Ausbildung Technischer Produktdesigner

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Stell Dir die folgenden zwei Situationen vor: Nora ist gerade Zuhause und drückt auf den Knopf der Kaffeemaschine. Während sie auf ihren Kaffee wartet, holt sie noch schnell den Staubsauger aus dem Schrank, um kurz die Wohnung zu saugen. Nils ist währenddessen schon auf seiner Arbeit. Er hat einen Job als Staplerfahrer und belädt bereits die ersten Fahrzeuge.
Doch was haben die Kaffeemaschine, der Staubsauger und Nils Gabelstapler gemeinsam? Sie wurden vermutlich von einer technischen Produktdesignerin bzw. einem technischen Produktdesigner entwickelt. Denn eine technische Produktdesignerin bzw. ein technischer Produktdesigner ist genau die Person, zu deren Aufgaben es gehört, Modelle für solche Produkte oder Geräte zu entwickeln.
Technische Produktdesignerin / Technischer Produktdesigner – Aufgaben

Technische Produktdesignerin / Technischer Produktdesigner – Aufgaben

Je nach Unternehmen und Branche können sich die genauen Tätigkeiten immer etwas unterscheiden. In der Regel wirst Du als technische Produktdesignerin oder technischer Produktdesigner aber für Aufgaben wie diese verantwortlich sein:

Aufgabenbereich Tätigkeiten
Beurteilung von Werk- und Hilfsstoffen
  • Unterscheidung von Werkstoffen (z. B. Holz, Metall, Eisen) hinsichtlich ihrer Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten
  • Prüfung der Verfügbarkeit, Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit
Konzipierung der Bauteile
  • Festlegen der Produktanforderungen
  • Anforderungen und Pflichten berücksichtigen
  • Entwicklung und Bewertung von Lösungen unter Berücksichtigung der Kriterien
  • Visualisierung und Präsentation der Lösungen
Produktentwicklung und Produktentstehungsprozess
  • Projekt- und Prozessmanagement
  • Kommunikation und Abstimmung mit vor- und nachgelagerten Bereichen
  • Einhaltung der rechtlichen Vorgaben bezüglich Fertigung, Inbetriebnahme, Montage und Entsorgung
Erstellung und Ausführung von Simulationen
  • Erstellung und Überprüfung virtueller Zusammenbauten
  • Anwendung von Simulationsverfahren

Dein Arbeitstag als technische Produktdesignerin oder technischer Produktdesigner kann also verschieden aussehen, es kommt ganz darauf an, was an dem Tag ansteht.

Technische Produktdesignerin / Technischer Produktdesigner – Ausbildung

Technische Produktdesignerin / Technischer Produktdesigner – Ausbildung

Eine Ausbildung zur technischen Produktdesignerin oder zum technischen Produktdesigner dauert in der Regel 3,5 Jahre. In diesen Jahren kommt es auf das Bundesland und Deinen Betrieb an, ob Du in der Woche ein paar Tage im Unternehmen und dann in der Schule bist, oder ob Du einige Monate jeweils im Betrieb und anschließend in der Schule lernst. In beiden Fällen wird die Ausbildung jedoch als eine duale gehandhabt.
Zu Beginn der Ausbildung zur technischen Produktdesignerin bzw. zum technischen Produktdesigner hast Du außerdem die Möglichkeit, Dich auf einen von zwei Fachbereichen zu spezialisieren:

  • Produktgestaltung und -konstruktion: In diesem Schwerpunkt konzentrierst Du Dich vor allem auf die Planung von verschiedenen Produkten. Hierfür lernst Du verschiedene Werkstoffe kennen und weißt diese später gezielt einzusetzen.
  • Maschinen- und Anlagenkonstruktion: In diesem Fachbereich konzipierst Du 3D-Modelle für Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge. Du spezialisierst Dich dafür auf die Grundlagen der Steuerungs- und Elektrotechnik.

Trotz der zwei Fachrichtungen mit ihren inhaltlichen Schwerpunkten sind viele der grundlegenden Inhalte, die Du zunächst in beiden Bereichen lernst, identisch. Wie sich die jeweiligen Lerninhalte im Verlauf der Ausbildung zur technischen Produktdesignerin bzw. zum technischen Produktdesigner gestalten, zeigt die nachfolgende Tabelle:

Verlauf der Ausbildung Lerninhalte für beide Fachrichtungen
1.-3. Ausbildungshalbjahr
  • Erstellung und Anwendung technischer Dokumente
  • Unterscheidung von Werkstoffen
  • Anwendung von Informations- und Kommunikationssysteme
  • Entwerfen, Berechnen und Ausarbeiten von Bauteilen
  • Unterscheidung von Fertigungsprozessen und Montagetechniken
  • Arbeitsplanung und -organisation
  • Kundenorientierung
4.-7. Ausbildungshalbjahr
  • Ausführung von Simulationen
  • Gestalten und Entwerfen von Objekten
  • Konstruieren mit Freiformflächen
  • Durchführung von qualitätssichernden Maßnahmen
  • Simulation und Präsentation der Objekte

Technische Produktdesignerin / Technischer Produktdesigner – Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion vs. Produktgestaltung und -produktion


Wie Du der oben stehenden Tabelle entnehmen kannst, sind die meisten Lerninhalte für die beiden Fachrichtungen, zwischen denen Du wählen kannst, identisch. Im 4. bis 7. Ausbildungshalbjahr gibt es jedoch inhaltliche Unterschiede zwischen der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion und Produktgestaltung und -produktion. Welche Inhalte Dich als angehende:r technische Produktdesignerin bzw. technischer Produktdesignererwarten siehst Du in der folgenden Tabelle.
Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion Fachrichtung Produktgestaltung und -produktion
  • Entwerfen und Gestalten von Produkten: Skizzen, CAD-Modelle (Computer-aided-Design)
  • Gestaltung der Produkte unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben sowie der Materialeigenschaften
  • Änderung und Prüfung von Werkstoffeigenschaften
  • Grundlagen der Steuerungs- und Elektrotechnik
  • Berechnung zur Mechanik und Leistung
  • Fertigungstechnik

Technische Produktdesignerin / Technischer Produktdesigner – Gehalt

Die Höhe der Ausbildungsvergütung kann abhängig von dem Wirtschaftszweig, der Region und der Größe des Ausbildungsbetriebs variieren. Auch die Tatsache, ob Dein Betrieb an einen Tarifvertrag gebunden ist, kann hierfür ausschlaggebend sein.
In einem Tarifvertrag ist die Höhe Deines Ausbildungsgehalts oder auch die Anzahl Deiner Urlaubstage festgelegt. Wenn nach Tarifvertrag bezahlt wird, fällt das Gehalt überwiegend höher aus. Ist der Ausbildungsbetrieb nicht an einen Tarifvertrag gebunden, kann er die Gehaltshöhe selbst festlegen, muss aber in jedem Fall den geregelten Mindestlohn für Auszubildende zahlen.
Der Mindestlohn für Auszubildende liegt im Jahr 2022 bei

  • 585 Euro brutto monatlich im 1. Lehrjahr,
  • 690 Euro brutto monatlich im 2. Lehrjahr und
  • 790 Euro brutto monatlich im 3. Lehrjahr.


Dein Gehalt in der Ausbildung zur technischen Produktdesignerin bzw. zum technischen Produktdesigner kann sich für die jeweiligen Lehrjahre demnach in diesen Bereichen bewegen:

Ausbildungsjahr Brutto-Gehalt im Monat
1. Lehrjahr 830–930 Euro
2. Lehrjahr 910–980 Euro
3. Lehrjahr 970–1.060 Euro
4. Lehrjahr 1.010–1.120 Euro

Wenn Du Deine Ausbildung abgeschlossen hast, wird sich auch Dein Gehalt noch einmal nach oben anpassen. Das Einstiegsgehalt für technische Produktdesignerinnen und -designer liegt zwischen 2.100 Euro und 2.700 Euro brutto.


Technische Produktdesignerin / Technischer Produktdesigner Jobs – Mögliche Ausbildungsbetriebe


Einen Ausbildungsplatz kannst Du in der Regel in jeder Entwicklungs- und Konstruktionsabteilung eines Unternehmens finden. Da in vielen Unternehmen produziert und designt wird, stehen Dir verschiedene Möglichkeiten an Arbeitsplätzenund somit später auch Jobs zur Verfügung. Als technische Produktdesignerin oder technischer Produktdesigner bist Du vor allem in folgenden Branchen gefragt:

  • Automobilindustrie
  • Konsumgüterindustrie
  • Luft- und Raumfahrttechnik
  • Maschinenbau
  • Möbelindustrie

Umschulung Technischer Produktdesigner / Technische Produktdesignerin


Du bist mit Deiner aktuellen Jobsituation nicht zufrieden und an einer Umschulung als Technische:r Produktdesigner:in interessiert? Auch das ist möglich.


Die Umschulung ist inhaltlich grundsätzlich genauso aufgebaut wie die Ausbildung. Das heißt, Du lernst dieselben Inhalte und musst am Ende der Umschulung eine abschließende Prüfung bestehen. Die Umschulung kann in betrieblicher oder außerbetrieblicher Form stattfinden. Im Gegensatz zur dualen Ausbildung umfasst die Umschulung als Technische:r Produktdesigner meist nur 2 Jahre.

Technische Produktdesignerin / Technischer Produktdesigner – Zukunftsaussichten

Als technische Produktdesignerin bzw. technischer Produktdesigner hast Du viele Zukunftsaussichten, mit denen Du Dein berufliches Leben immer wieder auf ein neues Level bringen kannst. Hierbei entscheidest Du, ob Du in Deiner aktuellen Position bleiben möchtest oder Dich weiterbildest: Möchtest Du vielleicht eine praktische Fortbildung oder eine weitere Ausbildung an deinen Beruf anhängen? Oder doch lieber studieren?

Technische Produktdesignerin / Technischer Produktdesigner – Weiterbildung

Nach Deiner Ausbildung zur technischen Produktdesignerin oder zum technischen Produktdesigner erwarten Dich viele Weiterbildungen, die Du absolvieren kannst, zum Beispiel:


  • Technische:r Fachwirt:in
  • Technische:r Betriebswirt:in
  • Konstrukteur:in
  • Techniker:in in Maschinentechnik

Wenn Du zufrieden mit Deiner Position bist, bieten sich auch verschiedene Lehrgänge und Schulungen an, in denen Du Dein Wissen in bestimmten Bereichen auffrischen oder erweitern kannst. So kannst Du als technische Produktdesignerin bzw. technischer Produktdesigner z. B. Lehrgänge in den Bereichen


  • Produktionsplanung und -steuerung
  • Umweltschutz und Qualitätsmanagement
  • Umgang mit CAD-Programmen und Multimediasoftware belegen.

Es bieten sich außerdem verschiedene Studiengänge an, die Du nach Abschluss Deiner Ausbildung belegen kannst. Hierfür benötigst Du in der Regel eine allgemeine Hochschulreife oder eine Fachhochschulreife – es gibt jedoch auch Studiengänge, die Du mit Deiner abgeschlossenen Ausbildung und gewissen Jahren an Berufserfahrung belegen kannst.


Studienmöglichkeiten, die gut zur technischen Produktdesignerin oder zum technischen Produktdesigner passen, sind:


  • Maschinenbau
  • Produkt-/Industriedesign
  • Konstruktionstechnik
Technische Produktdesignerin / Technischer Produktdesigner – Voraussetzungen

Technische Produktdesignerin / Technischer Produktdesigner – Voraussetzungen


Es gibt keine rechtlichen Anforderungen an die Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin bzw. zum Technischen Produktdesigner. Viele Betriebe setzen jedoch eine Mittlere Reife oder ein (Fach-)Abitur voraus. Wenn Du die Schule zusätzlich mit guten Noten abgeschlossen hat, kann das Deine Chancen im Unternehmen erhöhen.

Persönlich gibt es jedoch einige Voraussetzungen für die Ausbildung zur technischen Produktdesignerin bzw. zum technischen Produktdesigner, mit denen Du bei Unternehmen punkten kannst:
  • kreative, gestalterische Fähigkeiten: Wenn es um das Anfertigen von Skizzen für Modelle geht, kannst Du Deiner Kreativität nicht nur freien Lauf lassen: Du sollst sie sogar bewusst einsetzen und zeigen, dass Du gestalterisch vieles anzubieten hast.
  • handwerkliches & technisches Interesse: Auch wenn Du im Berufsalltag viel im Büro sein wirst, kann Dir handwerkliches und technisches Geschick weiterhelfen, um etwa den Aufbau von Maschinen besser zu verstehen.
  • selbständiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten: Im Laufe der Ausbildung solltest Du lernen, selbst Pläne aufzustellen und zu wissen, welches Werkstoffe oder Materialien Du wann benötigst. Außerdem solltest Du gewährleisten, dass Deine Arbeit für Dich und andere sicher ist.
  • mathematische Fähigkeiten: Für das Berechnen von Bauteilen oder die Erstellung virtueller Zusammenbauten solltest Du ein gewisses mathematisches und räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen.
  • sorgfältiges Arbeiten: Für die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben bezüglich Fertigung, Inbetriebnahme, Montage und Entsorgung ist es wichtig, dass Du stets achtsam und zuverlässig bei der Arbeit bist.

Technische Produktdesignerin / Technischer Produktdesigner – Steckbrief

  • Technische Produktdesignerin bzw. Technischer Produktdesigner – Aufgaben:
    • Beurteilung von Werk- und Hilfsstoffen
    • Konzipierung von Bauteilen, Produktentwicklung
  • Technische Produktdesignerin bzw. Technischer Produktdesigner – Gehalt beim Berufseinstieg: zwischen 2.100 Euro und 2.700 Euro brutto
  • Technische Produktdesignerin bzw. Technischer Produktdesigner – Ausbildung
    • dual für 3,5 Jahre
    • Inhalte: Unterscheidung von Werkstoffen, Entwerfen, Berechnen und Ausarbeiten von Bauteilen, Gestalten und Entwerfen von Objekten, Simulation und Präsentation der Objekte
    • Fachrichtung: Maschinen- und Anlagenkonstruktion
    • Fachrichtung: Produktgestaltung und -produktion
    • technische Berufe – mögliche Umschulung: Technischer Produktdesigner bzw. Technische Produktdesignerin
  • Technische Produktdesignerin bzw. Technischer Produktdesigner – Weiterbildung:
    • Technische:r Fachwirt:in

    • Konstrukteur:in

    • Techniker:in in Maschinentechnik

  • Technische Produktdesignerin bzw. Technischer Produktdesigner – Voraussetzungen:
    • kreative, gestalterische Fähigkeiten
    • handwerkliches und technisches Interesse
    • sorgfältiges Arbeiten
  • Technische Produktdesignerin bzw. Technischer Produktdesigner-Jobs findest Du in Branchen wie der Automobilindustrie, der Konsumgüterindustrie oder im Maschinenbau.

FAQs

1. Planung und Design: Es wird festgelegt, was genau modelliert werden soll und wie das Endprodukt aussehen soll. 2. Erstellung der Grundform: Der erste physische Entwurf wird erstellt, der die grundlegende Form des Geräts zeigt. 3. Verfeinerung und Anpassung: Die Form wird überarbeitet und verfeinert, um bestimmte Funktionen zu integrieren oder das Design zu verbessern. 4. Test und Bewertung: Das Modell wird getestet, um seine Funktionalität zu überprüfen, und es wird bewertet, ob es dem ursprünglichen Design- und Funktionsziel entspricht. 5. Überarbeitung: Basierend auf dem Feedback aus dem Testprozess werden erforderliche Änderungen vorgenommen. Dieser Schritt kann mehrere Runden dauern. 6. Fertigung: Sobald das Modell fertiggestellt und genehmigt ist, kann mit der Massenproduktion begonnen werden.

Es gibt zwei Fachrichtungen bei der Ausbildung zur technischen Produktdesignerin bzw. zum technischen Produktdesigner: Produktgestaltung und -konstruktion sowie Maschinen- und Anlagenkonstruktion.

Das Gehalt eines technischen Produktdesigners kann stark variieren, abhängig von der Erfahrung, der Region und der Branche. Im Durchschnitt kann man aber mit einem Einstiegsgehalt von etwa 2.000 bis 2.500 Euro brutto pro Monat rechnen. Mit zunehmender Erfahrung kann das Gehalt auf bis zu 4.000 Euro oder mehr steigen.

Es gibt mehrere Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung zur technischen Produktdesignerin oder zum technischen Produktdesigner. Man kann beispielsweise eine Weiterbildung zum Techniker in der Fachrichtung Produktdesign machen, zum Meister aufsteigen oder ein Studium in einem relevanten Fachbereich aufnehmen, wie z.B. im Industriedesign oder im Produktdesign. Es gibt auch spezialisierte Kurse und Schulungen in Bereichen wie CAD-Software, 3D-Druck oder Materialtechnologie.
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