
  • Pflege von Pflanzen (z. B. Düngen)
  • Fütterung der Tiere
Verkauf von pflanzlichen und tierischen Produkten
  • Ablieferung der Produkte an Supermärkte (z. B. Kartoffeln, Obst und Gemüse, Eier, Milch)
  • Marktstände oder Hofläden Instand halten
  • Dokumentation der verkauften Produkte (Buchführung)
Wartung von landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen
  • regelmäßige Wartung und Pflege von Nutzfahrzeugen wie z.B. Traktoren
  • Reparatur von Nutzfahrzeugen
Pflege von Nutztieren
  • Fütterung der Tiere
  • Reinigung der Ställe
Buchführung
  • Dokumentation der Geschäftsprozesse (aufgrund der Steuerpflicht landwirtschaftlicher Betriebe)

Landwirtin / Landwirt – Ausbildung

Die Ausbildung zur Landwirtin bzw. zum Landwirt dauert drei Jahre. Bei der Ausbildung handelt es sich um eine duale Ausbildung. Das bedeutet, dass Du abwechselnd im Betrieb und in der Berufsschule lernen wirst. Die Ausbildung besteht demnach aus einer Kombination von Theorie und Praxis.
Verlauf der Ausbildung zur Landwirtin bzw. zum Landwirt Inhalte durchschnittliches Gehalt im Monat
Erstes Ausbildungsjahr
  • Inhalte im Betrieb:
    • Organisation und Technik der anfallenden Arbeiten (z. B. Produktion und Vermarktung)
    • Pflanzen- und Tierproduktion
  • Inhalte in der Berufsschule:
    • Lerngebiet Pflanze:
      • Bearbeitung der Böden
      • Aussaat
      • Düngung
      • Pflege
      • Vermarktung
    • Lerngebiet Tier:
      • Fütterung
      • Zucht
      • Pflege
      • Haltung
      • Vermarktung
600 bis 800 Euro brutto
Zweites und drittes Ausbildungsjahr
  • Inhalte im Betrieb:
    • Vertiefung der Inhalte aus dem ersten Jahr
    • Ermittlung von Kosten und Leistungen
  • Inhalte in der Berufsschule:
    • Vertiefung der Inhalte aus dem ersten Jahr
    • Alternative Landwirtschaft
  • Zweites Jahr: 660 bis 850 Euro brutto
  • Drittes Jahr: 742 bis 901 Euro brutto
Die landwirtschaftliche Ausbildung sieht eine Zwischenprüfung vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres vor. Die Abschlussprüfung erfolgt hingegen am Ende des dritten Ausbildungsjahres.

Landwirtin / Landwirt – Jobs / Arbeitsplätze

Landwirtinnen bzw. Landwirte werden in landwirtschaftlichen Betrieben ausgebildet. Konkrete Einsatzorte von Landwirt:innen können die folgenden sein:
  • Ställe
  • Lagerräume
  • Geräte- bzw. Maschinenschuppen
  • im Freien
Landwirtin / Landwirt – Gehalt

Landwirtin / Landwirt – Gehalt

Das Einstiegsgehalt einer Landwirtin bzw. eines Landwirts beträgt circa 1.800 Euro brutto im Monat. Das Gehalt kann natürlich je nach Ort variieren. In den einzelnen Bundesländern finden sich deshalb Gehaltsunterschiede, so ist der Lohn z. B. im Westen Deutschlands aktuell höher als im Osten.

Gesellenlohn Landwirt:in

Wer eine Ausbildung in einem Beruf des Handwerks absolviert hat, wird Geselle genannt. Diese Person erhält einen sogenannten Gesellenbrief – der Brief gilt als Voraussetzung dafür, um in eine Meisterschule aufgenommen werden zu können.

Der Beruf der Landwirtin bzw. des Landwirts wird zu den Handwerksberufen gezählt, da dieses Berufsbild mit der Entwicklung der Handwerksberufe einhergeht. Wenn vom Einstiegsgehalt einer Landwirtin bzw. eines Landwirts gesprochen wird, wird häufig die Begrifflichkeit „Gesellenlohn Landwirtin“ bzw. „Gesellenlohn Landwirt“ verwendet.

Unterschied: Bäuerin – Landwirtin / Unterschied: Bauer – Landwirt

Obwohl Bäuerinnen bzw. Bauern und Landwirtinnen bzw. Landwirte großteils dieselben Aufgaben ausführen, besteht ein Unterschied zwischen beiden Begriffen. Dieser Unterschied liegt in der Ausbildung: Während Landwirt:innen eine Ausbildung absolviert haben, steckt hinter der Bezeichnung „Bäuerin“ bzw. „Bauer“ keine Berufsausbildung und damit auch keine Berufsbezeichnung im klassischen Sinn.

Dennoch handelt es sich bei der Bezeichnung „Bäuerin“ bzw. „Bauer“ um eine Tätigkeit, die als Beruf, also zum Verdienst des Lebensunterhalts, ausgeführt wird. Häufig geben Personen, die als Bäuerinnen bzw. Bauern tätig sind, ihren Hof an ihre Kinder weiter. Eine solche familiäre Weitergabe nimmt jedoch zunehmend ab, da nachfolgende Generationen sich oftmals für andere Berufe entscheiden. Die Berufsausbildung zur Landwirtin bzw. zum Landwirt stellt daher eine Möglichkeit dar, um eine Tätigkeit in der Landwirtschaft auszuüben.

Ausbildung Landwirtin / Landwirt – Voraussetzungen

Ausbildung Landwirtin / Landwirt – Voraussetzungen

Um eine Ausbildung zur Landwirtin bzw. zum Landwirt zu absolvieren, gibt es keine bestimmten Voraussetzungen, die Du erfüllen musst. Voraussetzungen, die optional sind, aber Deine Chancen erhöhen, eine Ausbildung in der Landwirtschaft zu ergattern, sind:


  • Hauptschulabschluss
  • Mittlere Reife
  • Hochschulreife
  • gute Noten in Biologie, Chemie, Technik und Mathematik

In der Praxis verfügen circa 45 Prozent der Landwirtinnen und Landwirte über einen mittleren Bildungsabschluss. Knapp 28 Prozent der Auszubildenden haben hingegen einen Hauptschulabschluss, während circa 24 Prozent über einen Hochschulabschluss verfügen. Dennoch ist es möglich, dass Bewerberinnen und Bewerber ohne einen dieser Abschlüsse eingestellt werden.


Neben diesen Voraussetzungen gibt es auch einige Fähigkeiten, die die Dir die Ausbildung und Tätigkeit als Landwirtin bzw. Landwirt vereinfachen können:


  • Geschick: Praktische Aufgaben, wie z. B. die Reinigung von Ställen oder die Pflege von Tieren, fallen Dir leicht.
  • Beobachtungsgabe: Du verfügst über eine gute Beobachtungsgabe, die Dir hilft, Erkrankungen von Tieren und Pflanzen rechtzeitig zu erkennen.
  • Reaktionsfähigkeit: Du kannst Dir vorstellen, landwirtschaftliche Geräte wie z. B. Traktoren zu führen, da Du generell eine schnelle Reaktionszeit besitzt. Die Führerscheinklasse T zu erwerben, kannst Du Dir deshalb gut vorstellen.
  • Verständnis für Technik: Technisches Verständnis wird Dir nachgesagt – daher stellt die Durchführung von Wartungsarbeiten an landwirtschaftlichen Maschinen für Dich kein Problem dar.
  • Planungs- und Organisationsvermögen: Anbauflächen zu planen, kannst Du Dir ebenfalls gut vorstellen, da Du gute Planungs- bzw. Organisationsfähigkeiten besitzt.

Landwirt:in – Steckbrief

  • Aufgaben von Landwirtinnen bzw. Landwirten sind unter anderem:
    • Erzeugung und Verkauf von pflanzlichen und tierischen Produkten
    • Bearbeitung von Böden, Auswahl von Saatgut, Pflege von Pflanzen, Fütterung der Tiere
    • Wartung von landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen
    • Buchführung
  • Ausbildungsberuf Landwirtschaft: Die Ausbildung zur Landwirtin bzw. zum Landwirt dauert drei Jahre. Inhalte der Landwirtschaft-Ausbildung sind unter anderem:
    • Organisation und Technik der anfallenden Arbeiten (z. B. Produktion und Vermarktung)
    • Pflanzen- und Tierproduktion
    • Bearbeitung der Böden
    • Aussaat
    • Düngung
    • Fütterung und Zucht von Nutztieren
  • Das Gehalt während der Ausbildung zur Landwirtin bzw. zum Landwirt liegt monatlich bei:
    • Jahr 1: 600–800 Euro brutto
    • Jahr 2: 660–850 Euro brutto
    • Jahr 3: 742–901 Euro brutto
  • Das Einstiegsgehaltals Landwirtin bzw. Landwirt liegt im Schnitt bei 1.800 Euro brutto im Monat.
    • Einstiegsgehalt oft auch „Gesellenlohn Landwirtin“ bzw. „Gesellenlohn Landwirt“ genannt
  • Unterschied: Bäuerin bzw. Bauer – Landwirtin bzw. Landwirt:
    • Begriffe werden häufig verwechselt
    • Unterschied liegt in Ausbildung: Landwirt:innen absolvieren Ausbildung, Bäuerinnen und Bauern haben keine klassische Berufsausbildung
  • Landwirtin bzw. Landwirt – Jobs & Arbeitsplätze:
    • Landwirtinnen bzw. Landwirte werden in landwirtschaftlichen Betrieben ausgebildet.
    • konkrete Einsatzorte z. B.: Ställe, Lagerräume, Geräte- bzw. Maschinenschuppen sein.
    • Ein Großteil der Ausbildung findet auch im Freien statt.
  • Fähigkeiten, die für eine Ausbildung als Landwirtin bzw. Landwirt nützlich sind, sind z. B.:
    • Geschicklichkeit
    • gute Beobachtungsgabe
    • schnelle Reaktionsfähigkeit
    • Planungs- und Organisationsvermögen
    • Verständnis für Technik
  • Landwirtin bzw. Landwirt werden: Für die Ausbildung zur Landwirtin bzw. zum Landwirt wird kein bestimmter Schulabschluss vorausgesetzt. Jedoch sind gute Noten in Biologie, Chemie, Technik und Mathematik von Vorteil.

FAQs

Als Landwirt hat man verschiedenste Aufgaben. Dazu gehören die Aussaat und Ernte von Getreide und anderen Pflanzen, die Pflege und Fütterung von Nutztieren, die Wartung und Bedienung von landwirtschaftlichen Maschinen sowie allgemeine Verwaltungsaufgaben wie das Management von Betriebsmitteln und die Finanzplanung.

Die Ausbildung zum Landwirt dauert in der Regel drei Jahre. Inhaltlich umfasst die Ausbildung Themen wie Tierhaltung, Pflanzenbau, Wirtschaftslehre und Umweltschutz. Praktische Fertigkeiten wie der Umgang mit landwirtschaftlichen Maschinen werden ebenfalls vermittelt.

Es gibt im Grunde keinen wesentlichen Unterschied zwischen einem Bauern und einem Landwirt. Beide Begriffe bezeichnen eine Person, die in der Landwirtschaft tätig ist. Allerdings wird der Begriff „Landwirt“ oft als moderner und professioneller angesehen, während „Bauer“ manchmal als abwertend oder veraltet betrachtet wird.

Um Landwirt zu werden, benötigen Sie in der Regel einen Haupt- oder Realschulabschluss. Zudem sind praktische Fähigkeiten und technisches Verständnis wichtig. Außerdem sollten Sie körperlich belastbar sein und kein Problem mit unregelmäßigen Arbeitszeiten haben. Es ist auch von Vorteil, wenn Sie sich für die Natur und Tiere interessieren. In Deutschland erfolgt die Ausbildung meist über eine dreijährige duale Ausbildung.
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