Ausbildung Werkstoffprüfer

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Nicht jedes Metall, nicht jeder Kunststoff kann für jedes Produkt und für jeden Verwendungszweck genutzt werden. Denn die Materialien setzen sich unterschiedlich zusammen und haben spezifische Eigenschaften. Klingt interessant? Dann könnte die Ausbildung zur Werkstoffprüferin bzw. zum Werkstoffprüfer genau das Richtige für Dich sein. Denn sich mit diesen Zusammenhängen zu beschäftigen, gehört unter anderem zu den Aufgaben einer Werkstoffprüferin bzw. eines Werkstoffprüfers.

Du kannst Dich zwischen verschiedenen Fachbereichen, wie Metalltechnik, entscheiden. Während Deiner Ausbildung lernst Du alle Inhalte, die Du als Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer benötigst. Auch ein Gehalt erwartet Dich während Deiner Ausbildung zur Werkstoffprüferin bzw. zum Werkstoffprüfer.

Du willst wissen, ob Du alle notwendigen Voraussetzungen für eine Werkstoffprüferin bzw. ein Werkstoffprüfer erfüllst? Dann bist Du hier genau richtig.

Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Aufgaben

Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Aufgaben

Zu den Aufgaben einer Werkstoffprüferin bzw. eines Werkstoffprüfers gehört unter anderem die Analyse verschiedener Materialien. Hierzu zählen technische Keramik, Kunststoffe und Metalle. Welche Materialien Du untersuchst, hängt von der gewählten Fachrichtung ab. Von diesen Stoffen bestimmst Du deren Eigenschaften und, wie sie zusammengesetzt sind. Zur Analyse verwendet eine Werkstoffprüferin bzw. ein Werkstoffprüfer verschiedene Tests und nutzt diverse Maschinen.


Somit gehören zu den Aufgaben einer Werkstoffprüferin bzw. eines Werkstoffprüfers folgende Aufgaben:


  • Handwerkliche Tätigkeiten
    • Wenn das zu untersuchende Werkstück zu groß ist, musst Du es zerkleinern.
  • Analyse von Materialien
    • Du untersuchst verschiedene Materialien hinsichtlich ihrer Eigenschaften und Beschaffenheit.
  • Bedienen von Maschinen
    • Für die Analyse von Werkstoffen bedienst Du unterschiedliche Geräte und Maschinen.
  • Dokumentation
    • Die Ergebnisse Deiner Analysen dokumentierst Du sorgfältig.
  • Fachrichtungen
    • Du kannst Dich für die Fachrichtung Metalltechnik, Kunststofftechnik, Systemtechnik oder Wärmebehandlungstechnik entscheiden.

Das Beispiel soll Dir helfen, dass Du Dir die Aufgabe einer Werkstoffprüferin bzw. eines Werkstoffprüfers besser vorstellen kannst,


Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Metalltechnik

Als Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer mit der Fachrichtung Metalltechnik hast Du folgende Aufgaben:


  • Analyse von unterschiedlichen Metallen, wie Nichteisenmetalle, Stahl oder Werkstoffe aus Guss
  • Prüfung der Eigenschaften und Qualität von Werkstoffen
  • Ermittlung von Werkstofffehlern und deren Auslöser
  • Nutzung verschiedener technologischer, physikalischer und mechanischer Verfahren
  • Vergleich der Ergebnisse mit den Richtlinien der Prüfvorschrift und den Tabellen mit Normwerten

Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Kunststofftechnik

Zu den Aufgaben einer Werkstoffprüferin bzw. eines Werkstoffprüfers mit der Fachrichtung Kunststofftechnik gehören folgende Punkte:


  • Analyse von Gegenständen und Halbwerkzeugen, die aus Kunststoff bestehen
  • Bestimmung der Eigenschaften von Kunststoffen
  • Ermittlung von Schäden und Fehlern der Materialien
  • Anwendung von mechanischen, rheologischen und physikalischen Verfahren
  • Vergleich der Ergebnisse mit den Richtlinien der Prüfvorschrift und den Tabellen mit Normwerten

Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Wärmebehandlungstechnik

Eine Werkstoffprüferin bzw. ein Werkstoffprüfer mit der Fachrichtung Wärmebehandlungstechnik hat folgende Aufgaben:


  • Einschätzung der Eignung eines Metalls für eine Wärmebehandlung
  • Auswahl geeigneter Prozesse für eine Wärmebehandlung
  • Steuerung des Prozesses einer Wärmebehandlung
  • Analyse von Materialien im Verlauf einer Wärmebehandlung
  • Ermittlung von Fehlern und deren Auslöser

Wärmebehandlung beschreibt ein Vorgang, bei dem ein Werkstück zunächst erwärmt wird. Anschließend erfolgt eine Abkühlung. Sowohl das Erwärmen als auch das Abkühlen erfolgt unter kontrollierten Bedingungen, sodass auf die Eigenschaften des Werkstücks gezielt Einfluss genommen werden kann. Wärmebehandlungen finden häufig bei Metallen, aber auch bei Kunststoffen Anwendung.

Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Systemtechnik

Als Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer mit der Fachrichtung Systemtechnik hast Du die nachfolgenden Aufgaben:


  • Vorbereitung der Prüfung von technischen Systemen
  • Prüfung der verschiedenen Bestandteile von technischen Systemen
  • Vergleich der Ergebnisse mit den Richtlinien der Prüfvorschrift und den Tabellen mit Normwerten
  • Dokumentation der Prüfergebnisse und der Beschaffenheit des technischen Systems
  • Anfertigung von Abrechnungen
Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Ausbildung

Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Ausbildung

Deine Ausbildung als Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer dauert dreieinhalb Jahre.


Den praktischen Anteil der Ausbildung lernst Du in Deinem Betrieb und die theoretische Grundlage erwirbst Du in der Berufsschule. Neben Werkstoffkunde bekommst Du Unterricht in den folgenden Lehrfächern:


  • Mathematik
  • Physik
  • Chemie
  • Elektrotechnik

Am Schluss Deines zweiten Ausbildungsjahrs legst Du den ersten Teil der Abschlussprüfung ab. Der zweite Teil der Abschlussprüfung findet am Ausbildungsende statt. Die Gebiete, die geprüft werden, unterscheiden sich je nach Fachrichtung etwas.


Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Gehalt

Die folgende Tabelle zeigt Dir das Gehalt als Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer je nachdem für welche Fachrichtung Du Dich entscheidest.

Ausbildungsjahr Gehalt – Metalltechnik (brutto) Gehalt – Kunststofftechnik (brutto) Gehalt – Wärmebehandlungstechnik (brutto) Gehalt – Systemtechnik (brutto)
1. Ausbildungsjahr 976 bis 1.097 Euro 792 bis 1.003 Euro 976 bis 1.097 Euro 1.006 bis 1.056 Euro
2. Ausbildungsjahr 1.029 bis 1.128 Euro 848 bis 1.047 Euro 1.029 bis 1.128 Euro 1.071 bis 1.153 Euro
3. Ausbildungsjahr 1.102 bis 1.199 Euro 907 bis 1.092 Euro 1.102 bis 1.199 Euro 1.120 bis 1.218 Euro
4. Ausbildungsjahr 1.177 bis 1.264 Euro 962 bis 1.137 Euro 1.177 bis 1.264 Euro 1.166 bis 1.303 Euro

Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zur Werkstoffprüferin bzw. zum Werkstoffprüfer bekommst Du folgendes Gehalt in Abhängigkeit von der Fachrichtung:

Fachrichtung der Werkstoffprüferin bzw. des Werkstoffprüfers Gehalt (brutto)
Metalltechnik 3.060 bis 3.362 Euro
Kunststofftechnik 3.088 bis 3.582 Euro
Wärmebehandlungstechnik 3.060 bis 3.362 Euro
Systemtechnik 3.060 bis 3.362 Euro

Ausbildung Werkstoffprüfer:in – Inhalte


Damit Du optimal für Deine Tätigkeit als Werkstoffprüferin bzw. zum Werkstoffprüfer vorbereitet bist, bekommst Du während Deiner Ausbildung alle Inhalte, die Du benötigst, vermittelt. Die Ausbildungsinhalte der verschiedenen Fachrichtungen der Werkstoffprüferin bzw. des Werkstoffprüfers zeigt Dir diese Tabelle:
Fachrichtung der Werkstoffprüferin bzw. des Werkstoffprüfers Inhalte der Ausbildung
Allgemeine Inhalte
  • Verwendungsmöglichkeiten und Eigenschaften der verschiedenen Materialien
  • Verfahren zum Bearbeiten und Veredeln von verschiedenen Werkstoffen
  • Wärmebehandlung umsetzen und analysieren
  • Bestimmung von Härte sowie Festigkeits- und Verformungskennwerten
  • Schadens- und Fehleranalyse
  • Methoden des Qualitätsmanagements
Metalltechnik
  • zerstörungsfreie Verfahren zum Prüfen von Werkstoffen aus Metall auswählen, beurteilen und umsetzen
  • Bestimmung von physikalischen, physikalisch-chemischen und mechanisch-technologischen Eigenschaften von Werkstoffen
  • Metallografische Analysen
Kunststofftechnik
  • Eigenschaften von Kunststoffen analysieren
  • Kunststoffstruktur und -aufbau bewerten
Wärmebehandlungstechnik
  • Verfahrensweisen der Wärmebehandlung aussuchen, vorbereiten und durchführen
  • Wärmebehandlungsgeräte steuern
  • wärmebehandelte Gegenstände bearbeiten
Systemtechnik
  • Vorbereitungen zum Arbeiten in maschinellen Systemen
  • Fehler in maschinellen Systemen
  • Analysen in maschinellen Systemen umsetzen

Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Jobs und mögliche Ausbildungsbetriebe


Mögliche Ausbildungsbetriebe findest Du hauptsächlich in der Metallindustrie, Kunststoffindustrie und verarbeitenden Industrie. Nach einer erfolgreichen Ausbildung zur Werkstoffprüferin bzw. zum Werkstoffprüfer gibt es Jobs in den folgenden Bereichen:
  • Metallindustrie
  • Maschinen- und Werkzeugbau
  • Kraftfahrzeugindustrie
  • Materialprüfämter
  • Werkstoffprüfanstalten
  • Forschungseinrichtungen
  • Kunststoffindustrie
  • Chemieindustrie
  • Elektroindustrie

Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Weiterbildungen

Als Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer hast Du die Möglichkeit, verschiedene Weiterbildungen zu absolvieren. Du kannst an Anpassungsweiterbildungen und Aufstiegsweiterbildungen teilnehmen.
Die Tabelle zeigt Dir einen Überblick über die Angebote zur Weiterbildung, die Du als Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer nutzen kannst.

Art der Weiterbildung Bezeichnung der Weiterbildung
Anpassungsweiterbildung
  • Naturwissenschaftliches Labor
  • Galvanik und Oberflächenbehandlung
  • Werkstoffprüfung
  • Physik, physikalische Messtechnik
  • Qualitätstechnik und -prüfung
  • Arbeitsschutz und -sicherheit, Verhütung von Unfällen
  • Gießerei-, Umform- und Hüttentechnik
  • Umgang mit Gefahrstoffen
Aufstiegsweiterbildung
  • Industriemeister:in – Metall
  • Techniker:in – Werkstofftechnik
  • Techniker:in – Physiktechnik
  • Technische:r Fachwirt:in
  • Güte-, Materialprüfer:in bzw. Qualitätsfachmann oder -fachfrau
  • Ausbilder:in – Anerkannte Ausbildungsberufe
  • Studium in Werkstoffwissenschaft, -technik
  • Studium in Materialwissenschaft
  • Studium in Physikingenieurwesen
  • Studium in Wirtschaftsingenieurwesen
  • Studium in angewandte Naturwissenschaft
Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Voraussetzungen

Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Voraussetzungen


Die Ausbildung zur Werkstoffprüferin bzw. zum Werkstoffprüfer klingt interessant, aber Du bist Dir unsicher, ob Du alle Voraussetzungen erfüllst? Dann schaue Dir gerne die folgenden Voraussetzungen für eine Ausbildung als Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer an.

  • Mittlere Reife oder Hochschulreife
  • genaue Beobachtungsgabe
  • handwerkliche Geschicklichkeit
    • Wenn Du große Werkstücke zerkleinern musst, solltest Du handwerkliche Fertigkeiten aufweisen können.
  • Interesse an Naturwissenschaften
    • Deine Arbeit basiert auf physikalischen, chemischen und technischen Grundlagen.
  • Verständnis für Technik
    • Du arbeitest zum Analysieren mit Geräten und Maschinen, die gelegentlich Fehler aufweisen können.
  • sorgfältiges Arbeiten
    • Deine präzise und sorgfältige Arbeitsweise ermöglicht genaue Messergebnisse.
  • Feinmotorik
    • Beim Einbringen und Präparieren der Proben in ein Gerät benötigst Du in einigen Fällen etwas Fingerspitzengefühl.
  • Bereitschaft zum Übernehmen von Verantwortung
  • selbstständiges Arbeiten

Werkstoffprüferin / Werkstoffprüfer – Steckbrief

  • Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer – Aufgaben:
    • Analyse von Materialien mithilfe verschiedener Methoden und Maschinen
    • Fachrichtungen: Metalltechnik, Kunststofftechnik, Systemtechnik und Wärmebehandlungstechnik
  • Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer – Ausbildung:
    • dual für dreieinhalb Jahre
    • praktischer Teil im Betrieb und theoretischer Anteil in der Berufsschule
    • Ausbildung Werkstoffprüfer Inhalte: Je nach Fachrichtung unterscheidet sich der Inhalt der Ausbildung etwas.
  • Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer – Gehalt: das Einstiegsgehalt nach einer erfolgreichen Ausbildung liegt zwischen 3.060 und 3.582 Euro.
  • Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer – Jobs:
    • in Metall-, Chemie-, Kunststoff-, Elektro- und Kraftfahrzeugindustrie
    • bei Materialprüfämtern und Werkstoffprüfanstalten
    • in Forschungseinrichtungen
  • Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer – Weiterbildungen:
    • mehrere Fachbereiche für Anpassungsweiterbildungen
    • Aufstiegsweiterbildungen: Studiengänge, Techniker:in, Industriemeister:in, Ausbilder:in sowie Güte- und Materialprüfer:in
  • Werkstoffprüferin bzw. Werkstoffprüfer – Voraussetzungen:
    • Mittlere Reife oder Hochschulreife
    • genaue Beobachtungsgabe und sorgfältiges Arbeiten
    • Interesse an Naturwissenschaften und Verständnis für Technik

FAQs

Werkstoffprüferinnen und Werkstoffprüfer prüfen Materialien auf ihre Eigenschaften und Qualität. Sie sind verantwortlich für die Durchführung von Versuchen, die Analyse von Ergebnissen und die Dokumentation der Befunde. Sie verwenden spezielle Mess- und Prüfgeräte um die Beschaffenheit von Metallen, Kunststoffen oder anderen Materialien zu testen.

Die Ausbildung zur Werkstoffprüferin bzw. zum Werkstoffprüfer dauert in der Regel 3,5 Jahre.

Während der Ausbildung können Werkstoffprüfer je nach Betrieb und Region zwischen 850 und 1.000 Euro im ersten Ausbildungsjahr und bis zu 1.200 Euro im letzten Ausbildungsjahr verdienen. Nach der Ausbildung variiert das Einstiegsgehalt stark je nach Unternehmen und Ort. Es liegt in der Regel zwischen 2.500 und 3.200 Euro brutto pro Monat.

Für die Ausbildung zur Werkstoffprüferin bzw. zum Werkstoffprüfer sollte man idealerweise einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss haben. Wichtig sind gute Noten in Mathematik und Physik, da diese Fächer häufig in der Ausbildung vorkommen. Technisches Verständnis und Sorgfalt sind ebenfalls wichtige Voraussetzungen.
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