Ausbildung Logopäde

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Dein Arbeitstag startet mit einer Therapieeinheit in einer Reha-Klinik. Gemeinsam mit einer Patientin erarbeitest Du Kommunikationsstrategien nach einem Schlaganfall. Schon trifft Deine nächste Patientin ein, die wegen Sprachauffälligkeiten zu Dir kommt. Nach einer kurzen Leseeinheit stellst Du fest, dass sie Probleme mit dem „S“ hat und gemeinsam arbeitet ihr an der Lautbildung. So könnten Deine zukünftigen Aufgaben bzw. Dein Arbeitsalltag als Logopädin bzw. Logopäde aussehen.
Wenn Du ein Gefühl für Sprache hast, gerne mit Menschen aller Altersklassen arbeitest und kreativ bist, dann bringst Du schon die ersten Voraussetzungen für eine Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden mit.
Logopädin / Logopäde – Aufgaben

Logopädin / Logopäde – Aufgaben

Die logopädische Behandlung ist sehr vielfältig. Grundsätzlich kannst Du diese aber in drei verschiedene Therapieformen unterteilen:




Therapieform der Logopädie Was ist das? Mögliche Aufgaben
Sprachtherapie Behandlung von Problemen:

  • in der Sprachentwicklung
  • im Sprachgebrauch
  • im Sprachverständnis
  • Aufbau von Sprachverständnis
  • Aufbau Kommunikationsstrategien
  • Besserung/Erhaltung des Schluckvorganges
Sprechtherapie Behandlung von Problemen:

  • bei der korrekten Aussprache
  • bei der Lautbildung
  • Förderung der Sprechgeschwindigkeit
  • Förderung der Artikulation
Stimmtherapie Förderung bzw. Behandlung:

  • stimmlichen Beschwerden wie Heiserkeit
  • Stärkung der Stimme
Regulation von:

  • Atmung
  • Laut- und Stimmbildung (Phonation)
  • Schluckvorgängen

Der Aufgabenbereich einer Logopädin bzw. eines Logopäden ist also je nach Beschwerdebild und Anliegen der Patient:innen sehr abwechslungsreich. Zu Deinen zukünftigen Patient:innen zählen dabei nicht nur Kinder oder Erwachsene nach einer Krankheit wie Schlaganfällen, sondern auch zukünftige Lehrer:innen oder Moderator:innen.

Logopädie Ausbildung – Dauer, Inhalte

Die Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden dauert in der Regel drei Jahre. Sie zählt zu den therapeutischen Ausbildungsberufen. Bei der Ausbildung handelt es sich um eine schulische Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule, die durch Praktika ergänzt wird.
Zu der theoretischen Ausbildung für angehende Logopädinnen bzw. Logopäden gehören dabei Fächer wie:

  • Anatomie und Physiologie: Die beiden Fächer bilden die Grundlage, um Krankheitsbilder und Beschwerden zu verstehen.
  • Phoniatrie: Hier erlernst Du spezifische medizinische Kenntnisse, um Therapiepläne zu erarbeiten und umzusetzen sowie Befunde zu erheben.
  • Pädagogik und Psychologie: Die Grundlage für eine gute Therapie bildet der pädagogische Umgang mit den Patient:innen (besonders mit Kindern und Jugendlichen)
  • Sprecherziehung und Phonetik: Als Meister der Sprache ist es wichtig, Kenntnisse über die Entstehung von Lauten der deutschen Sprache zu kennen. Zusätzlich wird hier Deine eigene, individuelle Sprech- und Redefähigkeit verbessert.

Die praktische Ausbildung für angehenden Logopädinnen bzw. Logopäden setzt sich aus verschiedenen Fachpraktika zusammen, wie:
  • ein vierwöchiges Praktikum in einem verwandten Fachbereich, wie in einer HNO-Praxis
  • ein Therapiepraktikum in der Kita oder im Pflegeheim

Nach der dreijährigen Ausbildung schließt Du Deine Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden mit einer Staatsexamensprüfung ab. Diese setzt sich dabei aus einem
  • mündlichen,
  • schriftlichen und
  • praktischen Teil zusammen.

Am Ende bist Du dann „staatlich anerkannte:r Logopäde:in.“

Logopädie Ausbildung – Kosten

Da es sich bei der Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden um eine schulische Ausbildung handelt, ist sie in der Regel nicht vergütet. Während viele staatliche Berufsfachschulen keine Kosten erheben, kann es bei Privatschulen zusätzlich zu Schulgeld in Höhe von 150 bis 800 Euro pro Monat kommen.

Logopädie – Gehalt nach der Ausbildung

Du hast Deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und fragst Dich jetzt, wie es finanziell nach der Ausbildung aussieht? Als auslernte Logopädin bzw. ausgelernter Logopäde liegt das Einstiegsgehalt bei 2.300 EUR brutto im Monat. Durch Weiterbildungen und steigende Berufserfahrung kannst Du das Gehalt auf bis zu 3.000 EUR erhöhen.

Logopädin / Logopäde – Jobs und Praktika-Möglichkeiten

Als Logopäde:in bist Du Exptert:in für alle möglichen Sprechstörungen. Genauso vielfältig wie die Krankheitsbilder in der Logopädie sein können, sind auch Deine Jobmöglichkeiten. Nach Deiner Logopädie Ausbildung kannst Du z. B. in folgenden Bereichen arbeiten:

  • Logopädie Praxen
  • Rehabilitationskliniken
  • Förderschulen
  • Heime
  • Gesundheitsämter
  • Altenheime
  • Psychologischen Praxen

Logopädie Ausbildung – Krankenhaus

Das Krankenhaus zeichnet sich besonders durch die interdisziplinäre Arbeit aus. Das bedeutet, dass Du als Logopäde:in gemeinsam mit anderem Fachpersonal wie Ärzt:innen, Pfleger:innen oder Therapeut:innen zusammenarbeitest. Gemeinsam erarbeitet ihr einen Therapieplan, um den Patient:innen bei ihren Problemen zu helfen. Besonders häufig bist Du als Logopäde:in in den Fachbereichen:

  • Onkologie (Krebsstation)
  • Neurologie und
  • Geriatrie unterwegs.

Logopädin / Logopäde – Weiterbildungsmöglichkeiten

Du hast Deine Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden abgeschlossen und möchtest Dich weiterbilden? Hier findest Du einen Überblick über Weiterbildungsmöglichkeiten als Logopädin bzw. Logopäde:


  • Weiterbildung in speziellen Fachbereichen wie sprach-motorischen Störungen
  • Weiterbildung oder Studium zur Lehrerin bzw. zum Lehrer an Schulen im Gesundheitswesen
  • kaufmännische Weiterbildung zur Fachwirtin/ zum Fachwirt im Sozialen- und Gesundheitswesen.
  • duales oder berufsbegleitendes Studium sowie Vollzeitstudium der Logopädie

Logopädie – Ausbildung oder Studium

Du bist Dir noch unsicher, ob Du die klassische schulische Ausbildung machen oder doch lieber direkt studieren möchtest? Kein Problem! Dafür hast Du bei der Logopädie ebenfalls verschiedene Möglichkeiten, aus denen Du wählen kannst:


  • Duales Studium: Bei einem dualen Studium hast Du einen Ausbildungsvertrag mit einer Schule für Logopädie und einer kooperierenden Hochschule. Hier legst Du nach sechs Semestern die Examensprüfung ab und schließt dann nach weiteren zwei bis vier Semestern das Studium mit dem Bachelor ab.
  • Vollzeitstudium: Das Studium der Logopädie dauert drei Jahre. Hier machst Du nach zwei Jahren die Examensprüfung zur staatlich anerkannten Logopädin bzw. zum staatlich anerkannten Logopäden und schließt das Studium nach einem weiteren Jahr mit dem Bachelor ab.

Du fragst Dich, was der Unterschied zwischen der Logopädie Ausbildung und dem Studium ist? Hier sind einmal einige Fakten für Dich zusammengefasst:


Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden Studium zur Logopädin bzw. zum Logopäden
Arbeitsweise
  • praxisorientiert
  • theoretisch
  • wissenschaftliches Arbeiten steht im Vordergrund
Dauer
  • ca. 3 Jahre
  • ca. 3 1/2 Jahre
Abschluss
  • staatlich anerkannte:r Logopäde:in
  • staatlich anerkannte:r Logopäde:in
  • Bachelor of Science
Besonderheiten
  • enge Verknüpfung von Theorie und Praxis
  • Vermittlung von theoretischem Wissen in verschiedenen Bereichen
  • bereits während der Ausbildung Arbeit mit Patient:innen
  • wissenschaftliches Arbeiten qualifiziert für spätere Forschung oder Lehre
  • Schwerpunktwahl im Studienverlauf
  • Verknüpfung mit anderen Fächern wie Pädagogik oder Kommunikationswissenschaften möglich

Grundsätzlich unterscheiden sich die Logopädie-Ausbildung und das Logopädie-Studium hauptsächlich ihrer Arbeitsweise. Als ausgelernte:r Logopäde:in arbeitest Du sowohl während der Ausbildung als auch beim Studium an den gleichen Einsatzorten und auch das Gehalt unterscheidet sich nicht. Das liegt an den grundsätzlichen Therapiesätzen der Krankenkassen. Letztlich gilt: Ob Ausbildung oder Studium, hängt ganz von Deinen persönlichen Interessen ab.

Logopädie Ausbildung – Voraussetzungen

Logopädie Ausbildung – Voraussetzungen


Du interessierst Dich für eine Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden, weißt aber nicht, welche Voraussetzungen Du benötigst? Kein Problem! Hier findest Du alle wichtigen Voraussetzungen für eine Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden zusammengefasst.
Grundsätzlich benötigst Du für die Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden einen Realschulabschluss. Aber auch mit einem Hauptschulabschluss kannst Du eine Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden beginnen, sofern Du eine zweijährige Berufsausbildung vorlegen kannst.
Neben dem Schulabschluss sollten Dir auch die Fächer: Mathematik, Biologie,Musik und Deutsch liegen. Außerdem sind auch noch einige Tests und Gutachten für die Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden notwendig. Dazu gehören:
  • ein Stimmtest
  • ein phoniatrisches Gutachten
  • ein Attest über die gesundheitliche Eignung
  • ein HNO-Test

Neben den schulischen Voraussetzungen und den Gutachten/ Tests sind natürlich auch persönliche Voraussetzungen wichtig. Du solltest für den Beruf der Logopädin bzw. des Logopäden:
  • gerne mit Menschen arbeiten
  • ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen besitzen
  • ein gewisses Maß an Kreativität und Enthusiasmus mitbringen
  • anpassungsfähig sein
  • Geduld haben
  • körperlich und psychisch belastbar sein
  • gerne in einem interdisziplinären Team arbeiten

Logopäde/Logopädin – Steckbrief

  • Aufgaben einer Logopädin bzw. eines Logopäden setzen sich aus drei Therapieschwerpunkten zusammen:
    • Sprachtherapie wie Aufbau von Kommunikationsstrategien
    • Sprechtherapie wie Förderung der Artikulation
    • Stimmtherapie wie Atemtechniken
  • Die Ausbildungsdauer zur Logopädin bzw. zum Logopäden beträgt in der Regel drei Jahre.
  • Inhalte, die Dich während der Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden unter anderem erwarten, sind:
    • Anatomie und Physiologie
    • Pädagogik
    • Sprecherziehung
    • Phoniatrie
  • Die Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden wird nach dem dritten Lehrjahr mit einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Examensprüfung abgeschlossen.
  • Für die Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden kommen in der Regel neben den einmaligen Materialkosten keine weiteren Kosten auf Dich zu.
  • Als ausgelernte:r Logopädin bzw. Logopäde kannst Du mit einem durchschnittlichen Gehalt von 2.300 bis 3.300 Euro
  • Die Jobs als Logopädin bzw. Logopäde sind je nach Arbeitsort verschieden, so kannst Du in ambulanten Praxen, Förderschulen oder auch in Pflegeheimen arbeiten.
  • Im Krankenhaus arbeitest Du als Logopädin bzw. Logopäde in einem interdisziplinären Team, z. B. in der Onkologie oder der Geriatrie.
  • Neben der Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden kannst Du Dich auch für ein Studium der Logopädie entscheiden, wo Du folgende Möglichkeiten hast:
    • berufsbegleitend
    • duales Studium
    • Vollzeitstudium statt oder nach der Ausbildung
  • Voraussetzungen für die Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden sind:
    • ein Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss mit zweijähriger Berufsausbildung
    • ein Stimmtest
    • ein phoniatrisches Gutachten
    • ein Attest über gesundheitliche Eignung
    • ein HNO-Test

FAQs

Logopäden sind für die Diagnose und Therapie von Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- oder Hörstörungen zuständig. Ihre Aufgaben umfassen die Durchführung von Tests, die Erstellung von Therapieplänen, die Durchführung von Behandlungen und die Beratung von Patienten und ihren Familien.

Die Ausbildung zum Logopäden dauert in der Regel drei bis vier Jahre und enthält Inhalte wie Anatomie, Physiologie, Psychologie, Pädagogik, Linguistik sowie spezifische Fächer zur Diagnostik und Therapie von Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- oder Hörstörungen.

Als Logopäde haben Sie vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten. Dazu gehören beispielsweise Spezialisierungen auf bestimmte Patientengruppen wie Kinder oder Senioren, die Weiterbildung in neurolinguistischer Therapie, Dysphagietherapie, Stimmtherapie, oder die Qualifizierung zur therapeutischen Leitung. Zudem können Sie eine Promotion im Bereich Sprach- und Sprechwissenschaften anstreben.

Um eine Ausbildung zur Logopädin bzw. zum Logopäden anzutreten, braucht man im Regelfall mindestens einen mittleren Schulabschluss. Zudem ist ein Eignungstest üblich, wo zum Beispiel sprachliche Fähigkeiten überprüft werden. Manchmal kann auch ein Vorpraktikum erforderlich sein. Zudem sind physische und psychische Gesundheit wichtig, genau wie Freude am Umgang mit Menschen.
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