Ausbildung Medizinische Fachangestellte

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Du sitzt im Wartezimmer Deiner Hausarztpraxis. Dort hörst Du, wie die Medizinischen Fachangestellten am Empfang Telefonate entgegennehmen und Termine vereinbaren. Neugierig siehst Du aus dem Wartezimmer. Eine der Medizinischen Fachangestellten begleitet eine Patientin in das Untersuchungszimmer. Eine Kollegin ruft ihr zu: „Ich bin heute für die Laborarbeiten eingeteilt. Du findest mich also im Labor, falls du mich suchst.“ Die Medizinische Fachangestellte nickt, betritt das Untersuchungszimmer und kommt kurze Zeit später wieder heraus. Danach läuft sie in Deine Richtung und ruft schließlich Deinen Namen auf.
Du findest es spannend, wie Aufgaben von Medizinischen Fachangestellten aussehen? Die Eindrücke, die Du bisher sammeln konntest, gefallen Dir und haben Dich neugierig gemacht? Dann könnte die Ausbildung zur bzw. zum Medizinischen Fachangestellten genau das Richtige für Dich sein.
Medizinische Fachangestellte / Medizinischer Fachangestellter – Aufgaben

Medizinische Fachangestellte / Medizinischer Fachangestellter – Aufgaben

Der zukünftige Job sollte nicht nur zu Dir und Deinen Fähigkeiten passen, er sollte vor allem auch Spaß machen! Sollte Dich also die Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten interessieren, so mache Dich zunächst mit den Aufgabenbereichen vertraut.


Medizinische Fachangestellte sind sowohl für verschiedene Aufgaben im (fach)medizinischen Bereich zuständig, als auch für die Verwaltung und das Praxismanagement.


Die Aufgaben im (fach)medizinischen Bereich als medizinische Fachangestellte bzw. als medizinischer Fachangestellter umfassen beispielsweise:


  • Blutabnahmen
  • Verabreichung von Injektionen/Infusionen
  • Laborarbeiten
  • Messen des Blutdrucks
  • Assistenz bei ärztlicher Diagnostik und Therapie
  • Elektrokardiogramm (EKG) anlegen und schreiben
  • Versorgung von Wunden

Zu den Aufgaben der Verwaltung und des Praxismanagements der medizinischen Fachangestellten gehören unter anderem:


  • Empfang und Annahme von Patientinnen und Patienten
  • Vorbereitung der Untersuchungsräume
  • Gestaltung des Wartezimmers
  • Terminkoordination (persönlich, telefonisch, online)
  • Erstellung von Abrechnungen
  • Pflege der Patientenkartei
  • Bestellung und Verwaltung von Verbrauchsmaterialien

Je nachdem, in welchem Betrieb die Ausbildung aufgenommen wird, können die Aufgaben als MFA variieren:


Medizinische Fachangestellte / Medizinischer Fachangestellter – Ausbildung

Medizinische Fachangestellte / Medizinischer Fachangestellter – Ausbildung

Die Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten dauert drei Jahre und ist dual aufgebaut. Das heißt, sie besteht aus einem praktischen Teil – der Arbeit in einem Ausbildungsbetrieb – und einem theoretischen Teil – dem Unterricht an einer Berufsschule. Dabei lernst Du in jedem Ausbildungsjahr neue Lerninhalte. Im Folgenden werden einige Beispiele aufgeführt:
1. Ausbildungsjahr als MFA 2. Ausbildungsjahr als MFA 3. Ausbildungsjahr als MFA
  • Orientierung im Beruf und im Gesundheitswesen
  • Betreuung von Patientinnen und Patienten
  • Schutz vor Infektionskrankheiten
  • Umgang mit Notfallsituationen
  • Beschaffung und Verwaltung von Waren
  • Organisation von Praxisabläufen
  • Versorgung von Wunden
  • Assistenz bei kleineren chirurgischen Eingriffen
  • Entwicklung beruflicher Perspektiven

Jährlich beginnen etwa 16.000 Auszubildende die Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten. Somit gehört der Beruf der/des Medizinischen Fachangestellten zu den zehn beliebtesten Ausbildungen.


Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Dauer der Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten verkürzt werden. Unter anderem ist dies möglich, wenn die bzw. der Auszubildende…


  • einen höheren Schulabschluss (z. B. Abitur oder Studium) oder
  • eine abgeschlossene Berufsausbildung, die im Gesundheitswesen verortet ist, vorweisen kann.

Um die Ausbildungszeit zu verkürzen, muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. Wo und in welcher Form der Antrag genau erfolgen muss, kann je nach Bundesland variieren.

Medizinische Fachangestellte / Medizinischer Fachangestellter – Abschluss

Um den erfolgreichen Abschluss als MFA zu erwerben, legst Du in der Mitte der Ausbildungszeit eine Zwischenprüfung und zum Ende eine Abschlussprüfung ab. Die Zwischenprüfung erfolgt schriftlich und enthält praxisbezogene Aufgaben. Die Abschlussprüfung besteht hingegen aus einem schriftlichen sowie einem praktischen Teil. Bestehst Du die Abschlussprüfung, endet das Ausbildungsverhältnis und der Berufseinstieg steht an.


Medizinische Fachangestellte / Medizinischer Fachangestellter – Gehalt

Bleibt noch die Frage offen, welche Verdienstmöglichkeiten die Ausbildung und der Beruf als Medizinische Fachangestellte bzw. als Medizinischer Fachangestellter bietet? Der Ausbildungsbetrieb ist nach dem Berufsbildungsgesetz verpflichtet, den Auszubildenden eine angemessene Vergütung auszuschütten. Erfolgt die Ausbildung in einem tarifgebundenen Betrieb, folgt die Höhe des Gehalts einem Tarifvertrag. Ist der Ausbildungsbetrieb nicht an einen Tarif gebunden, so kann das Gehalt verhandelt werden.


Informiere Dich daher, welches Gehalt in Deinem Bundesland und in dem Bereich, in dem Du Deine Ausbildung beginnen möchtest (z. B. Hausarztpraxis, Krankenhaus), üblich ist.


Ausbildungsjahr durchschnittliches Gehalt im Monat
1.
Ausbildungsjahr
900 Euro brutto
2.
Ausbildungsjahr
965 Euro brutto
3.
Ausbildungsjahr
1.035 Euro brutto

Nach der Ausbildung ist die Höhe des Gehalts abhängig von der Berufserfahrung in Jahren, absolvierten Fort- und Weiterbildungen, der Region des Betriebes sowie der Arbeitszeit. Das durchschnittliche Bruttogehalt einer/eines Medizinischen Fachangestellten liegt bei 2.100 bis 2.800 Euro pro Monat. Mit vielen Jahren Berufserfahrung und zusätzlichen Qualifikationen kann das Gehalt aber deutlich höher ausfallen.


Das Gehalt kann nicht nur monetär (in finanzieller Hinsicht) aufgestockt werden. Auch sogenannte Benefits können eine Stelle für Medizinische Fachangestellte attraktiver machen:


  • Zuschuss zu oder Übernahme von den Fahrtkosten
  • Weihnachts- oder Urlaubsgeld (13. Gehalt)
  • Bereitstellung eines Dienstwagens
  • Überdurchschnittlich hohe Anzahl an Urlaubstagen (mehr als 30 Tage pro Jahr bei einer Vollzeit-Tätigkeit)
  • Gesundheitsleistungen wie Massageangebote

Medizinische Fachangestellte / Medizinischer Fachangestellter – Mögliche Betriebe für die Ausbildung

Bist Du auf der Suche nach möglichen Betrieben für die Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten, so findest Du sicherlich zahlreiche Ausbildungsstellen in verschiedenen Hausarztpraxen. Es kommen aber auch noch viele weitere Betriebe für die Ausbildung zur/zum MFA infrage, dazu gehören zum Beispiel:


  • Facharztpraxen: z. B. Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Orthopädie, Radiologie, Augenarzt, Neurologie, Urologie
  • Krankenhäuser und Praxiskliniken
  • Betriebsärzte von Unternehmen
  • Öffentlicher Gesundheitsdienst
  • Medizinische Einrichtungen der Bundeswehr

Bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs, kann es helfen, Dir selbst die folgenden Fragen zu stellen:


  • Welche Fachrichtung interessiert mich am meisten?
  • Welche Aufgaben kommen in welcher Fachrichtung/in welchem Ausbildungsbetrieb auf mich zu?
  • Wie weit ist der Ausbildungsbetrieb von meinem Wohnort entfernt?
  • Welche Rahmenbedingungen (Gehalt, Arbeitszeiten, Benefits) bietet mir der Ausbildungsbetrieb?

Umschulung – Medizinische Fachangestellte / Medizinischer Fachangestellter

Nicht selten stellen Berufstätige nach der Ausbildung oder nach einigen Jahren fest, dass sie nicht weiter in dem erlernten Beruf arbeiten möchten. In solchen Fällen bietet sich eine Umschulung an, die auch im Bereich der/des Medizinischen Fachangestellten absolviert werden kann.


Anders als bei der Ausbildung, bestehen bei einer Umschulung zur bzw. zum Medizinischen Fachangestellten bestimmte Voraussetzungen, die sich je nach Bundesland und Anbieter der Umschulung unterscheiden können. Mögliche Voraussetzungen für die Umschulung zur/zum MFA können sein:


  • Eine abgeschlossene Berufsausbildung
  • Besuch einer Hochschule über mindestens zwei Jahre
  • Mehrjährige Berufstätigkeit

Ähnlich wie die Ausbildung verläuft auch die Umschulung in der Regel durch ein Zusammenspiel von Theorie und Praxis. So ist es etwa möglich, dass Du drei Tage in der Woche in einer Arztpraxis arbeitest und an den übrigen zwei Tagen besuchst Du die Bildungsinstitution, welche die Umschulung anbietet.


Die Dauer der Umschulung beträgt in der Regel zwei Jahre und wird – wie die Ausbildung – auch mit einer Abschlussprüfung beendet.


Medizinische Fachangestellte / Medizinischer Fachangestellter – Voraussetzungen

Du hast die Ausbildung erfolgreich absolviert oder befindest Dich vielleicht schon seit einigen Jahren im Beruf? Der Wunsch nach weiteren Aufgaben, Verantwortlichkeiten oder bestimmten Spezialisierungen wird immer größer? Eine Weiterbildung erfüllt Dir diesen Wunsch und ermöglicht Dir zudem den Aufstieg in höhere Gehaltsklassen.


Grundsätzlich wird zwischen den Anpassungs- und den Aufstiegsweiterbildungen unterschieden. In der folgenden Tabelle findest Du einige Beispiele für mögliche Weiterbildungen einer Medizinischen Fachangestellten bzw. eines Medizinischen Fachangestellten.


Anpassungsweiterbildungen Aufstiegsweiterbildungen
Die beruflichen Fähigkeiten werden hinsichtlich neuer Entwicklungen auf dem aktuellen Stand gehalten. Es erfolgt eine Spezialisierung auf bestimmte Fach- und Führungsaufgaben, die Aufstiegschancen ermöglichen.
  • Medizinische Assistenz
  • Abrechnungsmanager:in
  • Onkologie
  • Ernährungsmedizin
  • Qualitätsmanagement
  • Fachwirt:in für ambulante medizinische Versorgung
  • Geprüfte:r Fachwirt:in für das Gesundheits- und Sozialwesen

Für die Ausbildung zur bzw. zum Medizinischen Fachangestellten wird rechtlich keine spezielle schulische Vorbildung festgelegt. Das heißt, dass die Ausbildungsbetriebe ihre Auszubildenden anhand eigener festgelegter Anforderungen wählen. Dazu kann die schulische Bildung zählen, aber beispielsweise auch fachliche und persönliche Fähigkeiten und Stärken.

Um den Zugang zur Ausbildung zu erhalten, benötigst Du außerdem ein ärztliches Attest. Dieses Attest bescheinigt dem Ausbildungsbetrieb, dass Du über die gesundheitliche Eignung für den Beruf als MFA verfügst. Du erhältst das Attest bei Deiner Hausarztpraxis. Vereinbare dazu einen Termin und erkläre, dass Du ein Attest zur Eignung für die Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten benötigst.

Medizinische Fachangestellte / Medizinischer Fachangestellter – Persönliche Voraussetzungen

Nicht zuletzt entscheiden auch die persönlichen Fähigkeiten und Stärken, ob die Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten zu Dir passt.

Weil medizinische Fachangestellte in ihrem Berufsalltag eng mit Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärztinnen sowie Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten, bieten die folgenden Eigenschaften gute Voraussetzungen für die Ausbildung:

  • Empathie
  • Höflichkeit
  • Geduld
  • Konfliktfähigkeit
  • Teamfähigkeit

Wie oben bereits aufgezeigt, stellen auch die Verwaltung und das Praxismanagement zentrale Aufgabenbereiche in der Tätigkeit als MFA dar. Von Vorteil sind deshalb Stärken, wie:

  • Organisationstalent
  • Zielstrebigkeit
  • Engagement
  • Durchhaltevermögen
  • Stressresistenz

Die Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten ist – wie der Name bereits verrät – im medizinischen Bereich verortet. Dabei kannst Du zum Beispiel auch mit Schicksalsschlägen von Patientinnen und Patienten, wie die Diagnose einer schweren Krankheit, konfrontiert werden. Unabdingbar sind daher Merkmale, wie unter anderem:

  • Hohe Resilienz
  • Verlässlichkeit
  • Hygienebewusstsein
  • Belastbarkeit
  • Sorgfalt

Medizinische Fachangestellte / Medizinischer Fachangestellter – Steckbrief

  • 2006 wurde aus der Arzthelfer bzw. Arzthelferin Ausbildung der Medizinische Fachangestellte bzw. die medizinische Fachangestellte.
  • Medizinischer Fachangestellter bzw. Medizinische Fachangestellte – Aufgaben:
    • Blutabnahme
    • Laborarbeiten
    • Assistenz bei ärztlicher Diagnostik
    • Empfang & Terminkoordination
  • Medizinischer Fachangestellter bzw. Medizinische Fachangestellte – Ausbildung:
    • duale Ausbildung (3 Jahre) im Gesundheitswesen
    • Inhalte: Patientenbetreuung, Schutz vor Infektionskrankheiten, Umgang mit Notfällen und Versorgung von Wunden, Praxisabläufe organisieren
    • Eine Umschulung ist möglich.
  • Medizinischer Fachangestellter bzw. Medizinische Fachangestellte – Gehalt beim Berufseinstieg: zwischen 2.100 und 2.800 Euro brutto pro Monat.
  • Medizinischer Fachangestellter bzw. Medizinische Fachangestellte – Weiterbildung:
    • Fachwirt:in für ambulante Versorgung
    • Anpassungsweiterbildungen zu Onkologie, Ernährungsmedizin oder Qualitätsmanagement
  • Medizinischer Fachangestellter bzw. Medizinische Fachangestellte – Voraussetzungen für die Ausbildung:
    • Empathie
    • Stressresistenz
    • Hygienebewusstsein
    • rechtlich kein spezieller Abschluss verlangt


FAQs

Die Hauptaufgaben einer medizinischen Fachangestellten umfassen: – Patientenbetreuung – Termine organisieren – Rezepte ausstellen – Verwaltungsarbeiten durchführen – Unterstützung der Ärzte bei Untersuchungen und Behandlungen – Durchführung einfacher medizinischer Tests.

Die Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten dauert in der Regel drei Jahre und ist dual strukturiert. Das bedeutet, dass sie sowohl in der Berufsschule als auch in der Praxis in einer Arztpraxis stattfindet. Es werden medizinische, verwaltungstechnische und kommunikative Kompetenzen vermittelt. Eine Verkürzung der Ausbildungszeit ist bei entsprechender Vorbildung möglich. Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit zur Weiterbildung und Spezialisierung.

Während der Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten liegt das Gehalt im ersten Jahr zwischen 800 und 900 Euro, im zweiten Jahr zwischen 850 und 950 Euro und im dritten Jahr zwischen 900 und 1.000 Euro brutto pro Monat. Nach der Ausbildung kann das Einstiegsgehalt zwischen 1.900 und 2.500 Euro brutto pro Monat variieren, abhängig von der Region, dem Betrieb und der Berufserfahrung.

Mögliche Weiterbildungen für medizinische Fachangestellte könnten unter anderem sein: Praxismanager/in, Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen, medizinisch-technische/r Laboratoriumsassistent/in oder medizinische/r Dokumentar/in.
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