Ausbildung Maurer

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Du bist handwerklich begabt und kannst gut anpacken? Du arbeitest gerne im Team und draußen an der frischen Luft? Die Fächer Mathematik, Physik und Werken gehören zu Deinen Stärken? Wenn Du darüber hinaus äußerst sorgfältig arbeitest und ein hohes Durchhaltevermögen besitzt, dann könnte die Ausbildung zur Maurerin bzw. zum Maurer genau das Richtige für Dich sein.
Doch welche Aufgaben erfüllen Maurerinnen bzw. Maurer, welche weiteren Voraussetzungen werden benötigt, um sich für eine Ausbildung zu qualifizieren und wie hoch fällt das Gehalt in diesem Ausbildungsberuf aus?
Maurerin / Maurer – Beruf

Maurerin / Maurer – Beruf

Das Maurerhandwerk gilt als einer der ältesten Berufe und ist weiterhin sehr gefragt: Die Baubranche wächst und wächst. Hieraus ergeben sich hervorragende Perspektiven für diesen Ausbildungsberuf.

Maurerin / Maurer – Aufgaben

Die Aufgaben einer Maurerin bzw. eines Maurers sind vielfältig und lassen sich in verschiedene Bereiche einteilen:

Gerüstbau
  • Betonierung des Gebäudefundaments
  • Anfertigen von Schalungen
  • Verbauen der Schalungen im Fundament, Wänden & Decken sowie als Pfeiler mittels Stahleinlagen
Mauerwerk herstellen
  • Anmischen des Mörtels
  • Aufeinandersetzen der Steine
  • Prüfen der genauen Ausrichtung des Mauerwerks
  • ggf. Ausbessern von Steinen mit dem Maurerhammer, bevor der Mörtel ausgehärtet ist
  • Betonieren & Montieren vorgefertigter Bauteile (z. B. Fensterstützen)
  • Errichten von Gewölben & Schornsteinen
  • Bau von Stahlbetontreppen
Mauerwerk isolieren, veredeln & verkleiden
  • Isolation von Häusern: Anbringen von Dämm-, Isolier- & Füllstoffen
  • Abdichtung von Kellerwänden
  • Auftragen von Innen- und Außenputz
  • Herstellen & Verlegen von Estrichen & Bodenbelägen
  • Veredlung & Verkleidung der Mauer, z. B. mit Natursteinen
Restaurierungen
  • Instandhaltung & Sanierung älterer Gebäude, z. B. Erneuerung des Mauerwerks
  • Feststellen von Bauschäden
  • Suchen der Schadensursache
  • Festlegen von Reparaturmaßnahmen
  • Abbrucharbeiten

Maurerin / Maurer – Arbeitszeiten


Die Arbeitszeiten einer Maurerin bzw. eines Maurers fallen größtenteils auf Werktage, jedoch sind auch Wochenendarbeiten möglich. Diese werden jedoch durch freie Tage unter der Woche ausgeglichen, sodass sich eine 38- bzw. 40-Stunden-Woche ergibt.

Maurerin / Maurer – Ausbildung

Maurerin / Maurer – Ausbildung

Die Maurerinnen- bzw. Maurer-Lehre dauert drei Jahre und läuft dual ab. Das bedeutet, dass Du einen Teil Deiner Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und den anderen Teil in der Berufsschule absolvierst. Die Berufsschule besuchst Du in der Regel zweimal pro Woche, den Ausbildungsbetrieb dreimal pro Woche.


Während Du im Ausbildungsbetrieb in der Praxis lernst, wie Du einen Rohbau vom Keller bis zum Dach errichtest, lernst Du in der Berufsschule alle notwendigen theoretischen Hintergründe. Zu letzterem gehören die Themenbereiche Bauausführung, Feuchtigkeitsschutz, Baustoffkunde und Wärmedämmung.

Verlauf der Ausbildung zur Maurerin bzw. zum Maurer Inhalte der betrieblichen Ausbildung Inhalte der Berufsschule
1. Ausbildungsjahr
  • Kennenlernen der Strukturen und Tätigkeiten des Ausbildungsbetriebes
  • Umgang mit Werkzeugen, Baugeräten und -maschinen
  • Lesen von Bauplänen
  • Errichten einer Baustelle unter Berücksichtigung von Umweltschutz und Arbeitsschutz
    • Bauplanung
    • Durchführung
    • Bauabnahme
  • Mauern von Baukörpern
  • Herstellung von Konstruktionen aus Holz
2. Ausbildungsjahr
  • Herstellung von Baukörpern
  • Anmischen und Auftragen von Mörtel
  • Prüfen der Ausrichtung der Mauer mit Wasserwaage und Laser-Nivelliergeräten
  • Mauern von einschlägigen und zweischlägigen Wänden
  • Herstellen von Massivdecken
  • Herstellen von Estrich
3. Ausbildungsjahr
  • Mauern von speziellen Bauteilen wie Fenstern, Schornsteinen & Treppen
  • Anfertigung von Schalungen für Wände & Decken
  • Herstellen von Treppen
  • Herstellen von Natursteinmauern
  • Mauern spezieller Bauteile

Berichtsheft Maurerin / Maurer


Alle Inhalte, die Du während Deiner Ausbildung zur Maurerin bzw. zum Maurer lernst, schreibst Du in einem Berichtsheft nieder. Dieses Dokument wird nicht benotet. Ein vollständiges Berichtsheft wird jedoch benötigt, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Als Auszubildende:r bist Du dazu verpflichtet, es auszufüllen.


Das Berichtsheft dient zur Prüfungsvorbereitung. Gleichzeitig kann es bei Streitigkeiten zwischen Auszubildenden und Ausbildungsbetrieb als Protokoll über die Ausbildung und deren Inhalte dienen.


Berichtsheft Maurerin – Vorlage / Berichtsheft Maurer – Vorlage


Im Folgenden findest Du eine Übersicht über die wichtigsten Bestandteile eines Berichthefts, das Du während der Ausbildung zur Maurerin bzw. zum Maurer ausfüllen musst:


  1. Deckblatt
  2. Ausbildungsordnung
  3. Tätigkeiten & Aufgaben im Betrieb
  4. Inhalte des Berufsschulunterrichts
  5. Anmerkungen zu Urlaubs- & Krankheitstagen

Zwischenprüfung Maurerin – Theorie / Zwischenprüfung Maurer – Theorie


Wenn Du die theoretische Zwischenprüfung zur Maurerin bzw. zum Maurer bestehst, die nach dem 2. Ausbildungsjahr ansteht, hast Du bereits den Abschluss zur Hochbaufacharbeiterin bzw. zum Hochbaufacharbeiter sicher.


Eine Verkürzung der Ausbildungsdauer ist möglich, wenn Dein Notendurchschnitt besonders gut ist.


Maurerin / Maurer – Jobs


Als Maurerin bzw. Maurer findest Du Jobs in den folgenden Unternehmen im Baugewerbe:


  • Hochbauunternehmen
  • Sanierungs- und Modernisierungsunternehmen
  • Fertighausbau

Auch Jobs in der Industrie sind möglich, z. B. werden Maurerinnen und Maurer für die Ausmauerung und Instandhaltung von Ofenanlagen eingestellt.


Maurerin / Maurer: Ausbildung – Gehalt


Wie viel Du während Deiner Ausbildung zur Maurerin bzw. zum Maurer verdienst, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Branche des Ausbildungsbetriebes und das Bundesland, in dem Du ausgebildet wirst. Hinzu kommt, ob Dich Dein Ausbildungsbetrieb nach Tarif bezahlt. Je nach Bundesland und Branche unterscheiden sich die Tarifverträge.


In folgender Tabelle findest Du Informationen zum Ausbildungsgehalt während der einzelnen Ausbildungsjahre zur Maurerin bzw. zum Maurer:

Verlauf der Ausbildung zur Maurerin bzw. zum Maurer Monatliches Gehalt
1. Ausbildungsjahr 838 – 920 Euro brutto
2. Ausbildungsjahr 1.060 – 1.230 Euro brutto
3. Ausbildungsjahr 1.270 – 1.495 Euro brutto

Maurerin / Maurer – Gehalt nach der Ausbildung


Nachdem Du Deine Ausbildung abgeschlossen hast, erhöht sich Dein Gehalt. Das Einstiegsgehalt als Maurerin bzw. Maurer hängt ebenfalls wie das Ausbildungsgehalt von mehreren Faktoren ab, die sich auf den Betrieb beziehen, in dem Du arbeitest:

  • Bundesland
  • Branche
  • Tarifvertrag

Im Durchschnitt liegt das Einstiegsgehalt als Maurerin bzw. Maurer bei 1.720 bis 1.800Euro brutto im Monat. Bist Du in der Branche des Bauhauptgewerbes tätig, dann kannst Du mit einem monatlichen Einstiegsgehalt von 2.500 bis 3.300 Euro brutto rechnen.

Maurerin / Maurer – Weiterbildung

Als ausgebildete Maurerin bzw. ausgebildeter Maurer kannst Du Dich vielfältig weiterbilden. Weiterbildungen helfen Dir dabei, mit der Zeit ein höheres Gehalt zu verdienen.


Nach Deiner abgeschlossenen Ausbildung zur Maurerin bzw. zum Maurer sind sowohl Fortbildungen als auch ein Studium möglich.

Bezeichnung Art Tätigkeitsfeld / Studienfach Dauer
Techniker:in im Bereich Bautechnik (Hochbau, Baubetrieb, Bauerneuerung) Weiterbildung
  • Bauleitung: Überwachung & Koordination
  • Kosten- & Nachkalkulation
  • Einholen von Baugenehmigungen
  • Anfertigen von Detail- & Ausführungsplänen
  • Herstellen von Modellen
  • Prüfen der Bau- und Hilfsstoffe
  • 2 Jahre (Vollzeit)
  • 3–4 Jahre (Teilzeit)
  • 3–3,5 Jahre (Fernunterricht)
Maurer- und Betonbaumeister:in Weiterbildung
  • Planung von Arbeitsabläufen
  • Anleitung von Fachkräften
  • kaufmännische und verwaltende Aufgaben
  • variiert nach Ausbildungsanbieter & Unterrichtsform (Vollzeit/Teilzeit/Fernunterricht)
Polier:in im Bereich Hochbau Weiterbildung
  • Einrichtung und Überwachung von Baustellen
  • Anleiten von Fachkräften
  • Messungen
  • Prüfung von Bauzeichnungen
  • Personal- und Betriebsmittelmanagement
  • Qualitätskontrolle
  • variiert nach Ausbildungsanbieter & Unterrichtsform (Vollzeit/Teilzeit)
Vorarbeiter:in im Hochbau Weiterbildung
  • Leiten von Mitarbeiter:innen
  • Baustellenorganisation und -überwachung
  • Umsetzung des Qualitätsmanagements
  • Erstellung von Leistungsberichten & Abrechnungen
  • ca. 300 Unterrichtsstunden
Bauingenieurswesen Studium
  • Planung, statische Berechnung & Ausführung von Ingenieurbauten
  • 3–4 Jahre
Architektur Studium
  • Gebäude-, Stadt- & Landschaftsplanung
  • Architekturgeschichte & -theorie
  • Entwurf, Konstruktion & Bautechnik
  • 3–4 Jahre
Baubetriebswirtschaft/ Baumanagement Studium
  • kaufmännische und technische Bauplanung
  • Bauauftragsabwicklung
  • 3–4 Jahre
Maurerin / Maurer – Voraussetzungen

Maurerin / Maurer – Voraussetzungen

Für die Ausbildung zur Maurerin bzw. zum Maurer wird kein bestimmter Schulabschluss vorausgesetzt. Die Ausbildung ist sogar ohne einen Schulabschluss möglich. Die meisten Auszubildenden verfügen über einen Hauptschulabschluss.

Deine Stärken als angehende Maurerin bzw. angehender Maurer sollten jedoch vor allem in den folgenden Schulfächern liegen:

  • Mathematik: Beim Berechnen von Flächen und benötigten Materialmengen sind mathematische Kenntnisse von Vorteil. Wichtig ist auch ein räumliches Vorstellungsvermögen.
  • Physik: Um die Eigenschaften von Werkstoffen sowie die Wirkung von Kräften und Hebelarten richtig einzuschätzen, ist physikalisches Verständnis wichtig.
  • Werken/Technik: Kenntnisse im Werken bzw. in Technik werden beim Arbeiten mit Werkzeugen, Maschinen und Geräten benötigt. Technisches Zeichnen ist beim Anfertigen von Skizzen hilfreich.


Neben Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Kritikfähigkeit, Selbstständigkeit und Zuverlässigkeit, die in fast jedem Beruf gefragt sind, solltest Du als angehende Maurerin bzw. angehender Maurer auch über die folgenden Eigenschaften verfügen:

  • Handwerkliches Geschick: Mauersteine müssen akribisch genau gesetzt werden. Auch das Wiederherstellen von bestimmten Gewölben im Rahmen von Sanierungsarbeiten erfordert handwerkliches Geschick.
  • Teamfähigkeit: Im Maurerhandwerk werden häufig größere Fertigteile montiert. Hierbei kommt es auf eine reibungslose Zusammenarbeit verschiedener Handwerker:innen an.
  • Sorgfältigkeit: Beim Abmessen von Flächen sollte es keinesfalls zu Rechenfehlern kommen.
  • Durchhaltevermögen und körperliche Fitness: Das Tragen und Heben von Materialien ist körperlich sehr anstrengend.
  • Spaß an der Arbeit im Freien: Als Maurerin bzw. Maurer wirst Du einen Großteil der Arbeitszeit draußen verbringen – und das bei Wind und Wetter.
  • Schwindelfreiheit: Maurerinnen und Maurer müssen auf Gerüsten und Leitern schwindelfrei sein.

Maurerin / Maurer – Steckbrief

  • Maurerin / Maurer – Ausbildung: Die Ausbildung zur Maurerin bzw. zum Maurer läuft dual ab. Während der Maurerinnen- bzw. Maurer-Lehre sind Auszubildende dazu verpflichtet, ein Berichtsheft zu führen.
  • Maurerin / Maurer – Aufgaben: Zu den Aufgaben einer Maurerin bzw. eines Maurers gehören:
    • das Vorbereiten der Baustelle
    • der Gerüstbau
    • die Herstellung des Mauerwerks
    • die Isolierung, Veredelung und Verkleidung des Mauerwerks
    • Restaurierungen älterer Gebäude
  • Maurerin / Maurer – Arbeitszeiten: Maurerinnen bzw. Maurerer arbeiten in der Regel 38 bis 40 Stunden pro Woche.
  • Maurerin / Maurer – Ausbildung: Gehalt: Als Maurerin bzw. Maurer erhältst Du während der Ausbildung, abhängig vom Bundesland, Ausbildungsbetrieb und dessen Tarifgebundenheit, ein monatliches Gehalt von:
    • 1. Ausbildungsjahr: 838 – 920 Euro brutto
    • 2. Ausbildungsjahr: 1.060 – 1.230 Euro brutto
    • 3. Ausbildungsjahr: 1.270 – 1.495 Euro brutto
  • Maurerin / Maurer: Gehalt nach der Ausbildung: Das durchschnittliche monatliche Einstiegsgehalt als Maurerin bzw. Maurer liegt zwischen 1.720 und 1.800 Euro brutto.
  • Maurerin / Maurer – Jobs: Als Maurerin bzw. Maurer findest Du in den folgenden Unternehmen Jobs:
    • Hochbauunternehmen
    • Sanierungs- und Modernisierungsunternehmen
    • Fertighausbau
    • Industrie, z. B. für die Ausmauerung/ Instandhaltung von Ofenanlagen
  • Maurerin / Maurer – Weiterbildung: Nach der abgeschlossenen Ausbildung zur Maurerin bzw. zum Maurer sind sowohl Fortbildungen als auch ein Studium möglich.
  • Maurerin / Maurer – Voraussetzungen: Für die Ausbildung zur Maurerin bzw. zum Maurer wird kein bestimmter Schulabschluss vorausgesetzt. Deine Stärken sollten jedoch in den Fächern Mathematik, Physik und Werken/Technik liegen. Außerdem solltest Du für die Ausbildung zur Maurerin bzw. zum Maurer über die folgenden Eigenschaften und Fähigkeiten verfügen:
    • Handwerkliches Geschick
    • Teamfähigkeit
    • Sorgfältigkeit
    • Durchhaltevermögen und körperliche Fitness
    • Spaß an der Arbeit im Freien
    • Schwindelfreiheit

FAQs

Ein Maurer ist verantwortlich für den Bau und die Instandhaltung von Gebäuden, Wänden und anderen Strukturen aus Mauerwerk. Ihre Aufgaben umfassen das Lesen von Bauplänen, das Vorbereiten von Mörtel oder Betonmischungen, das Schneiden oder Formen von Steinen oder Ziegeln und das Verlegen dieser Materialien nach den entsprechenden Vorgaben.

Das Gehalt während einer Ausbildung als Maurer kann je nach Region und Betrieb variieren. Im ersten Ausbildungsjahr liegt es oft zwischen 850 und 950 Euro brutto im Monat. Im zweiten Jahr kann es auf über 1000 Euro steigen, und im dritten und vierten Jahr kann es bis zu 1400 Euro erreichen.

Die Weiterbildung für einen Maurer kann unterschiedlich aussehen. Häufige Weiterbildungen sind zum Beispiel zum Polier, Werkpolier oder zum Meister im Maurer- und Betonbauerhandwerk. Darüber hinaus gibt es Zusatzqualifikationen wie etwa im Denkmalschutz oder im energieeffizienten Bauen. Weiterbildungskurse können berufsbegleitend oder in Vollzeit besucht werden. Die Dauer und Kosten variieren je nach Weiterbildung.

Um eine Ausbildung als Maurer zu beginnen, benötigen Sie in der Regel einen Hauptschulabschluss. Daneben sind handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und körperliche Fitness wichtige Voraussetzungen. Zudem sollten Sie keine Angst vor Arbeit im Freien und auf Höhen haben.
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