Ausbildung Rechtsfachangestellter

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Kommunikations- und Organisationsfähigkeiten werden Dir schon lange nachgesagt? Außerdem kannst Du Dir vorstellen, mit Mandant:innen und Behörden in Kontakt zu treten, Termine zu vereinbaren und verschiedene Informationen aufzunehmen, zu koordinieren und bereitzustellen? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Rechtsanwaltsfachangestellten genau zu Dir passen.

Hast Du zudem ein gutes schriftliches Ausdrucksvermögen und arbeitest konzentriert? Wenn Du Dich mit diesen Fähigkeiten identifizieren kannst, bringst Du schon die ersten Voraussetzungen für eine Ausbildung zum/zur Rechtsanwaltsfachangestellten mit.
Rechtsanwaltsfachangestellter / Rechtsanwaltsfachangestellte – Aufgaben

Rechtsanwaltsfachangestellter / Rechtsanwaltsfachangestellte – Aufgaben

Ehe Du eine Entscheidung triffst, fragst Du Dich vielleicht: Welche Aufgaben kommen eigentlich als Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte auf mich zu?


Normalerweise arbeitest Du 40 Stunden die Woche, das heißt 8 Stunden am Tag. Da Du als Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte eine wichtige Rolle im Bereich der Koordination von Terminen einnimmst, sind Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen auf Deine Unterstützung angewiesen.


Deine Aufgaben als Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte umfassen vor allem organisatorische und kaufmännische Tätigkeiten:

Organisatorische Tätigkeiten Kaufmännische Tätigkeiten
Termine koordinieren (z. B. mit Mandant:innen oder mit Gerichtsmitarbeiter:innen) Berechnung von Forderungen
Fristen beachten Einleitung von Mahnverfahren bei Zahlungsverzug
Akten und Register führen Buchführung für die Kanzlei
Schriftsätze anfertigen (z. B. für einen Strafprozess) Zwangsvollstreckungen einleiten
Mit Mandant:innen korrespondieren Überwachung von Zahlungseingängen

Rechtsanwaltsfachangestellter / Rechtsanwaltsfachangestellte – Ausbildung, Gehalt

Die Ausbildung zum/zur Rechtsfachangestellten dauert in der Regel drei Jahre. Dabei handelt es sich um eine duale Ausbildung. Das bedeutet, dass Deine Zeit zwischen der Berufsschule und dem Arbeiten in einem Betrieb bzw. in der Anwaltskanzlei aufgeteilt wird. So wirst Du sowohl im theoretischen als auch im praktischen Bereich auf den Berufsalltag des bzw. der Rechtsanwaltsfachangestellten vorbereitet.
Die Ausbildungsdauer kann auch variieren. Vielleicht hast Du im Vorfeld schon ein Praktikum oder einen anderen Lehrgang besucht und kannst Dir dadurch Teile der Ausbildung anrechnen lassen. So würde sich die Ausbildungszeit verkürzen.
Vielleicht möchtest Du die Ausbildung lieber in Teilzeit absolvieren? Auch das ist grundsätzlich möglich, solange es im Vertrag geregelt ist. Dadurch verlängert sich aber auch Deine Ausbildungszeit.
Lehrjahre der Ausbildung zum/zur Rechtsanwaltsfachangestellten Inhalte Gehalt im Monat (Brutto)
1. Lehrjahr
  • Inhalte im Betrieb
    • Betreuung von Mandant:innen und Mandanten
    • Organisation der Büroarbeit
    • Gesetze in der Rechtspflege
    • zivilrechtliches Mandat
  • Inhalte in der Berufsschule
    • Präsentation von Beruf und Ausbildungsbetrieb
    • Organisation von Arbeitsabläufen
    • Anwendung von schuldrechtlichen Regelungen bei der Abwicklung von Verträgen
550 bis 1.000 Euro
2. Lehrjahr
  • Inhalte im Betrieb
    • Wiederholung und Vertiefung von Inhalten des ersten Ausbildungsjahres
    • Zahlungsverkehr
    • zwangsvollstreckungsrechtliches Mandat
  • Inhalte in der Berufsschule
    • Erledigen von Aufgaben im Personalbereich
    • Erfassung und Kontrolle von Geschäftsprozessen
    • Anwendung von rechtlichen Regelungen bei der Bearbeitung eines Auftrags
    • Beurteilung von wirtschaftlichen Einflüssen auf Entscheidungen im Betrieb
    • Bearbeitung von Aufgaben im gerichtlichen Mahnwesen
    • Bearbeitung des zivilrechtlichen Mandats
650 bis 1.100 Euro
3. Lehrjahr
  • Inhalte im Betrieb
    • Selbständiges Arbeiten
    • Mitarbeit im Team der Kanzlei
    • Wiederholung der ersten beiden Ausbildungsjahre
  • Inhalte in der Berufsschule
    • Begleiten von Rechtsmittelverfahren
    • Bearbeitung von besonderen Verfahren
    • Bearbeitung von Vorgängen in der Zwangsvollstreckung
    • Bearbeitung von familien- und erbrechtlichen Themen
745 bis 1.200 Euro
Der Begriff „Mandat“ bezieht sich auf die Wahl eines Anwalts bzw. einer Anwältin vonseiten des Mandanten bzw. der Mandantin. Das heißt, dass sich Mandant:innen einen Anwalt oder eine Anwältin ihrer Wahl aussuchen, und diesem bzw. dieser nach dem Ersttermin das Mandat erteilen, also ihn beauftragen.
Das zivilrechtliche Mandat bezieht sich auf Angelegenheiten im Zivilrecht, das heißt von privaten bzw. bürgerlichen oder juristischen Personen wie Vereinen.
Das zwangsvollstreckungsrechtliche Mandat bezieht sich hingegen auf erfolgreiche Mahnverfahren, auf die eine Zwangsvollstreckung erfolgt. Eine Zwangsvollstreckung ist ein staatliches Verfahren, durch das private Forderungen oder Ansprüche durchgesetzt werden können.
Als angehende:r Rechtsfachangestellte:r bist Du während Deiner Ausbildung meist verpflichtet, ein sogenanntes Berichtsheft zu führen. Dieses gilt als Ausbildungsnachweis. Du notierst darin all Deine Tätigkeiten und Aufgaben, die Du in der Berufsschule und im Betrieb zu erfüllen hast. Dein Ausbilder bzw. Deine Ausbilderin kontrolliert, ob Du diese auch regelmäßig protokollierst. Beachte, dass Du nur mit einem fertig ausgefülltem Berichtsheft zur Abschlussprüfung antreten darfst.
Zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres hast Du eine Zwischenprüfung zu absolvieren. Am Ende der Ausbildung folgt dann die Abschlussprüfung, die in vier schriftliche Prüfungsteile und einen mündlichen Prüfungsteil aufgeteilt ist. Die schriftlichen Prüfungsteile der Abschlussprüfung für angehende Rechtsanwaltsfachangestellten umfassen die folgenden Bereiche:
  • Geschäfts- und Leistungsprozesse
  • Rechtsanwendung im Rechtsanwaltsbereich
  • Vergütung und Kosten
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Der mündliche Prüfungsteil erfolgt im Fach Mandanten-Betreuung.

Rechtsanwaltsfachangestellter / Rechtsanwaltsfachangestellte – Gehalt beim Berufseinstieg

Das Einstiegsgehalt eines/einer Rechtsanwaltsfachangestellten beträgt circa 2.650 € brutto im Monat. Beachte, dass Dein Gehalt beim Berufseinstieg (und auch während der Ausbildung) je nach Arbeitsstelle und Standort variieren kann.
In den einzelnen Bundesländern finden sich deshalb Gehaltsunterschiede, so ist der Lohn z. B. im Westen Deutschlands aktuell höher als im Osten. Die aufgeführten Zahlen stellen daher den ungefähren Verdienst dar. Außerdem sind hier die Bruttowerte angegeben, das heißt, dass es sich um das Gehalt ohne Abzug von Steuern handelt.

Rechtsanwaltsfachangestellter / Rechtsanwaltsfachangestellte – Mögliche Ausbildungsbetriebe

Um Deine Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte aufzunehmen, hast Du die Wahl zwischen einer Vielzahl an Ausbildungsbetrieben, darunter fallen z.B.:
  • Anwaltskanzleien
  • Banken
  • Sparkassen
  • Versicherungen
  • Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
  • Mahnabteilungen von Versandhäusern
Rechtsanwaltsfachangestellter / Rechtsanwaltsfachangestellte – Voraussetzungen

Rechtsanwaltsfachangestellter / Rechtsanwaltsfachangestellte – Voraussetzungen

Da Du Dir mit der Ausbildung zum/zur Rechtsanwaltsfachangestellten vielfältiges Wissen im Bereich der kaufmännischen Tätigkeiten angeeignet hast, stehen Dir nach einer zweijährigen Berufserfahrung mehrere Möglichkeiten zur Weiterbildung offen. So ist z. B. eine Weiterbildung zum Rechtsfachwirt bzw. zur Rechtsfachwirtin möglich.


Weiterbildungen als Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte sind außerdem in den folgenden Bereichen möglich:


  • Betriebswirt:in für Recht
  • Gerichtsvollzieher:in
  • Fachwirt:in für Büro- und Projektorganisation
  • Studium für Rechtswissenschaft

Eine Weiterbildung nach Deiner Ausbildung zum/zur Rechtsanwaltsfachangestellten eröffnet Dir weitere Berufs- und Gehaltsmöglichkeiten.

Rechtsanwaltsfachangestellter / Rechtsanwaltsfachangestellte – Umschulung

Wenn Du bereits eine Ausbildung hast und neue Herausforderungen suchst, die zu Deinen Fähigkeiten passen, kannst Du Dich zum/zur Rechtsanwaltsfachangestellten umschulen lassen. Im Rahmen einer Umschulung lernst Du die Inhalte dieses Berufs kennen.


Die Umschulung zum/zur Rechtsanwaltsfachangestellten unterscheidet sich kaum von der Ausbildung. Ein wesentlicher Unterschied besteht allerdings in der Art, wie die Lerninhalte vermittelt werden. Während eine Ausbildung viel im Betrieb stattfindet, kann eine Umschulung z. B. vollständig in Lehrgangsform – also außerhalb eines Betriebs – stattfinden. Die Umschulung zum/zur Rechtsanwaltsfachangestellten dauert in der Regel zwei Jahre, wenn es sich um einen Vollzeit-Lehrgang handelt. Je nach Anbieter kann auch ein Teilzeit-Lehrgang möglich sein.


Eine Umschulung als Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte umfasst z.B. die folgenden Bereiche:


  • Kommunikation und Korrespondenz
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Rechnungswesen
  • Aktenführung
  • Büroorganisation

Wenn Du eine Ausbildung zum/zur Rechtsanwaltsfachangestellten antreten möchtest, gibt es gesetzlich keine Vorgaben, an die Du Dich halten musst. Arbeitgeber:innen setzen meist jedoch die Mittlere Reife oder die Hochschulreife als Bildungsabschluss voraus.


Voraussetzungen, die optional sind, aber Deine Chancen erhöhen, eine Ausbildung zum/zur Rechtsanwaltsfachangestellten zu ergattern, sind:


  • Gute Noten in Mathe und Deutsch
  • Vorkenntnisse im Bereich Rechtssystem

Rechtsanwaltsfachangestellter / Rechtsanwaltsfachangestellte – Fähigkeiten

Als (angehende:r) Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte ist es wichtig, dass Du kommunikativ bist und es Dir leicht fällt, täglich mehrere Telefonate zu führen. Auch schriftlich solltest Du Dich angemessen ausdrücken können, da das Verfassen von Schriftstücken ebenfalls zentraler Bestandteil Deiner Arbeit ist.


Weitere Charaktereigenschaften bzw. Fähigkeiten, die Dir die Ausbildung und Tätigkeit als Rechtsanwaltsfachangestellte:r vereinfachen können, sind:


  • Interesse für Gesetze und Rechtsprozesse
  • Organisation und Sorgfalt: Das Führen von Akten und der Überblick über Termine sind für Dich kein Problem.
  • Verschwiegenheit: Als Rechtsanwaltsfachangestellte:r bist Du Dir darüber bewusst, dass Betriebsgeheimnisse gewahrt werden müssen – sensible und persönliche Daten behältst Du für Dich.
  • Verantwortungsbewusstsein: Als rechte Hand des Anwalts bzw. der Anwältin bist Du Dir über die Wichtigkeit Deiner Tätigkeit bewusst.
  • Soziale Kompetenzen: Der Umgang mit Menschen fällt Dir leicht, da Du aufmerksam und zuvorkommend bist.
  • Konzentrationsfähigkeit

Rechtsanwaltsfachangestellter / Rechtsanwaltsfachangestellte – Steckbrief


  • Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte – Aufgaben:
    • Koordination von Terminen
    • Anfertigen von Schriftsätzen
    • Berechnen von Forderungen
    • Kontakt mit Mandant:innen
  • Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte – Ausbildung:
    • duale, dreijährige Ausbildung
    • Inhalte sind unter anderem: Geschäfts- und Leistungsprozesse, Rechtsanwendung im Rechtsanwaltsbereich, Vergütung und Kosten, Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte – Gehalt während der Ausbildung:
    • Jahr 1: 550 bis 1.000 € brutto
    • Jahr 2: 650 bis 1.100 € brutto
    • Jahr 3: 745 bis 1.200 € brutto
    • Einstiegsgehalt: ca. 2.650 € brutto
  • Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte – Weiterbildung:
    • Rechtsfachwirt bzw. Rechtsfachwirtin
    • Betriebswirt bzw. Betriebswirtin für Recht
    • Gerichtsvollzieher bzw. Gerichtsvollzieherin
    • Studium für Rechtswissenschaften
  • Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte – Voraussetzungen:
    • Interesse für Gesetze und Rechtsprozesse
    • Organisation und Sorgfalt
    • Verschwiegenheit
    • Verantwortungsbewusstsein
  • Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte – Fähigkeiten:
    • Kommunikationsfähigkeit
    • Gutes schriftliches Ausdrucksvermögen
  • Rechtsanwaltsfachangestellter bzw. Rechtsanwaltsfachangestellte – Umschulung:
    • Inhalte:
      • Kommunikation und Korrespondenz
      • Betriebswirtschaftslehre
      • Rechnungswesen
      • Aktenführung
      • Büroorganisation

FAQs

Ein Rechtsanwaltsfachangestellter kümmert sich um verwaltungs- und organisatorische Aufgaben in einer Anwaltskanzlei. Dazu zählen das Schreiben von Schriftsätzen, die Vorbereitung und Übermittlung von Gerichtsunterlagen, der Umgang mit Mandanten und deren Beratung, die Verwaltung von Akten und Fristen sowie die Abrechnung von Anwaltshonoraren.

Die Voraussetzungen variieren je nach Bundesland und Kanzlei. Allgemein sind aber folgende Aspekte wichtig: 1. Mittlere Reife oder Abitur. 2. Gute Kenntnisse in Deutsch und Englisch. 3. Interesse an rechtlichen Themen. 4. Genauigkeit und Organisationstalent. 5. Gute Kommunikationsfähigkeit. 6. Teamfähigkeit. Ein Praktikum in einer Kanzlei kann hilfreich sein, ist aber nicht unbedingt erforderlich.

Ein Rechtsanwaltsfachangestellter sollte folgende Fähigkeiten haben: 1. Gute organisatorische Fähigkeiten 2. Gute kommunikative Fähigkeiten in Wort und Schrift 3. Detailorientierung und Genauigkeit 4. Rechtschreibsicherheit 5. Grundkenntnisse in den Rechtsgebieten 6. Sicherer Umgang mit Computer und Bürotechnik 7. Fähigkeit, mit vertraulichen Informationen umzugehen.

Das Gehalt eines Rechtsanwaltsfachangestellten kann je nach Erfahrung, Standort und Arbeitgeber variieren. Im Durchschnitt liegt das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung zwischen 1800 und 2200 Euro brutto im Monat. Mit zunehmender Berufserfahrung kann das Gehalt bis zu 3000 Euro brutto monatlich ansteigen.
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